Handballkrimi mit gutem Ausgang

Die VTZ Saarpfalz bleibt in der Oberliga an Spitzenreiter Haßloch dran. Im Verfolgerduell gegen Merzig-Hilbringen feierten die Zweibrücker zum Rückrundenauftakt am Freitagabend einen 27:26- (15:11)-Zittersieg.

Zu einem kurzen Siegertanz reichte die Kraft bei den Handballern der VTZ Saarpfalz noch. "Das war eine große kämpferische Einstellung. Das war am Ende nur noch Wille", lobte Trainer Mirko Schwarz seine Mannschaft. Die Spieler der HSV Merzig /Hilbringen trotteten enttäuscht zur Mannschaftsbank. "Das ist schon ärgerlich, wenn man zwei Minuten vor Schluss noch mit zwei Toren führt und dann noch verliert", meinte Gästetrainer Marcus Somowski.

In der Tat: Als Norbert Petö unter dem lautstarken Jubel der eigenen Fans in der 58. Minute das 26:24 für Merzig erzielte, glaubte keiner der rund 150 Zuschauer in der Westpfalzhalle mehr an einen Zweibrücker Sieg. Auch der Anschlusstreffer durch einen Siebenmeter von Maurice Kaufeld ließ noch keine Hoffnung aufkommen. Als aber dann Martin Mokris einen Pass der Merziger abfing und anschließend Kaufeld erneut einen Siebenmeter verwandelte, machten sich die Zweibrücker Zuschauer wieder lautstark bemerkbar.

Der Krimi ging dann weiter: VTZ-Torhüter Peter Pcola, der schon zuvor über ein Dutzend Würfe abgewehrt hatte, fing einen weiteren Ball. Sein weiter Abwurf erreichte den nach vorne geeilten Max Olbrich, der 50 Sekunden vor Schluss die Nerven behielt und den Siegtreffer zum 27:26 (15:11) erzielte. Die Gäste nahmen noch einmal Auszeit. Beide Trainer stimmten ihre Mannschaft auf die letzten 30 Sekunden ein. Mit dabei der verletzte VTZ-Spielführer Philip Wiese, der seine Kollegen lautstark anfeuerte. Dann leistete sich der Merziger Mittelspieler Thomas Kochann und die VTZ brachten die letzten zehn Sekunden über die Zeit.

"Ein großes Kompliment an die Mannschaft, dass sie das Spiel noch einmal gedreht hat. Wir haben mit Kampf gewonnen", sagte der erleichterte Mirko Schwarz. Denn die VTZ leistete sich zahlreiche technische Fehler. Sonst hätten die Gastgeber schon in der ersten Halbzeit noch höher führen können. Denn die Abwehr funktionierte. Den Gästen fiel wenig ein, um die Abwehr auszuspielen. Und dann stand noch ein überragender Pcola im VTZ-Tor. Nach einer Viertelstunde setzten sich die VTZ mit drei Toren ab.

Diese Führung hielt bis zur 45 Minute. Dann merkte man, dass die Kräfte bei den Gastgebern nachließen. "Die Abwehr war nicht mehr so schnell auf den Beinen", sagte Schwarz. Und so schafften die Gäste in der 48. Minute beim 21:21 erstmals wieder nach dem 2:2 den Ausgleich.

In der Phase versuchten es die VTZ zu häufig mit Einzelaktionen. Kochann brachte Merzig in der 52. Minute erstmals in Führung, die bis zur 59. Minute hielt. Merzigs Trainer war mit der zweiten Hälfte zufrieden: "Wir haben einen Aufstiegsfavoriten fast besiegt. Wenn mir das jemand vor der Runde gesagt hätte, hätte ich es nicht geglaubt." Für VTZ-Trainer Schwarz war der Sieg "sehr gut für die Moral".

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Auf einen BlickVTZ: Pcola, Pesic im Tor - Kiefer (7/2), Mokris (5), Ulbrich (4), Galla (3), Mazar (3), Biehl (2), Kaufeld (2/2), Stauch (1), Rauch, Trifanovs, Felix Wiese. Siebenmeter: 4/4 - 4/5. Zeitstrafen: 2:4 min. sf