Harter Kampf um Ligaverbleib

Erfolgserlebnisse vergehen im Sport häufig nur all zu schnell. Das bekommen derzeit nicht nur Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach und deren vergangene Saison so hoch gejubelter Ex-Trainer Lucien Favre zu spüren, sondern zu dem noch frühen Zeitpunkt der neuen Runde auch die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken.

Anders als Favre in Gladbach sitzt der Zweibrücker Handball-Trainer Stefan Bullacher in seiner 21. Saison bei den Löwen zu recht ganz fest im Sattel. Die Glücksgefühle nach dem Wiederaufstieg in die dritthöchste Handball-Liga Deutschlands vor der vergangenen Runde sowie dem Klassenverbleib mit dem überragenden siebten Platz in der Weststaffel - und damit dem besten Ergebnis in der Vereinsgeschichte - dürften sich mittlerweile aber verflüchtigt haben. Der Start in die neue Spielzeit in der Südstaffel, in die der SV 64 für diese Runde vom Verband eingeteilt wurde, ist mit drei Niederlagen aus vier Spielen sehr holprig verlaufen.

Viele Faktoren spielen dabei eine Rolle: Die große Verletzungsmisere, die sich nach dem Beginn in der Rückrunde bereits wie ein roter Faden durch die gesamte Vorbereitung gezogen hat, zudem Abgänge wie Jerome Müller, der adäquat für die Zweibrücker nicht zu ersetzen ist. Hinzu gesellt sich zudem wie in den Spielen gegen Pforzheim die fehlende Kaltschnäuzigkeit für die Big Points oder das Wurfpech beim Aufsteiger in Backnang, als ebenfalls mehr drin gewesen wäre bei der 31:33-Niederlage.

Doch von dem Frust, gerade nach dem verschenkten Punkt in Backnang, darf sich die junge Truppe nicht unterkriegen lassen. Niemand darf vergessen, dass der siebte Platz in der vergangenen Runde eine unerwartete Erfolgsgeschichte war. Dem Verein ist bewusst, dass es in diesem Jahr einzig um den Ligaverbleib in der 3. Handball-Liga Süd geht. Diesen zu schaffen, wird ein harter Kampf. Das ist bereits nach vier Spieltagen klar. Zumal die Südstaffel mit ihren zahlreichen Erstliga-Reserveteams und ehemaligen Zweitligisten als stärker einzuschätzen ist, als die Weststaffel, aus der die Zweibrücker kommen.

Die Saison ist noch jung. Verzagen ist daher noch lange nicht angesagt. Die Hoffnung, die Serie von Erfolgserlebnissen mit dem erneuten Klassenverbleib ausbauen zu können, noch voll am leben.