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Handball-Oberliga: VT Zweibrücken verstärkt sich mit Loic Laurent.

VTZ-Neuzugang Loic Laurent : Schon mit Weltmeistern das Parkett geteilt

Der Franzose Loic Laurent verstärkt die VT Zweibrücken in der Rückrunde.

Mit der Verpflichtung von Loic Laurent ist dem Handball-Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz ein kleiner Transfercoup gelungen. Der 27-jährige Franzose, der zuvor für den Drittligisten TuS Dansenberg auflief, war im Winter frei geworden. Gegen Mülheim gab der Spielmacher bereits sein Debüt im VTZ-Trikot (wir berichteten).

In einer sehr prekären Lage verpflichtete Dansenberg im Januar 2018 den Franzosen. Der TuS lief in seiner ersten Saison in der 3. Liga Gefahr, direkt wieder abzusteigen. Doch mit der Verpflichtung von Laurent wendete sich das Blatt. Die Pfälzer gewannen ein Spiel nach dem anderen und Loic Laurent glänzte dabei als Spielgestalter. Am Klassenverbleib hatte er großen Anteil. Danach lief es für ihn aber nicht mehr rund. Immer wieder warfen ihn Verletzungen nach hinten, sodass sich im Oktober die Wege trennten.

Das brachte die Zweibrücker ins Spiel, die ihn zunächst gar nicht auf der Rechnung hatten. „Der erste Kontakt entstand durch Robin von Lauppert, der einer meiner besten Freunde in Deutschland ist. Er hat mir damals bei meiner Ankunft sehr geholfen“, erklärt Laurent. Die Verantwortlichen der VTZ ließen sich nicht lange bitten und luden ihn zu einem Gespräch nach Zweibrücken ein. „Ich habe sofort verstanden, dass ich ihnen vertrauen kann. Die zwischenmenschliche Beziehung ist für mich das Wichtigste“, sagt Laurent über seinen neuen Arbeitgeber. „Das Team hat mich sofort integriert. Ich muss sagen, dass ich angenehm überrascht war, denn in der Umkleidekabine herrscht eine wirkliche gute Atmosphäre. Das passt so gar nicht zu dem Bild, das von außen vermittelt wurde“, erklärt der 27-Jährige. Auch von seinen beiden neuen Trainern schwärmt er in höchsten Tönen: „Bei ihnen hatte ich gleich ein gutes Gefühl. Sie übertragen ihre Leidenschaft auf die Spieler. Es ist sehr interessant und ich komme mit einem Lächeln zum Training, weil sie es auch machen.“

In seinen jungen Jahren spielte Laurent beim französischen Top-Team Chambery Savoie in der ersten Liga sowie in der Champions League. Seine damaligen Mitspieler waren neben dem ehemaligen französischen Nationaltorhüter Cyril Dumoulin, auch noch die drei Gille-Brüder. Handballkennern ist der Name Gille kein unbekannter. Gerade Bertrand und Guillaume standen zu ihrer Zeit für absoluten Top-Handball. So gewannen sie in Deutschland mit dem HSV Handball neben der Meisterschaft auch den Pokal. Im Trikot der Nationalmannschaft waren die Brüder noch erfolgreicher und hatten großen Anteil an den erfolgreichsten Jahren der Franzosen. Die Titel Europameister, Weltmeister und Olympiasieger schmücken ihre lange Trophäensammlung. Guillaume Gille, der seine aktive Laufbahn beendet hat, ist seit Februar alleiniger Coach der französischen Nationalmannschaft. „Er ist wirklich ein super Mann“, sagt Laurent.

Mit Zweibrücken hat er sich auf einen Vertrag für die Rückrunde geeinigt. Der trickreiche Mittelmann gibt als persönliches Ziel das „Wiedergewinnen der Freude am Handball“ aus. „Ich möchte ein Maximum an positiver Energie in die Gruppe bringen. Sie hatte einen schwierige Phase, aber in den letzten Spielen scheint es viel besser zu laufen“, sagt der Rückraumspieler.

„Seine Stärken hat er vor allem Spielaufbau, ist aber zudem auch sehr torgefährlich. Er ist ein sehr kompletter Spieler, von dem wir uns erwarten, dass er uns in Angriff wie in der Abwehr nach vorne bringt“, freut sich VTZ-Coach Philip Wiese. „Natürlich braucht das alles noch etwas Zeit, aber die Integration verläuft bislang völlig reibungslos.“

Wie es um die Liaison zwischen dem Franzosen und den Rosenstädtern über diese Runde hinaus bestellt ist, steht noch in den Sternen. „Für die nächste Saison habe ich noch keine Entscheidung getroffen. Ich habe dem Verein aber erklärt, dass ich Kontakte zu anderen Vereinen habe. Für mich war es aber zu diesem Zeitpunkt unmöglich, mich einen anderen Verein anzuschließen als der VTZ, denn sie war der erste Verein, der mir die Hand gereicht hat. Dafür muss ich die nächsten vier Monate alles geben“, zeigt sich Laurent angetan von den Bemühungen der Saarpfälzer. Wie es weiter geht, wird auch davon abhängen, wie sich seine berufliche Weiterentwicklung mit dem Handballsport vereinbaren lässt. Derzeit wohnt er noch in Dansenberg und besucht eine Physiotherapieschule. Sein beruflicher Werdegang habe für ihn eine sehr entscheidende Rolle habe, betonte Loic Laurent.