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Jugendmeisterin im Springreiten: Jelte Blaß lernte auf dem Kerpenhof „erst reiten dann laufen“

Jugendmeisterin im Springreiten : Jelte Blaß lernte auf dem Kerpenhof „erst reiten dann laufen“

„Die reitest Du einmal über S-Springen!“ hatten Horst Reitnauer und Gerhard Brengel der damals fünfjährigen Jelte prophezeiht, als ihr heutiges Erfolgspferd, Charlotte B, gerade frisch geboren war.

2008 hätte sich bei der renommierten Züchterfamilie auf dem Kerpenhof im saarländischen Illingen niemand träumen lassen, dass die beiden „Propheten“ tatsächlich recht behalten würden.

Die hoch erfolgreiche Springreiterin der RSG Berghof-Einöd, blickt vertrauensvoll in die Zukunft. Seit die Abiturientin weiß, wann sie ihre Prüfung schreiben darf, kann sie sich noch besser auf die Pferde konzentrieren. Die 18-jährige Amazone stammt aus einer passionierten Reiter- und Züchterfamilie im saarländischen Illingen und hat den Reitervirus sozusagen mit in die Wiege gelegt bekommen. Den Kerpenhof haben ihre Eltern, Hermann und Elke Blaß, vor mehr als 40 Jahren gegründet. Hier hat Jelte „erst reiten, dann laufen“ gelernt.

Ausgebildet wurde die junge Reiterin hauptsächlich von ihrer Mutter. Sie ist es auch, die die mittlerweile bis zur schweren Klasse erfolgreiche Springreiterin seit zehn Jahren auf die Turniere begleitet. Jeltes Ausbildung im Sattel war von Anfang an vielseitig. So durfte die Landesmeisterin in der Vielseitigkeit auch zweimal am Bundesvierkampf (Dressur-Springen-Laufen-Schwimmen) und an dem Bundes-Nachwuchswettbewerb Goldenen Schärpe (Dressur-Springen-Gelände-Theorie-Vormustern) teilnehmen.

An die Mannschaftserlebnisse mit dem Team erinnert sich die Jugendliche gerne zurück. Die Siegerin im Pony- und im PSJ-Cup und mehrfache Saarlandmeisterin Springen hatte das Glück, auf ihrem reitsportlichen Weg oft genau die passenden vierbeinigen Gefährten an ihrer Seite zu haben. Rahmannshofs Cornet, der bereits in der schweren Klasse sicher unterwegs war, gab ihr die Sicherheit auch über Höhen von 1,50 Metern.

Im Normalfall wäre das Mitglied im Landeskader jetzt an jedem Wochenende auf einer anderen Reitsportveranstaltung unterwegs. Stattdessen widmet sich das Nesthäkchen der Familie in dieser Zeit vermehrt der Ausbildung der Blaßschen Nachwuchspferde, die sie von klein auf mit reiten durfte. So verdankt sie etliche ihrer über 300 Siege und Platzierungen auch den eigenen Pferden mit dem B als Zeichen ihrer Abstammung in ihrem Namen. Zu ihnen gehört ihr Erfolgspferd, die zwölfjährige Zweibrücker Stute Charlotte B, die sie heute über Klasse S pilotiert. Das großrahmige, leistungsbereite und vermögende, aber in jungen Jahren auch übereifrige und hitzige Pferd, wurde von Karsten Schäfer in Käshofen ausgebildet. Als die zierliche Reiterin die große Stute vor 13 Jahren übernahm, war es für sie eine bedeutende Lernaufgabe, sie über den Parcours zu lenken.

Mittlerweile sind beide ein gut eingespieltes Sieger-Team, das im vergangenen Jahr bei der Deutschen Jugendmeisterschaft DJM in Zeiskam seine erste nationale Meisterschaftsluft schnupperte.

Die Reiterin, die in ganz unterschiedlichen Sätteln zu Hause ist, profitiert von ihrer Fähigkeit, sich gut und schnell auf jedes Pferd einstellen zu können. Beruflich will die junge Pferdefachfrau in die Fußstapfen ihres doppelt so alten Bruders Sören treten und Tiermedizin studieren. Sie wünscht sich einen Studienplatz, zu dem sie Pferde mitnehmen kann. Ihre Turnierpferde gymnastiziert sie vielfach entspannt und mit Spaß im Reitgelände. Wie wohl alle Turnierreiter hofft sie, bald wieder im Parcours starten und sich mit anderen Reiter-Pferde-Paaren messen zu können.