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Jägersburg empfängt Diefflen, hätte das Spiel aber lieber verschoben

Fußball-Oberliga : „Wir wollen nicht – aber wir müssen spielen“

Fußball-Oberligist FSV Jägersburg empfängt am Samstag den FV Diefflen zum Heimspiel. Partie ist nicht von der Pause im Saar-Fußball betroffen.

Während der Fußball-Spielbetrieb ab der Saarlandliga abwärts an den kommenden beiden Spieltagen wegen Corona pausiert (wir berichteten), müssen die höherklassigen Teams ab der Oberliga – weil sie nicht in den Verwaltungsbereich des Saarländischen Fußballverbandes (SFV) fallen – spielen. So auch Aufsteiger FSV Jägersburg, der am Samstag ab 15.30 Uhr auf seinem Rasenplatz im Alois-Omlor-Sportpark im Saarderby gegen den FV Diefflen antritt.

So richtig Lust darauf haben die Jägersburger allerdings nicht. Der FSV-Vorsitzende Martin Gehrmann sagt, „dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden.“ Aus gesundheitspolitischer und gesellschaftlicher Hinsicht halte er es für nicht angemessen, dass zum einen der Spielbetrieb von den Kreisligen bis zur Saarlandliga unterbrochen ist, aber weiter in der Oberliga gespielt werde. „Wir wollten die Partie gegen Diefflen absagen. Aber der FVD war dagegen. Wir wollen nicht – aber der Regionalverband Südwest hat uns auferlegt, dass wir spielen müssen.“ Eine Verlegung der Partie wäre nur auf Wunsch beider Vereine möglich gewesen.

Diefflens Trainer Thomas Hofer argumentiert: „Wir haben strenge Vorgaben vom Verband und den Ordnungsämtern. Wenn sich jeder an die Regeln hält, sehe ich in der Durchführung kein Problem.“

Als der SFV die zweiwöchige Pause des Saar-Fußballs verkündete, hatte dessen Präsident Heribert Ohlmann bereits erklärt, dass „das Fußballspielen an sich nicht gefährlich ist. Die vor und nach den Spielen entstehenden Kontakte sind da schon eher problematisch.“ Diese Kontakte einzuschränken sollte im Alois-Omlor-Sportpark zumindest leichter fallen als zuletzt. Zuschauer sind bei der Partie nicht zugelassen.

Sportlich blicken die auf Rang acht platzierten Jägersburger der Partie gegen den Tabellendritten durchaus optimistisch entgegen. „Wir haben bewiesen, dass wir gegen jede Mannschaft mithalten können“, sagt FSV-Trainer Tim Harenberg. Klar sei aber auch, dass sich sein Team defensiv nicht so präsentieren dürfe, wie zuletzt beim 0:4 gegen den FC Hertha Wiesbach. „Man muss einfach sagen, dass die Wiesbacher in der ersten Halbzeit sehr gut waren – und wir eben das Gegenteil. Da haben wir total gepennt.“

Nun soll seine Mannschaft im Derby gegen den FV Diefflen von der ersten Minute an hellwach sein. „Die Dieffler sind erfahrener, spielen schon einige Jahre in der Oberliga, aber wir sind zu Hause sicher nicht chancenlos“, sagt Harenberg, der allerdings vor der Angriffswucht des Gegners warnt: „Die sind mit Fabian Poss und Chris Haase vorne richtig gut besetzt.“

Dazu kommt, dass die Lila-Weißen in personeller Hinsicht nicht auf Rosen gebettet sind. Tom Koblenz hat sich in Wiesbach eine Verletzung am Fuß zugezogen und fällt aus. Auch Tim Pommerenke, Alexander Schmieden, Kristof Scherpf und Elias Huf werden fehlen. Zumindest ist Spielmacher Frederic Ehrmann, der in Wiesbach wegen muskulärer Probleme passen musste, wieder an Bord.

Auch wenn die Jägersburger eigentlich nicht antreten möchten – extra motivieren muss Harenberg seine Mannschaft vor dem Duell nicht. In der vergangenen Saison unterlagen die Lila-Weißen dem FV Diefflen im Saarlandpokal mit 0:3. „Damals konnten wir die Partie eine Stunde offenhalten, am Samstag sollen es 90 sein.“