Handball-Oberliga RPS TV Homburg entkommt „böser Überraschung“ knapp

Kastellaun · Handball-Oberliga: Glücklicher 32:31-Auswärtssieg bei Schlusslicht HSG Kastellaun/Simmern.

 Die Homburger um David Szulagyi (links) blieben in Kastellaun unter ihren Möglichkeiten.

Die Homburger um David Szulagyi (links) blieben in Kastellaun unter ihren Möglichkeiten.

Foto: Hagen/Markus Hagen

Das war kein Spiel für schwache Nerven. Trotz des knappen 32:31 (16:13)-Auswärtssieges bei Schlusslicht HSG Kastellaun/Simmern herrschte beim Handball-Oberligisten TV Homburg keine Feierstimmung. Zu schwach präsentierte sich der mit hohen Ambitionen angereiste Tabellenzweite. „Das fing schon in den ersten Minuten an. Da warfen wir einige Tore mit Drehern und Hebern – und dann dachten wir, so leicht und locker geht es weiter“, war Trainer Steffen Ecker bedient. Körpersprache und Spannung hätten gefehlt. In den Köpfen hätten die Spieler die Partie womöglich schon vorher abgehakt.

Doch so leicht machte es die HSG den Gästen nicht. „Wenn man mit solch einer Einstellung diese 60 Minuten bestreitet, hätten wir uns nicht wundern brauchen, wenn wir mit einer bösen Überraschung die Heimreise hätten antreten müssen.“

Zunächst ließ sich die Partie für die Homburger, die coronabedingt auf Muhamet Durmishi, Roman Kolepp und Marvin Mebus verzichten mussten, noch gut an. Nach acht Minuten lagen sie mit 6:2 vorne. Doch die Hausherren spielten weiter munter mit, hielten den Rückstand in Grenzen, auch weil der TVH in der Defensive nicht sauber und konsequent arbeitete. Andre Zigelius, mit zehn Treffern bester Schütze der HSG, und Michael Kaltenmorgen, der sich viel zu oft durchspielen konnte und neun Mal traf, hielten ihre Mannschaft im Spiel. Das Schlusslicht kämpfte sich auf 8:10 (15.) heran. Zum Seitenwechsel hatte sich Homburg wieder mit drei Toren (16:13) leicht abgesetzt. 

Die klare Pausenansprache von Steffen Ecker, endlich einmal den Handball zu spielen, den sie in den Vorwochen zeigten, fruchtete nicht. Der Schlendrian der ersten Halbzeit setzte sich fort. Im Tor bekamen Benedikt Berz und Maximilian Loschky kaum einen Ball zu halten, die Defensivreihe passte mehrfach nicht auf und im Angriff ließ der TVH zu viele Möglichkeiten aus. „So kann man sich als Spitzenteam nicht zeigen“, war Ecker sauer. Nach knapp 39 Minuten stand es erstmals Unentschieden (19:19), der Gastgeber bekam immer mehr Oberwasser. Zehn Minuten später war die HSG beim 25:24 sogar vorbeigezogen (49.). Die Homburger fanden nie zu ihrem Spiel und hatten Glück, dass sich die HSG einige technische Fehler mehr leistete. Fünf Minuten vor Schluss brachte Ljubomir Josic den TVH wieder mit zwei Toren in Führung (30:28). Aber die HSG blieb dran und hatte Pech, als der ansonsten vom Sieben-Meter-Punkt so zielsichere Zigelis seinen achten Siebenmeter über das Tor jagte. Statt 30:30 stand es wenig später durch zwei Treffer von Tobias Alt, mit acht Toren gemeinsam mit Richard Wilga bester TVH-Schütze, 32:29 (58.) für den TV Homburg, der trotz der beiden letzten Treffer der HSG dann etwas schmeichelhaft den Sieg verbuchte.

„Das war eine schwache Leistung von uns. Wir konnten nie an unser Potenzial herankommen“, zeigte sich Kreisläufer Patrick Bach selbstkritisch. Der sportliche Leiter Jörg Ecker sprach sogar davon, „dass die HSG es verdient gehabt hätte, zu gewinnen.“ Unglaublich sei die Defensivleistung seines TV Homburg gewesen. Beim TuS Dansenberg müsse am Sonntag ein ganz anderes Gesicht gezeigt werden, um auf der Erfolgsspur zu bleiben.