Handball-Oberliga Löwen-Rumpftruppe punktet in Mühlheim

Mühlheim/Zweibrücken · Die stark ersatzgeschwächten Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken ringen der Spielgemeinschaft Handball Mühlheim-Urmitz ein kräftezehrendes 21:20 ab. Am Samstag Derby gegen Homburg.

Fabian Naumann, hier im Spiel gegen Dansenberg II am Ball, traf nur Sekunden vor dem Ende zum verdienten Auswärtssieg der Zweibrücker in Mühlheim.

Fabian Naumann, hier im Spiel gegen Dansenberg II am Ball, traf nur Sekunden vor dem Ende zum verdienten Auswärtssieg der Zweibrücker in Mühlheim.

Foto: Martin Wittenmeier

Ein Sieg mit letzter Kraft war es für die Zweibrücker Löwen am vergangenen Wochenende. Die Oberliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken trotzen am Samstagabend ihrem unglaublichen Verletzungspech und gewannen mit einem Minikader sensationell bei der Spielgemeinschaft Handball Mülheim/Urmitz. Fabian Naumann gelang eine Sekunde vor dem Schlusspfiff der entscheidende Treffer zum 21:20-Sieg (14:10) in der Fremde. Dabei stachen im Trikot der 64er Tom Grieser und Benni Zellmer besonders hervor, die mit ihren Treffern den Grundstein für den hart erkämpften Erfolg legten.

Das die Partie in Mühlheim keine leichte wird, war für SV-Trainer Stefan Bullacher bereits am Freitagabend klar. Da erhielt der Zweibrücker Übungsleiter die Hiobsbotschaft. Sein ohnehin durch zahlreiche Langzeitverletzte ausgedünnte Kader sollte für den Sonntag noch kleiner werden. Neben Philipp Kockler, Niklas Bayer und Tom Ihl, fielen auch Kapitän Philipp Hammann und Rückraumspieler Joshua Eberhard krankheitsbedingt aus. Außer den beiden A-Jugendspielern Max Kroner und Jan Ole Schimmel, die beide um 15 Uhr allerdings noch mit ihrer Jugendmannschaft in Mainz/Bretzenheim spielen mussten, standen dem Löwen-Coach somit nur noch sechs gesunde Feldspieler zur Verfügung. Doch die Zweibrücker Löwen machten aus der Not eine Tugend und griffen für die Partie gegen Mülheim/Urmitz in die personelle Trickkiste. Die beiden Youngster Kroner und Schimmel besetzten die Außenbahnen. Sebastian Meister übernahm von Tom Grieser die Kreisposition und Grieser wechselte neben Fabian Naumann in den Rückraum. Adam Soos und Lasse Finck übernahmen im Wechsel die Spielmacherrolle und machten in der Defensive Platz für Benni Zellmer, der das Abwehrzentrum organisierte. Vor allem die Hintermannschaft sollte letztendlich der Schlüssel zum Erfolg werden. Ganz anders als in den vergangenen Wochen, als die 64er drei Mal in Folge nicht gewinnen konnten, präsentierte sich die 3:2:1-Abwehr hellwach, beweglich und aggressiv.

Mülheim knüpfte von Beginn an die gute Leistung vom letzten Wochenende an, als die Mannschaft von Trainer Hilmar Bjarnason dem ungeschlagenen Tabellenführer TV Homburg alles abverlangte und zur Halbzeit sensationell mit fünf Toren in Führung lag. Auch gegen die dezimierten Zweibrücker führte die Koblenzer Spielgemeinschaft nach dreizehn Minuten verdient mit 8:5. Doch dann rührten die Gäste aus der Westpfalz sprichwörtlich Beton an. Tom Grieser, Benni Zellmer, Sebastian Meister und Fabian Naumann ließen den Angreifern von Handball Mülheim/Urmitz keinen Zentimeter Raum mehr, um sich entfalten zu können. Und kam doch ein Wurf aufs Zweibrücker Gehäuse, stand im Tor der Löwen ein aufmerksamer Patryk Foluszny, der den Vorzug vor Damian Zajac erhielt. Im Angriff hatte Tom Grieser offensichtlich viel Freude an seiner neuen Rolle im Rückraum. Quasi aus dem Stegreif avancierte der Vize-Kapitän zum Torjäger und besten Spieler seines Teams. Trotz zwischenzeitlicher Manndeckung erzielte Grieser bereits im ersten Durchgang sieben, seiner am Ende acht Treffer. Durch einen fulminanten 9:1-Lauf drehten die Zweibrücker das Spiel und führten kurz vor der Pause plötzlich mit 14:9. Bis zum Seitenwechsel gelang es den Hausherren noch das Ergebnis um ein Tor zu verkürzen. „Unsere Jungs haben aufopferungsvoll gekämpft. Da waren die alten SV-Tugenden wieder zu sehen, für die sich unsere Fans begeistern und uns so unterstützen. Das hat sich für mich angefühlt wie eine Auferstehung nach einem wochenlangen Schlaf. Tom Grieser und Benni Zellmer haben die Jungs unglaublich angetrieben. Das sind große Persönlichkeiten auf und neben dem Spielfeld“.

In Halbzeit zwei waren dann die Hausherren wieder am Drücker. Bei den Zweibrücker Löwen machte sich jetzt mit jeder Minute der Kräfteverschleiß immer mehr bemerkbar. Der Vorsprung schmolz kontinuierlich Tor um Tor und zehn Minuten vor dem Ende konnten die Rheinländer beim 17:17 erstmals wieder den Ausgleich erzielen. Und so ging es auf Augenhöhe in die Schlussphase der Partie. Mülheim ging drei Minuten vor dem Schlusspfiff unter dem frenetischen Jubel der 200 Zuschauer in der Peter Häring Halle in Führung. Doch Fabian Naumann traf sechzig Sekunden später zuerst zum Ausgleich und danach, quasi mit der Schlusssirene, zum letztendlich verdienten 21:20-Auswärtssieg. Im Anschluss feierten die Zweibrücker Spieler ausgelassen mit den mitgereisten Fans und skandierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg“. Am kommenden Samstag, um 18 Uhr empfangen die 64er den Tabellenführer TV Homburg in der Zweibrücker Westpfalzhalle.

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