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Herbert Eder überraschend beim FC Homburg zurückgetreten

Vorsitzender des FC Homburg : Herbert Eder tritt überraschend zurück

Der Vorsitzende des FC Homburg hat sein Amt niedergelegt. Eders Aufgaben werden vorläufig von Geschäftsführer Rafael Kowollik übernommen.

Mit sofortiger Wirkung ist der Vorsitzende des Tabellenvierten der Regionaliga Südwest FC Homburg Herbert Eder am Donnerstag von seiner Position im Verein zurückgetreten. Die Nachricht von Seiten des Vereins kam überraschend und schlug innerhalb des Vereins ein wie eine Bombe.

„Ich habe viele Entscheidungen sowohl beruflicher Art, als auch im Verein zu treffen. In Zeiten der Corona-Pandemie geht meine Familie vor.“ So begründet der Steuerberater seinen Rücktritt. “Ich werde 69 Jahre alt und habe eine Frau, die gesundheitliche Probleme hat. Das macht es auch in der Pandemie immer schwieriger. Ich habe auch eine Verantwortung für meine Familie.“ Um die wolle er sich nun intensiver kümmern.

Mit dem Rücktritt Eders geht eine Ära beim FC Homburg mit Höhen und Tiefen zuende: 1999 hatte der Wirtschaftprüfer und Steuerberater Herbert Eder das Amt des ersten Vorsitzenden von Reinhold Nesselberger übernommen. Er leitete den Verein elf Jahre mit viel Geschick. Im Sommer 2010 trat er von seiner Amt zurück, stand dem Verein aber weiter als Mitglied im Aufsichtsrat zur Verfügung. Im Februar 2013 bat der Aufsichtsrat ihn nach dem Rücktritt der damaligen Vorsitzenden Marina Neu wieder zurück in den Position als erster Vorsitzender. Eder sagte damals „Ich nahm die Position an, weil sich niemand für diese Aufgaben in dieser Position bereit erklärt hatte.“ Es folgten weitere sieben Jahre als Vorsitzender beim saarländischen Traditionsverein. 

So kann Eder auf insgesamt 18 Jahre als Vereinschef zurückblicken. 1999 war der FC Homburg finanziell arg gebeutelt und stieg als Dreizehnter der Regionalliga West zwangsweise wegen fehlender finanziellen Mitteln in die Oberliga ab. Steuerberater Eder rettete den FCH im Konkursverfahren. Bis die Homburger in die Regionalliga zurückkehrten dauerte es jedoch elf Jahre.

Als Eder für seine zweite Amtszeit übernahm war der FCH Regionalligist, stieg jedoch vier Jahre später erneut in die Oberliga ab. Ein Tiefpunkt. Nur dank finanzieller Mittel des Hauptsponsors Dr. Theiss Naturwaren konnte der FCH unter Profibedingungen in der fünfhöchsten Liga weiter spielen. Der Abstieg wurde 2018 postwendend korrigiert.

Eders größter Wunsch (in die Dritte Fußball-Liga aufzusteigen) blieb dem Vorsitzenden und auch in den Fans verwehrt. Von Fanseite wurde Eder zuletzt häufig kritisiert, weil das herausgegebene Ziel jahrelang verfehlt wurde. In der Saisonvorbereitung fanden die Unmutsbekundungen der Fans einen negativen Höhepunkt: zahlreiche Transparente mit „Eder-Raus“-Bekundungen wurden hochgehalten. Die FCH-Anhänger ärgerte der Abgang von Trainer Luginger nach Saarbrücken und dass der FCH erst spät in der Vorbereitung Verstärkungen präsentierte.

In der Gesamtbilanz der Eder-Zeit beim FC Homburg stehen am Ende fünf Saarlandpokalsiege und zwei Aufstiege in die Regionalliga. FCH-Aufsichtsratvorsitzender Dieter Knicker würdigte die Verdienste des lanjährigen Voristzenden Herbert Eder, der stets bei den Spielen hautnah von der Reservebank das Geschehen auf dem Rasen verfolgte, so: „Wir wissen Herberts Eders dienste für seinen FC Homburg zu schätzen. Er war mit viel Engagement über zwei Jahrzehnte das Gesicht des FC Homburg.“ Man habe ihm auf vielen Ebenen viel zu verdanken.

Vorläufig wird erstmal der zweite Vorsitzende des FC Homburg, Rafael Kowollik, die Aufgaben von Herbert Eder übernehmen. So ganz überraschend sei der Rücktritt für ihn nicht gewesen. „Das hat sich schon vor 14 Tagen angedeutet“, sagt Kowollik. Bereits bei den letzten beiden Auswärtsspielen des FC Homburg war Eder nicht mitgereist. Dazu wer Nachfolger Eders beim FCH wird, konnte Kowollik nichts sagen „Das ist die Angelegenheit des Aufsichtsrates.“