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Hornets straucheln zum Jahresauftakt

Hornets straucheln zum Jahresauftakt

Der EHC Zweibrücken hat zum Start in das neue Jahr einen Dämpfer in der Regionalliga Südwest kassiert. Beim Tabellenvierten Stuttgarter EC unterlagen die Hornets am Freitagabend mit 6:8 (1:2/4:3/1:3).

Vorne hui, hinten pfui. Die Defensive bleibt auch nach der Weihnachtspause das Sorgenkind des EHC Zweibrücken . Acht Gegentore mussten die Hornets beim Auswärtsspiel in Stuttgart schlucken (wir berichteten), bereits 66 Mal klingelte es in dieser Saison im Zweibrücker Kasten. Im Schnitt rappelt es hinten 4,71-mal pro Partie. "Wir spielen in der Abwehr einfach nicht konzentriert genug. Bis zu den Playoffs bleibt noch viel Arbeit", bemängelte EHC-Trainer Richard Drewniak, der die Fehlerkette ganz vorne in seinem Team ausgemacht hat. "Wenn die Scheibe im Angriff verloren geht, müssen unsere Stürmer schneller zurückkommen. Sonst entstehen jedes Mal Lücken, die von den Gegnern eiskalt ausgenutzt werden."

Weniger Sorgenfalten treibt Drewniak seine Offensivabteilung auf die Stirn. 83 Sekunden waren um, da nutzte Marc Lingenfelser die erste Chance zum 1:0 für die Rosenstädter. Die Freude über die frühe Führung währte allerdings nicht lange. Begünstigt durch einen Fehlpass im eigenen Drittel glichen die Gastgeber drei Minuten später aus, in Überzahl drehte Ron Horwath mit seinem zweiten Treffer das Spiel. Bis zur Drittelpause lief auf Zweibrücker Seite wenig zusammen.

Das änderte sich nach dem Wechsel. Die von Drewniak eingeforderte Laufbereitschaft zahlte sich aus. Nach feinem Zuspiel von Radovan Pastorek setzte sich Topscorer Ben Payne (22.) gegen die Stuttgarter Hintermannschaft durch und netzte zum 2:2 ein. Die Hausherren antworteten prompt und zogen durch Tore von Strieska und Becker auf 4:2 davon, ehe die Hornets wieder an der Reihe waren. Zuerst Tomas Vodicka in doppelter Überzahl, und kurz darauf Maximilian Dörr stellten die Partie auf Null. Die 546 Zuschauer, darunter fast 100 mitgereiste Schlachtenbummler der Hornets, erlebten im zweiten Abschnitt ein ständiges Hin und Her. Die erneute Führung der Rebels durch Willi Gross konterte wiederum Vodicka, der in Unterzahl mustergültig von Payne bedient wurde und den Puck zum 5:5-Pausenstand in die Maschen drosch.

Fest entschlossen, drei Punkte aus der Waldau zu entführen, starteten die Hornets stürmisch ins letzte Drittel und erarbeiteten sich einige gute Möglichkeiten. In der 43. Minute dann die spielentscheidende Szene: Ben Payne, der sich im eigenen Drittel die Scheibe geschnappt hatte, würde auf Höhe der blauen Linie von Eric Strieska, der dafür eine Spieldauerstrafe kassierte, rüde gecheckt und musste benommen vom Eis. Für den Kanadier war die Partie gelaufen. Mit einer Gehirnerschütterung musste er die Nacht in einem Stuttgarter Krankenhaus verbringen. "Wie lange Ben uns fehlen wird, ist noch nicht abzuschätzen. Aber die Situation hat die Mannschaft schon geschockt", sagte Drewniak, der seine Hornets danach trotz fünfminütiger Überzahl "völlig von der Rolle" sah. Unbedrängt leitete EHC-Torhüter Steven Teucke den sechsten Stuttgarter Treffer ein. Ohne Not spielte er den Puck hinter sein Tor, wo allerdings nur ein Gegenspieler lauerte. Das Geschenk nahmen die Rebels gerne an und erzielten das 6:5. Drei Minuten vor dem Ende wurde der EHCZ ausgekontert und Tim Becker erhöhte auf 7:5. Danach warfen die Hornets alles in die Waagschale. Tomas Vodicka gelang trotz Unterzahl der Anschluss und Goalie Steven Teucke räumte seinen Kasten für einen sechsten Feldspieler. Vergebens. Zehn Sekunden vor dem Ende eroberte Willi Gross den Puck und versetzte den Gästen mit seinem Schuss in das verwaiste EHC-Tor den endgültigen Todesstoß.

Zum Thema:

Auf einen BlickEHCZ: Teucke, Hirtz (n.e.) - Brüstle, Essig, B. Hartfelder, Hellmann, Kilthau, Voltz, Walzer, F. Wendland - Dörr, Frenkle, Hähn, Lingenfelser, Machura, Pastorek, Payne, Srnka, Vodicka, Wolf.Tore: 0:1 Lingenfelser (2.), 1:1 Horwath (5.), 2:1 Horwath (7.), 2:2 Payne (22.), 3:2 Strieska (25.), 4:2 Becker (28.), 4:3 Vodicka (32.), 4:4 Dörr (33.), 5:4 Gross (34.), 5:5 Vodicka (37.), 6:5 Sykora (44.), 7:5 Becker (57.), 7:6 Vodicka (57.), 8:6 Gross (60.).Strafzeiten: 19+10+Spieldauer Strieska - 14+10.Zuschauer: 546. maw