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Handball-Oberliga: VT Zweibrücken mit Remis gegen Offenbach

Handball-Oberliga : Starker Kraucevicius, schwache Trefferquote

Handball-Oberliga: Zum Hinrundenabschluss trennt sich die VT Zweibrücken im Heimspiel 28:28 vom TV Offenbach.

Die Handballer der VTZ teilen sich nach einer umkämpften und spannenden Partie die Punkte mit dem TV Offenbach. Beim 28:28 (15:14) liegen die Zweibrücker nahezu über die komplette Spielzeit vorne und können dennoch glücklich sein mit dem einen Punkt. In den letzten Minuten hatten beide Mannschaften die Chance, die Partie für sich zu entscheiden. Bester Werfer war Tomas Kraucevicius mit elf Treffern. Der Litauer zeigte in Angriff wie Abwehr eine seiner besten Saisonleistungen.

„Ich glaube für die Zuschauer war das ein sehr gutes und spannendes Spiel, das viel geboten hat“, erklärte VTZ-Trainer Danijel Grgic. „Wir haben aber eine zu schlechte Trefferquote gehabt und können am Ende froh sein, nicht verloren zu haben. Mehr, als das, was meine Mannschaft heute gezeigt hat, kann ich im Moment nicht verlangen. Die Grundtugenden wie Einsatz, Kampf und Leidenschaft waren vorhanden“, zeigte sich der scheidende Coach nicht unzufrieden mit dem Auftritt. Vor allem der erfahrene Rückraumspieler Tomas Kraucevicius verdiente sich nach der Partie ein Sonderlob. „Tomas hat, nach seinem Tief über die letzten Wochen, richtig gut gespielt“, sagte Grgic. Kraucevicius war nicht nur wegen seiner elf Tore und seiner Präsenz im Angriff so wichtig für die Rosenstädter, auch in der Abwehr zeigte er eine gute Vorstellung. Während seine Tendenz klar nach oben zeigt, konnte Kpitän Tom Paetow noch nicht überzeugen. Er übernimmt stets Verantwortung und zeigt sich in Angriff wie Abwehr sehr engagiert und kämpferisch, doch die Leichtigkeit ist seinem Spiel abhandengekommen, was auch Grgic anspricht. „Tom läuft schon seit Wochen seiner Form hinterher. Seine Effektivität lässt im Moment zu wünschen übrig“, sagt Grgic. Dass es Paetow noch bedeutend besser kann, stehe außer Frage.

Nachdem den Saarpfälzern in der Vorwoche nur eine Rumpftruppe zur Verfügung stand, schien sich die Personalsituation vor dem Spiel gegen Offenbach etwas zu entspannen. Doch dies war nur bedingt richtig, wie Grgic klar stellte. „Robin Schweitzer war aufgrund einer Adduktorenverletzung eigentlich nicht einsatzfähig, genauso wenig wie Patrick Bach, der die ganze Woche wegen Krankheit nicht trainiert hat.“ Damit der Gegner die mangelnden Wechselmöglichkeiten nicht direkt realisiert, haben sich beide auf die Bank gesetzt. Da Erik Zilincik gänzlich passen musste, war Grgic gezwungen, am Kreis zu reagieren. Er beorderte Rückraumspieler Dominik Rifel auf diese Position. Von Beginn an merkte man, dass es eine knappe Kiste werden würde. Die Führung wechselt immer wieder. Gerade zu Beginn hatte die VTZ in der Abwehr große Probleme und konnte sich bei Goalie Alexander Dörr, der den Vorzug vor Yannic Klöckner bekam, bedanken, dass die Partie eng blieb. Grgic stellte im Laufe der ersten 30 Minuten von einer 5:1-Deckung auf eine offensivere 4:2-Deckung um, um so das Laufspiel der Gäste und die Kreise der beiden Halb-Rückraumspieler einzuengen. Das gelang auch ganz gut, jedoch leistete sich die VTZ dann einfache Fehler im Angriff. „Wir wollten mit dieser Umstellung mehr Ballgewinne produzieren und uns mit einfachen Toren Sicherheit holen. Leider war unsere Trefferquote schlecht“, erklärte Grgic. Insgesamt sammelte seine Mannschaft 20 Fehlwürfe und elf technische Fehler. Zur ganzen Geschichte gehört aber auch, dass die Gäste mit Norman Dentzer einen Torhüter zwischen den Pfosten hatten, der immer wieder gute Möglichkeiten der Hausherren entschärfte. Nach dem zwischenzeitlichen 5:3 (9.) für die Gastgeber, drehten die Gäste die Partie und führten 8:7 (19.). Zur Pause lagen die Zweibrücker beim 15:14 wieder knapp vorne.

Den besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Gastgeber, auch weil Rückraumshooter Tom Paetow mit drei Treffern endlich seinen Qualitäten zeigte. TVO-Coach Michael Übel reagierte und nahm beim Stand von 17:21 in der 40. Minute eine Auszeit. Geholfen hat sie zunächst nichts, denn die Zweibrücker ließen nicht locker und bauten ihren Vorsprung weiter aus (24:19, 47.). Dann aber bewies Übel ein glückliches Händchen bei der Einwechslung von Maximilian Daum. Der Linkshänder im rechten Rückraum sorgte in der Abwehr für zusätzliche Stabilität und drückte auch im Angriff dem Spiel seinen Stempel auf. Tor um Tor holten die Gäste auf und konnten nach einem Treffer des guten Lukas Klein den 26:26-Ausgleich (56.) bejubeln. Nur ein Minute später hatte der TV Offenbach das Spiel gedreht und ging nach einem Treffer von Tino Gläßgen in Führung. Der starke Kraucevicius glich für die Saarpfälzer aus. Nach einem verwandelten Siebenmeter von TVO-Spieler Lukas Klein führten die Gäste erneut, doch Paetow hatte wenig später die passende Antwort parat (28:28, 57.). In den verbliebenen drei Minuten schaffte es keine der beiden Mannschaften, den entscheidenden Treffer zu landen. So blieb es bei einem leistungsgerechten Unentschieden.

Zum Abschluss der Hinrunde belegen die Saarpfälzer den siebten Rang, der sicherlich nicht ihren Maßstäben entspricht, aber in Anbetracht der schwierigen Situation nicht verwundert. Bereits nächste Woche geht es mit der Rückrunde weiter. Die VTZ ist im letzten Spiel des Jahres beim Vorletzten der Oberliga-RPS, der HSG Eckbachtal, zu Gast.