1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

Handball-Oberliga: In Hälfte zwei eine Schippe draufgepackt

Handball-Oberliga : In Hälfte zwei eine Schippe draufgepackt

Nach einer Leistungssteigerung gewinnen die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz ihr Auswärtsspiel bei HSG Kastellaun/Simmern souverän und bleiben mit drei Zählern Vorsprung an der Tabellenspitze.

Die schwere Auswärtspartie bei der HSG Kastellaun/Simmern haben die Oberliga-Handballer der VTZ Saarpfalz am Ende souverän, auch wenn sie es sich lange schwer taten. Das 27:21 (12:11) war dabei vor allem dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit verdient. VTZ-Trainer Danijel Grgic war insgesamt mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden und zeigte sich vor allem von der starken zweiten Hälfte sehr angetan. Bester Werfer war Martin Mokris mit insgesamt acht Treffern.

„Nach dem zwischenzeitlichen 14:13 für die HSG haben wir in der Defensive dicht gemacht und Yannic (Torhüter Yannic Klöckner, Anm. d Red.) hat dann auch überragend gehalten. Hätten wir unsere Chancen bis zum Schluss konsequent genutzt, wäre der Sieg noch deutlicher ausgefallen“, fasst Grgic die Partie zusammen. Auch wenn es am Ende nach einer klaren Angelegenheit ausgesehen hat, war es doch bis Anfang der zweiten Halbzeit eine weitestgehend offene Partie. Doch der Spitzenreiter verstand es, im richtigen Moment einen, vielleicht auch zwei Gänge hochzuschalten und die Partie am Ende souverän runter zu spielen.

Den ersten Treffer der Partie markierte der erfahrene Andrius Zigelis für die HSG (1:0, 1.). Nur wenige Sekunden später antworteten die Rosenstädter mit einem Treffer von Tomas Kraucevicius. HSG-Rückraumspieler Zigelis blieb auch in der Folge sehr torgefährlich und war alleine für die ersten drei Treffer seiner HSG verantwortlich. Nach dem zwischenzeitlichen 3:2 (5.) fanden die Gäste aber besser in die Partie und konnten nach einem 3:0-Lauf selbst mit 5:3 (14.) in Führung gehen. Vor allem in der Abwehr zeigten sie jetzt, wieso sie die Beste der Liga vorweisen können. Doch die Gastgeber ließen sich auch von einer neunminütigen Torflaute nicht aus der Ruhe bringen und blieben mit viel Kampf in Schlagdistanz. Dennoch hatte man jetzt das Gefühl, dass die VTZ das Spiel weitestgehend im Griff hatte, auch wenn nur bedingt Kapital aus der guten Leistung geschlagen werden konnte. Nach einem Treffer von Kraucevicius führten sie in der 23. Spielminute bereits mit 10:7, um es dann in der Folge etwas schleifen zu lassen. „Wir haben uns in dieser Phase ein paar Unkonzentriertheiten erlaubt. Die Deckung stand zwar einigermaßen gut, aber von der Torhüterposition kamen in der ersten Halbzeit kaum Impulse“, kritisierte Grgic. Nachdem Yannic Klöckner wenig zu fassen bekam, wechselte Grgic Rouven Latz, der sich zur neuen Runde dem Saarlandligisten SGH St. Ingbert anschließen wird, ein. Aber auch Latz fand kaum in die Partie und konnte die Aufholjagd der HSG nicht verhindern. Drei Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit glichen die Gastgeber nach einem Treffer von Rückraumspieler Henrik Walb zum 10:10 aus. Nach zwei Treffern der Zweibrücker Flügelzange durch Richard Wilga und Jacob Brauns konnten die Gäste dennoch mit 12:11 in die Pause gehen.

Nachdem Kreisläufer Wladislaw Kurotschkin Ende der ersten Halbzeit eine Zeitstrafe aufgebrummt bekam, starteten die Rosenstädter in Unterzahl in die zweite Halbzeit. Wenig später wurde auch gegen den zweiten Zweibrücker Kreisläufer Robin Schweitzer eine Zeitstrafe ausgesprochen. „Wir haben in Unterzahl zwei drei schnelle Gegentore bekommen, was aber auch daran lag, dass wir im Angriff nicht mit 100 Prozent in Richtung Tor gingen“, erklärte Grgic. Die HSG drehte die Partie und ging selbst zunächst mit 13:12 (32.), wenig später mit 14:13 (33.) in Führung. Dieser Rückstand weckte den Oberliga-Spitzenreiter aber zur richtigen Zeit auf, der in der Folge seinen stärksten Handball bot. Bis zur 41. Spielminute gelang den Gastgebern kein Treffer mehr, während die VTZ gleich fünf erzielte. Beim Stand vom 14:18 nahm HSG-Trainer Axel Schneider die Auszeit. Direkt mit dem ersten Angriff konnten die Hausherren den Rückstand auf 15:18 verkürzen. Das sollte aber das letzte Aufflackern der Hoffnung auf die Überraschung sein.

Zu abgeklärt und souverän präsentierten sich jetzt die Saarpfälzer, bei denen Yannic Klöckner sich jetzt im Tor steigern konnte und seinen Kasten minutenlang vernagelte. Nach dem Treffer zum 15:22 (46.) durch Kapitän Philip Wiese war die Partie mehr oder weniger entschieden, denn niemand hatte jetzt noch das Gefühl, dass der Ligaprimus diese Partie würde aus der Hand geben. In 15 Minuten konnten die Hunsrücker gerade mal ein Tor erzielen, ehe Andrius Zigelis zum 16:22 (48.) verkürzen konnte. Die Zweibrücker ließen jetzt aber nichts mehr anbrennen und erhöhten sogar auf 24:16 (50.). Hätte man in den letzten zehn Spielminuten die Konzentration weiter hochgehalten, wäre wahrscheinlich ein noch höherer Sieg möglich gewesen. So aber konnte der Tabellensechste noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, aber den VTZ-Sieg keinesfalls mehr gefährden. Die VTZ konnte sich am Ende über einen wichtigen und hochverdienten 27:21-Auswärtserfolg freuen.

Damit bleibt die VTZ-Saarpfalz weiterhin alleiniger Tabellenführer und sammelt weitere wichtige Zähler für den Aufstieg in die 3. Liga. Am kommenden Wochenende dann empfangen sie die SG Gösenroth/Laufersweiler. Der Aufsteiger steht aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz und braucht dringend Punkte für den Nichtabstieg.