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Hauen und Stechen um Playoff-Plätze

Hauen und Stechen um Playoff-Plätze

Nach dem umkämpften Erfolg über die Baden Rhinos Hügelsheim steigen die Chancen von Eishockey-Regionalligist EHC Zweibrücken, die Hauptrunde unter den ersten Vier zu beenden. Trainer Martin Deßloch sieht allerdings noch einen weiten Weg für sein Team.

In der Eishockey-Regionalliga Südwest ist der Kampf um die begehrten vier Playoff-Plätze entbrannt. Sechs Teams sind noch mit in der Verlosung, mittendrin der EHC Zweibrücken . Die Hornets haben nach dem knappen 6:5 (3:1/1:1/2:3)-Heimsieg am Sonntagabend gegen den direkten Verfolger Hügelsheim als Tabellenvierter gute Karten, die Aufstiegsrunde zu erreichen. Auf fünf Punkte ist der Vorsprung auf die Rhinos (29 Punkte) nach jetzt 17 Spieltagen angewachsen.

Bevor gejubelt werden durfte, lag ein hartes Stück Arbeit für das Team von Martin Deßloch, der sein Heimdebüt als Hornets-Trainer gab. Bis zur Schlusssirene stand das Spiel auf des Messers Schneide. "In den letzten Minuten ist mir zeitweise fast das Herz stehen geblieben. Da sind wir ganz schön in die Bredouille geraten", war Deßloch die Anspannung hinterher deutlich anzumerken.

Im Eröffnungsdrittel war von Nervosität auf Zweibrücker Seite nur wenig zu spüren. Im Stile einer Spitzenmannschaft ließen die Hornets hinten wenig zu und bestraften Hügelsheimer Fehler rigoros. Beim 1:0 durch Bernd Hartfelder (8.) war allerdings auch eine Portion Glück im Spiel. Sein Schlagschuss wurde unhaltbar für Sebastian Trenholm im Kasten der Rhinos abgefälscht. Dann folgten zwei Kontertore aus dem Lehrbuch. Mit einem doppelten Doppelpass spielten Vorlagengeber Tomas Vodicka und Torschütze Ryan McDonald (12.) in Unterzahl die Gäste schwindelig. Kurz darauf hebelte der US-Amerikaner mit einem Pass aus dem eigenen Drittel auf Lukas Srnka (16.) die komplette Hügelsheimer Abwehr aus. Die Offensivreihe mit Vodicka, Srnka und McDonald verdiente sich an diesem Abend ein Sonderlob ihres Trainers. Für Gästecoach Pavol Jancovic war Durchgang Nummer eins der Knackpunkt in der Partie: "Die ersten drei Tore haben wir durch individuelle Fehler hergeschenkt - und jeder weiß, wie schwierig es ist, in dieser hitzigen Atmosphäre in Zweibrücken einen Rückstand aufzuholen." Das sollte sich auch diesmal bewahrheiten. Jedes Mal wenn die Rhinos durch ihren Topscorer Mathieu Fleury (20./25./44.) zurück ins Spiel fanden, ließ die Antwort der Hausherren nicht lange auf sich warten. Zwölf Minuten vor dem Ende sahen die Hornets eigentlich wie der sichere Sieger aus. Als eine Strafe gegen Hügelsheim angezeigt war, zog Marc Lingenfelser von der blauen Linie. Sein Schuss prallte vom Hintertornetz zurück aufs Eis und vor die Kufen von Ryan McDonald, der den Puck nur noch zum 6:3 einschieben musste. Für die Gäste war der Gegentreffer allerdings eine Art Weckruf. Plötzlich nahmen die Rhinos das Heft in die Hand. Adrian Kolar sorgte per Rückhandschlenzer (50.) für das 4:6. Als vier Minuten später EHC-Torhüter Marcel Kappes die Scheibe nur nach vorne abklatschen konnte und Matthias Brahmer zum Anschluss abstaubte, witterte Hügelsheim noch einmal Morgenluft. In der Schlussphase gelang es den Hornets kaum noch, sich aus dem eigenen Drittel zu befreien. Angriff auf Angriff rollte auf das EHC-Tor zu. 30 Sekunden vor dem Ende setzte Jancovic alles auf eine Karte: In Überzahl nahm er Torwart Trenholm vom Eis und brachte einen sechsten Feldspieler. Ohne Erfolg. Mit Mann und Maus verteidigten die Hornets ihre knappe Führung über die Zeit. Als die Uhr abgelaufen war, rissen die Zweibrücker Spieler erleichtert ihre Arme in die Luft und ließen sich anschließend auf einer Ehrenrunde von ihren Fans in der Ice-Arena feiern.

Deßloch trat allerdings direkt auf die Euphoriebremse. "Das Polster sieht auf den ersten Blick beruhigend aus, aber es sind noch sieben Partien", warnte der 40-Jährige. Am kommenden Samstag, 17 Uhr, haben die Hornets eine vermeintlich leichte Aufgabe vor der Brust. Bei Schlusslicht Ravensburg sind drei Punkte Pflicht. Dann könnten mit Tomas Vodicka, Adam Klein und Ryan McDonald erstmals alle drei Kontingentspieler gemeinsam auf dem Eis stehen. "Wir sind zuversichtlich, dass Tomas in dieser Woche seinen deutschen Pass bekommt", erklärte der sportliche Leiter des EHCZ, Hansgeorg Hähn.