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Handballer vom TV Homburg wollen sich für Aufstiegsspiele rüsten

Handball-Oberliga : „Haben strengeres Hygienekonzept als die Fußball-Regionalliga“

Die Oberliga-Handballer vom TV Homburg müssten sich eigentlich längst auf ihre Aufstiegsspiele gegen Budenheim vorbereiten. Angesichts geschlossener Hallen ist das aber schwierig – nun gibt es zumindest einen Hoffnungsschimmer. Derweil steht Trainer Schwarz offenbar kurz vor seiner Vertragsverlängerung.

Während den Fußballern des FC Homburg seit über zehn Jahren der Sprung in Liga drei verwehrt bleibt, könnte den Handballern des TV Homburg der Gang in die dritthöchste deutsche Spielklasse bereits ein Jahr nach ihrem Aufstieg aus der Saarlandliga in die Oberliga gelingen. Obwohl Aufsteiger Homburg dort wegen der vorzeitigen Annullierung der Runde kein einziges Spiel bestritten hat, ist die dritte Liga zum Greifen nah.

Das erste Hindernis für die Saarpfälzer sind die Sportfreunde Budenheim. Gegen den Club aus dem Mainzer Stadtteil, der neben Homburg als einziger Oberligist Interesse an einem Aufstieg bekundet hat (wir berichteten), wird der TVH voraussichtlich im Mai zwei Spiele um den Aufstieg bestreiten.

Das zweite Hindernis ist, dass sich die Homburger derzeit weder gezielt auf die Partien vorbereiten können, noch wissen, wo in der Universitätsstadt das Spiel gegen die Sportfreunde überhaupt ausgetragen werden kann. Denn anders als in der vierten Fußballliga – der Regionalliga – in der der Spiel- und Trainingsbetrieb seit Monaten wieder angelaufen ist, wird die viertklassige Handball-Oberliga nicht als Profiklasse eingestuft. Training in einer großen Gruppe mit Kontakt ist auch nach dem Bund-und-Länder-Gipfel am 3. März untersagt. Und alle kreiseigenen Hallen – darunter fällt die bisherige Spiel- und Trainingsstätte Robert-Bosch-Halle – sowie die Sporthallen der Stadt Homburg, darunter das Erbacher-Sportzentrum, sind derzeit gesperrt. Michael Kuhlgatz vom Sportamt Homburg sagte vor dem Bund-Länder-Treffen am letzten Mittwoch: „Weder die Stadt noch der Kreis können Vereinen die Hallennutzung für den Trainingsbetrieb erlauben. Das verbieten allein die Anordnungen der Bundesregierung und auch der Landesregierung“.

Dies könnte sich nun ändern. Denn grundsätzlich gilt: Wird in einem Land oder einer Region eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern erreicht, kann das jeweilige Bundesland Lockerungen vornehmen. Seit dem heutigen Montag wäre in diesem Fall kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen von maximal zehn Personen im Außenbereich wieder erlaubt. Verschlechtern sich die Inzidenzzahlen dann über zwei Wochen nicht, kann laut Beschluss der Bundesregierung auch „kontaktfreier Sport im Innenbereich“ erlaubt werden.

Im Saarpfalzkreis lag die Inzidenz am Sonntag bei 48,7, also knapp unter der Vorgabe der Regierung. Bleibt die Lage stabil, wäre es also zumindest auf dem Papier möglich, dass die Hallen am 22. März wieder öffnen und der TVH – wenn auch nur „kontaktfrei“ – trainieren könnte.

Darauf hofft TVH-Trainer Mirko Schwarz. Denn die Zeit rinnt. „Nach so einer langen Pause sollte vor den Aufstiegsspielen die Chance bestehen, sich für sechs Wochen vorzubereiten. Mindestens vier. Weniger macht keinen Sinn“, sagt Schwarz, der das letzte Pflichtspiel mit seiner Mannschaft vor über einem Jahr, im Februar 2020, gegen den TV Niederwürzbach bestritten hat.

Eine Vorlaufzeit von sechs Wochen würde aber im Hinblick auf die noch nicht final terminierten Aufstiegsspiele selbst im Falle der frühest möglichen Hallenöffnung knapp – sofern die Partien tatsächlich im Mai über die Bühne gehen sollen. Und weitere Fragen bleiben: Was, wenn die Inzidenz im Saarland und Rheinland-Pfalz so verläuft, dass eine der beiden Mannschaften bereits in der Halle trainieren darf, während die andere zum Warten verdammt ist? Oder eines der Teams sein Heimspiel nicht zu Hause austragen darf, weil der Träger der Halle sein Veto einlegt? Die Gefahr, dass einer der beiden Vereine mit einem Wettbewerbsnachteil in die alles entscheidenden Aufstiegsspiele geht, ist groß.

„Personell und finanziell wären wir für die dritte Liga vorbereitet“, sagt Jörg Ecker, der Abteilungsleiter Handball beim TV Homburg. Für den Fall, dass die Hallen im Kreis oder in der Stadt tatsächlich bald ihre Pforten öffnen dürfen, möchte er nichts dem Zufall überlassen. „Wir haben ein strengeres Hygienekonzept als die Fußball-Regionalliga“, verspricht er. Während bei den Fußballern ein Corona-Schnelltest 24 Stunden vor jeder Partie für Trainer und Spieler Pflicht sind, will man die Tests beim TVH sogar vor jedem Training durchführen.

Aktuell halten sich die Homburger mit individuellen Trainingsplänen von Trainer Schwarz fit. „Wir brennen darauf, wieder unseren Sport nachgehen zu dürfen“, sagt er. Egal, in welcher Liga der TVH nächste Saison antritt – Schwarz wird voraussichtlich weiter an der Seitenlinie stehen. „Das eine oder andere kleine Detail“, gebe es im Hinblick auf seine Vertragsverlängerung noch zu klären. „Aber wir sind uns grundsätzlich einig“.

 TVH-Trainer Mirko Schwarz, der seinen Vertrag wohl verlängern wird, zeigt es an: Richtung Dritte Handball-Liga soll es gehen. Die Vorbereitung auf die Aufstiegsspiele gegen die Sportfreunde Budenheim ist aber knifflig.
TVH-Trainer Mirko Schwarz, der seinen Vertrag wohl verlängern wird, zeigt es an: Richtung Dritte Handball-Liga soll es gehen. Die Vorbereitung auf die Aufstiegsspiele gegen die Sportfreunde Budenheim ist aber knifflig. Foto: Markus Hagen

Auch der Kader wird in weiten Teilen – eventuell sogar komplett – zusammenbleiben. 14 von 16 Spielern haben ihren Vertrag für die nächste Saison für beide möglichen Spielklassen verlängert. Mit Jonas Guther von den HF Illtal wurde auch der erste Neuzugang vorgestellt. Er ist für die Spiele gegen Budenheim bereits spielberechtigt.