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Handball-Oberliga RPS: Drittliga-Aufsteiger sollen nun doch sportlich ermittelt werden

Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar : Kehrtwende bei Aufstiegsspielen zur 3. Liga

Überraschender Beschluss in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar: Um den Aufsteiger zu ermitteln, soll nun doch eine sportliche Lösung her. Der TV Homburg und die SF Budenheim sollen demnach Ende Juni zweimal gegeneinander antreten.

Die Konfusion um die Aufstiegsspiele in die 3. Handball-Liga geht weiter. Die Frage, welcher Noch-Oberligist in der kommenden Runde eine Klasse höher aufläuft, soll nun doch auf dem Feld geklärt werden. Die beiden Männer-Partien zwischen dem TV Homburg und den SF Budenheim sollen nun wieder am 25. Juni in Budenheim sowie am 27. Juni in Homburg stattfinden.

Manch einer dürfte sich nach diesem Beschluss vom Montagabend verwundert die Augen reiben. Nach einigem Hin und Her schien die Frage „Sportliche Lösung oder Entscheidung am grünen Tisch?“ vergangenen Freitag eigentlich geklärt. Nachdem die RPS-Liga die Partien zunächst für Ende Juni neu angesetzt hatte, folgte vergangene Woche die Nachricht aus der Geschäftsstelle, dass die Entscheidungsspiele abgesagt sind und der Spielausschuss sowie die Präsidenten der vier Landesverbände sich nun beraten und eine Entscheidung „nach sportlichen Gesichtspunkten“ treffen wollen. In der Sitzung am Montag hätten nun aber die 13 Mitglieder aus den vier RPS-Verbänden Rheinhessen, Saarland, Pfalz und Rheinland – darunter die vier Landesverbands-Präsidenten – entschieden, dass doch die „sportliche Lösung“ zur Ermittlung der Drittliga-Aufsteiger bei den Männern und Frauen herangezogen werden soll. „Die Entscheidung, dass der Aufsteiger in Aufstiegsspielen ermittelt wird, fiel einstimmig“, erklärt Peter Josef Schmitz, geschäftsführender Präsident der RPS-Oberliga und Präsident des Handballverbandes Rheinland auf Nachfrage.

In den geänderten Durchführungsbestimmungen begründet die RPS-Liga den Beschluss damit, dass „eine sportliche Entscheidung zu den angesetzten Terminen möglich ist“. Die Corona-Zahlen in Rheinland-Pfalz und Saarland entwickelten sich positiv, „sodass berechtigte Hoffnung besteht, dass gemäß dem Stufenkonzept zur Freigabe sportlicher Aktivitäten mit Lockerungen auch im Kontaktsport zu rechnen ist“. Die Präsidenten und der Spielausschuss hätten mit ihrer Entscheidung zudem auf Intervention der Frauenvereine die am 28. Mai getroffene Entscheidung, die Spiele abzusagen, revidiert. Bei den Damen kämpfen, sofern die Corona-Bestimmungen es zulassen, demnach vom 25. bis 27. Juni die HSG Hunsrück, die FSG Arzheim-Moselweiß und die TSG Friesenheim um den Sprung nach oben. „Nachdem alle Vereine eine sportliche Lösung bevorzugen und unter der Voraussetzung, dass bis Ende Juni die Kontaktsportart Handball seitens der Behörden wieder erlaubt wird, werden die Aufstiegsspiele wieder angesetzt. Ein Einspruch gegen die Ansetzung der Spiele ist gemäß § 34 (1) RO/DHB nicht zulässig“, heißt es in der Mitteilung des Verbands weiter.

Bis zuletzt waren vier Wochen Vorbereitungszeit als Grundvoraussetzung für die Durchführung der Spiele kommuniziert worden. Ab heute ist in Rheinland-Pfalz bei einer Inzidenz unter 50 Kontaktsport im Freien mit 20 Personen nebst Trainer plus Geimpfte und Genesene erlaubt. In der Halle mit zehn Personen (mit Trainer plus Geimpfte und Genesene) – allerdings nur kontaktfrei. Bislang konnten die Budenheimer gar nicht in der Halle trainieren. Anders als der TV Homburg, der seit Ende März mit einer Sondergenehmigung die Sporthallen in Erbach, Wellesweiler und St. Wendel nutzen konnte.

Der TV Homburg freue sich „natürlich“, dass er nun doch noch die Chance erhalten soll, sich sportlich für die 3. Bundesliga zu qualifizieren, sagt Handball-Abteilungsleiter Jörg Ecker. Er macht aber auch deutlich: „Wenn die Rangliste herangezogen worden und damit die Entscheidung am grünen Tisch gefallen wäre, hätten wir dies akzeptiert und auch keinen Protest dagegen eingelegt.“ Der TVH-Abteilungsleiter räumt ein: „Man muss sich hinterfragen, ob man nach diesem Hin und Her überhaupt einen Aufsteiger hätte ermitteln sollen.“ Er ergänzt: „Wir haben alles unternommen, um uns sportlich einigermaßen vorzubereiten“. Wie es nun ausgehe, werde sich zeigen, wenn die Spiele tatsächlich stattfinden.

Ingo Fischer, der Pressesprecher der SF Budenheim, erklärte, der Verein sei von der erneuten Kehrtwende der Liga, die ihren Entschluss am Dienstag kommunizierte, „überrascht“. Die Verantwortungsträger der Sportfreunde würden sich angesichts der abermals geänderten Situation nun zunächst beraten.

Anwurfzeiten für die Partien stehen noch nicht fest, ebenso wie der Austragungsort in Homburg. In Frage käme das Erbacher Sportzentrum, wo der TVH derzeit trainiert. Aber auch die eigentliche Homburger Heimspielstätte, die Robert-Bosch-Halle, sei eine Option, so Ecker.