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Homburg im Derby wie ausgewechselt

Homburg im Derby wie ausgewechselt

FCH-Trainer Jens Kiefer ärgert sich beim 2:2 gegen Spitzenreiter SV Elversberg über zwei Elfmeterpfiffe, eine Rote Karte und die dadurch verpasste Siegchance. Keeper Niklas Jakusch rettet dem Tabellenelften am Ende das Remis.

Überraschung in der Regionalliga Südwest: Spitzenreiter SV Elversberg kam in seinem Heimspiel gegen den Tabellenelften FC Homburg über ein 2:2 (1:1) nicht hinaus und musste Rang eins an den SV Waldhof Mannheim abgeben. Der Punktgewinn in einem dramatischen Saarderby war für die Grün-Weißen verdient, wie FCH-Trainer Jens Kiefer und auch SVE-Coach Michael Wiesinger erklärten. Der FC Homburg war sogar nah dran, die Partie zu gewinnen.

"Ich bin mir fast sicher, wir hatten die große Chance auf den Sieg - wenn die 65. Minute nicht gewesen wäre", ärgerte sich Kiefer über die Entscheidung von Schiedsrichter Mario Schmidt. Beim Spielstand von 2:1 für die Gäste brachte Maximilian Oesterhelweg einen Eckball in den Strafraum. Marco Kofler köpfte den auf der Torlinie stehenden Außenverteidiger Christian Lensch an. Der Ball prallte auf die Brust des FCH-Spielers. Aber Schiedsrichter Schmidt will ein Handspiel gesehen haben, stellte Lensch vom Platz und den fälligen Handelfmeter nutzte Oesterhelweg mit seinem 13. Saisontreffer zum 2:2. Fassungslosigkeit bei den Homburger Spielern: "Der Schiri stand sechs Meter vor mir. Was er in dieser Szene gesehen haben will, kann ich einfach nicht glauben. Ich hatte ganz klar meine Arme am Körper", erklärte Lensch nach dem Abpfiff. Jens Kiefer sprach von einem "Witz" bei dieser Entscheidung und ärgerte sich zehn Minuten nach dem Ausgleich wieder über den Unparteiischen. Diesmal soll Steven Kröner bei einem Torschuss im Strafraum die Hände im Spiel gehabt haben. Der rechte Arm von Kröner habe aber eng am Körper gelegen - doch auch diesen Handelfmeter bekam die SV Elversberg. Wieder trat Oesterhelweg an. Aber diesmal parierte Homburgs Keeper Niklas Jakusch. Mit seiner Glanzparade in der 85. Minute bei einem Kopfball von Kofler rettete er dem FC Homburg einen verdienten Punkt an der Kaiserlinde.

"Meine Mannschaft hat hervorragend gespielt", freute sich Jens Kiefer dennoch über den Auftritt. Über weite Strecken der Partie habe sie das Risiko nicht gescheut und die hoch verteidigenden Elversberger kamen mit dieser Taktik des FCH, den Spielaufbau schon sehr früh zu stören, nicht so zurecht.

Zu Beginn hatten innerhalb von wenigen Minuten allerdings Kofler (14.) und Julias Perstaller (15.) gute Chancen für die Gastgeber und folgerichtig ging die 1:0-Führung der SVE durch Maximilian Oesterhelweg (16.) in Ordnung. "Wir haben es verpasst, nachzusetzen", ärgerte sich SVE-Trainer Michael Wiesinger. Neuzugang Simon Handle vergab freistehend vor Jakusch (26.) das 2:0. Auf der Gegenseite hätte der FCH durch Génevo Markiet (29.) und Marc Gallego (36.) ausgleichen können. Das 1:1 für den FCH fiel aber doch noch. Nach Vorarbeit von Timo Cecen zirkelte Gallego mit dem Pausenpfiff den Ball ins Elversberger Gehäuse. Als Tim Stegerer einen Freistoß von Timo Cecen 57 Sekunden nach dem Wiederanpfiff zum 2:1 für den FC Homburg einköpfte, hatte das Kiefer-Team die Partie gedreht. Bei einem Konter hatte der überragende Randy Edwini-Bonsu (63.) sogar das 3:1 auf dem Fuß. Zwei Minuten später folgte der für den FCH fatale Pfiff von Schiedsrichter Schmidt. "Diesen Punkt haben wir uns wirklich verdient. Auch spielerisch haben wir den sicherlich starken Elversbergern sehr gut Paroli geboten", betonte Stürmer und FCH-Mannschaftskapitän Kai Hesse. Drei Tage nach der bitteren Heimpleite gegen Eintracht Trier war der FC Homburg in Elversberg nicht wiederzuerkennen. Diesmal stimmte die Leistung über 90 Minuten und Trainer Jens Kiefer dachte schon ans nächste Spiel. "Das Heimspiel gegen die U23 des 1. FC Kaiserslautern am Sonntag sollten wir unbedingt gewinnen."