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JCZ-Judkoa Jasmin Grabowski startet mit Grand Prix in Teal Aviv ins Olympia-Jahr

Judo Grand Prix : Voller Fokus auf die Olympia-Quali

Für die beiden Judoka des 1. JC Zweibrücken, Jasmin Grabowski und Martyna Trajdos, steht der Auftakt-Wettkampf des Olympiajahres an. Während Trajdos das Ticket für Tokio so gut wie in der Tasche hat, muss Grabowski noch wichtige Qualipunkte sammeln.

Jasmin Grabowski ist bereit, anzugreifen. Das große Ziel heißt Olympische Spiele in Tokio. Mit dem Wettkampf-Auftakt an diesem Wochenende beim Grand Prix in Tel Aviv (Israel) startet für die deutschen Judoka die ganz heiße Phase der Olympia-Qualifikation.

Die Schwergewichtskämpferin (+ 78 kg) des 1. JC Zweibrücken sieht sich nach der Vorbereitung gut dafür gerüstet. „Ich bin soweit möglich gesund und verletzungsfrei durchgekommen“, blickt die 28-Jährige auf das zweiwöchige Trainingscamp zum Jahresabschluss in China, den Auftakt mit dem Nationalteam in München und das fünftägige Trainingslager in Österreich Anfang Januar zurück. Große Verschnaufpausen über die Feiertage gab es da nicht. Es geht schließlich in den Endspurt im Kampf um die begehrten Olympia-Tickets. Bis Ende Mai können die Judoka bei internationalen Turnieren noch Punkte für das Olympiaranking ihrer Gewichtsklasse sammeln. Und nach den ersten Zählern des neuen Jahres will Jasmin Grabowski gleich am Wochenende greifen. „Ich möchte auf jeden Fall mit einer Medaille nach Hause kommen, um wichtige Punkte zu sammeln und gleich ein gutes Ergebnis auf der Habenseite zu haben“, erklärt die JCZ-Athletin ihren Ansporn, gut ins Wettkampfjahr zu starten und damit auch gleich Selbstvertrauen für die anstehenden Aufgaben zu sammeln.

Dass die Olympia-Aspiranten für den Grand Slam in Tel Aviv auf die zeitgleich stattfindenden deutschen Einzelmeisterschaften in Stuttgart verzichten müssen, sieht die Titelträgerin im Schwergewicht weniger kritisch. „Das primäre Ziel ist es, die Olympia-Quali zu schaffe“, betont die gebürtige Böhl-Iggelheimerin. Daher haben die internationalen Wettkämpfe Vorrang. Alles ist auf die Sommerspiele in Tokio ausgerichtet. „Natürlich ist es immer schön, solch einen Titel zu verteidigen, aber gerade in einem Jahr, in dem der Fokus auf etwas Größerem liegt, ist es auch unangenehm, eine DM kämpfen, sich in der Rolle des Gejagten beweisen zu müssen“, erklärt Grabowski, dass sie daher „eigentlich ganz froh“ ist, sich dem Kampf in dieser entscheidenden Phase nicht stellen zu müssen. Natürlich sei es für einen Verein immer schön, auch nationale Titel feiern zu können. „Wenn aber alles gut läuft, darf sich der 1. JC Zweibrücken in diesem Jahr über zwei Olympia-Teilnehmerinnen freuen.“

Denn neben Jasmin Grabowski liegt der Vorjahres-Neuzugang Martyna Trajdos sehr aussichtsreich im Rennen. In der Klasse bis 63 Kilogramm ist die WM-Dritte von 2019 im Olympia-Ranking auf Platz sieben positioniert – und damit eigentlich schon durch. Grabowski, die im ersten Quali-Zeitraum von Mai 2018 bis Mai 2019 nach ihrer Schulter-Operation einige Zähler eingebüßt hat, muss noch um ihre Teilnahme bangen. In der Klasse über 78 Kilogramm wird sie derzeit als beste Deutsche auf Platz 24 geführt. Die besten 22 fahren nach Tokio. Stand jetzt würde es dennoch reichen, da die Liste noch nicht bereinigt ist – nur die beste Kämpferin jedes Landes erhält einen Startplatz. Daher ist die JCZ-Athletin zuversichtlich: „Ich weiß, dass ich die Quali wieder schaffen kann“, betont sie. Zumal sie mit den Spielen noch eine Rechnung offen hat. Bei ihrem Debüt 2016 in Rio schied Grabowski in der ersten Runde aus. „Das kann ich so nicht stehen lassen.“

Genauere Ziele will die 28-Jährige zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht formulieren. „Der Fokus liegt voll und ganz auf der Olympia-Quali.“ Die Ziele würden dann folgen, wenn diese Ende Mai – „hoffentlich“ – offiziell ist. Dann würde der Traum vom zweiten Olympia-Start für Jasmin Grabowski in Erfüllung gehen. „Ich kämpfe super gerne in Japan, habe dort schon viele große Wettkämpfe gemacht. Aber Olympische Spiele im Mutterland des Judo sind sicher nochmal eine andere Nummer. Darauf würde ich mich riesig freuen“, sagt die Pfälzerin, die in den kommenden zwei Wettkampfblöcken – zunächst bis März sowie nach zwei Trainingslagern auf Lanzarote und in Japan dann bis zum Ende der Qualiphase – alles dafür geben wird, ausreichend Punkte zu sammeln, um das Tokio-Ticket zu lösen.

JCZ-Neuzugang Martyna Trajdos startet mit dem Grand Prix in Tel Aviv ins Olympia-Jahr. Foto: picture alliance / dpa/Robert Ghement

Die Einstellung und das Selbstvertrauen dazu stimmen bei Jasmin Grabowski. Das vergangene Jahr sei zwar durchwachsen gewesen, aber auch daraus könne sie etwas Positives ziehen und gestärkt hervorgehen. „Aber auch, weil es so durchwachsen war, will ich in Tel Aviv gleich ein Ausrufezeichen setzen und zeigen, dass mit mir immer zu rechnen ist.“