3. Handball-Liga Süd-West Das wachsende Selbstvertrauen nutzen

Homburg · Der TV Homburg ist durch den klaren 41:29-Heimerfolg gegen den direkten Konkurrenten TV Aldekerk von den Abstiegsrängen der 3. Handball-Liga geklettert. Trainer Steffen Ecker hofft, die gute Leistung nun auch auswärts aufs Feld bringen zu können.

Robin Egelhof (rot) markiert einen seiner sechs Treffer für Homburg beim Heimsieg über Schlusslicht Aldekerk.

Robin Egelhof (rot) markiert einen seiner sechs Treffer für Homburg beim Heimsieg über Schlusslicht Aldekerk.

Foto: Markus Hagen

Ein wahres Torfestival haben die gut 400 Zuschauer am Samstagabend in der Robert-Bosch-Sporthalle geboten bekommen. Und der Jubel bei den Handballern des TV Homburg war groß nach dem fulminanten 41:29 (20:12)-Heimsieg im Kellerduell gegen das Schlusslicht der 3. Liga Süd-West TV Aldekerk. Durch den vierten Heimsieg in Folge verließ der Aufsteiger erstmals in dieser Saison die Abstiegsränge. Der TV Homburg liegt mit nun 12:28 Zählern als 13. auf dem viertletzten Tabellenrang. Das Team von Steffen Ecker ist punktgleich mit dem vor ihm liegenden Team Interaktiv Düsseldorf-Ratingen, bei einer Partie weniger hat auch der Ligaelften Friesenheim/Hochdorf II bislang zwölf Punkte gesammelt.

„Das war eine souveräne Angelegenheit und eine großartige Leistung von uns – von der ersten Minute an“, ist Ecker die Erleichterung über den Sieg gegen den nächsten direkten Konkurrenten deutlich anzuhören. Sein Team habe gleich gute Lösungen gegen das Angriffsspiel des TV Aldekerk gefunden, der stetig mit sieben Feldspielern in der Offensive aufgetaucht war. „Unsere Defensivarbeit war überragend und bei 41 Treffern haben wir auch in der Offensive eine tolle Leistung gezeigt“, erklärt der TVH-Coach weiter: „Da gab es überhaupt nichts zu kritisieren. Die 60 Minuten waren überragend.“

Der TV Homburg überraschte die Gäste nicht nur mit der starken Abwehrleistung, sondern auch immer wieder im Angriff, wo die Hausherren konsequent ihre Möglichkeiten nutzten. Nach acht Minuten hatte Joel Ribeiro zum 7:3 schon zu einem beruhigenden Vorsprung eingeworfen. Miljan Bunjevcevic und Peter Gohl, mit sechs Treffern seine beste Ausbeute der Saison, erhöhten auf 9:3 (10.). Dem TV Aldekerk war frühzeitig der Zahn gezogen. Immer wieder scheiterten die Gäste entweder an der Deckung des TVH oder an den TVH-Keepern Benedikt Berz und Henning Huber. Zudem hatte der TV Homburg noch eine Überraschung parat: Top-Torjäger Yves Kunkel, der mit einer Sehnenverletzung im Daumen der rechten Wurfhand gehandicapt ist, tauchte ab der 20. Minute auf dem Feld auf. „Er hat sich seinen Einsatz zugetraut“, erklärt Steffen Ecker. Und trotz Verletzung war Kunkel Dreh- und Angelpunkt. Er verteilte Bälle, warf selbst und war mit neun Toren einmal mehr der beste Schütze des Abends. Die Gastgeber lagen mit 13:8 vorne, als Kunkel erstmals in Erscheinung trat. Gleich mit seiner ersten Aktion versenkte der 29-Jährige den Ball im Kasten. Der TV Homburg ließ sich nicht bremsen und baute bis zur Pause seinen Vorsprung auf ein kaum mehr einholbares 20:12 aus.

Konzentriert spielte der Aufsteiger auch die zweite Hälfte durch. Aldekerk versuchte zwar, den TVH nun durch eine vorgezogene Deckung am Torewerfen zu hindern, doch die Saarländer fanden die Lücken, spielten sich mehrfach frei und lagen durch den sechsfachen Torschützen Robin Egelhof mit 25:14 sogar zweistellig in Führung. Kaum fünf Minuten waren zu diesem Zeitpunkt in Hälfte zwei gespielt.

Miljan Bunjevcevic langte dann bei einem Gästeangriff (37.) etwas zu hart zu, sah dafür die Rote Karte, die in der ersten Halbzeit auch Aldekerks Jonas Mumme nach groben Foulspiels bereits gesehen hatte. An dem klaren Heimerfolg sollte dies allerdings nichts mehr ändern. Der Vorsprung des TV Homburg blieb bis zur Schlusssirene stabil. Das Schlusslicht vergab klarste Einwurfgelegenheiten und in der Abwehr ließ der TVA immer mehr nach. Die beiden Torhüter Joscha Schoemackers und Paul Kreutmann hielten so gut wie keine Bälle mehr. So feierte der TV Homburg mit dem 41:29 den höchsten Saisonsieg – und kann zuversichtlich den weiteren Kampf um den Drittligaverbleib bestreiten.

„Nach dem Sieg über Dansenberg war das wieder ein sehr wichtiger Erfolg gegen einen unmittelbaren Mitkontrahenten“, freute sich Yves Kunkel nicht nur über seine Leistung. Trotz verletzter Wurfhand sei sein Einsatz kein Risiko gewesen, wenn er auch nicht schmerzfrei in das Spiel gegangen sei. „Man muss halt auf die Zähne beißen und sich da durchkämpfen“, meinte der Homburger Torjäger. „Es war eine super Leistung von uns. Wir können stolz auf dieses Ergebnis sein.“

Trainer Steffen Ecker dachte schon etwas weiter und warf einen Blick auf die kommenden Wochen. „Zu Hause holen wir jetzt die Punkte, die wir für den Klassenerhalt unbedingt brauchen. Aber ich denke, dass wir auch auswärts was brauchen.“ Sein Team sollte es schaffen, den einen oder anderen Punkt aus fremder Halle mitzunehmen. Bisher gab es für die Saarländer nur einen Auswärtssieg beim TuS Dansenberg. „Das Selbstvertrauen der Mannschaft wird immer größer. Ich hoffe, dass wir das jetzt auch auswärts mal so rüberbringen können“, sagte Steffen Ecker.

Am kommenden Samstag besteht für den Aufsteiger durchaus die Chance, bei den angeschlagenen Bergischen Panthern ab 18 Uhr in Burscheid den zweiten Erfolg in fremder Halle zu landen. Von den letzten sechs Partien verloren die Panther fünf. Mit einem weiteren Sieg hätte der TV Homburg sogar Platz zehn in Reichweite.

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