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Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar setzt Spielbetrieb aus

Handball-Oberliga RPS : Die Vorfreude läuft ins Leere – schon wieder

Die VT Zweibrücken-Saarpfalz und der TV Homburg müssen weiter auf ihren Saisonauftakt warten. Die Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar unterbricht die Runde aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen bis vorerst 20. November.

Anspannung, Motivation und Vorfreude vor dem Saisonauftakt sind gerade wieder gestiegen. Doch erneut sind diese bei den Handballern der VT Zweibrücken-Saarpfalz schlagartig wieder verpufft. Die Meldung am Montagabend kam für die Oberliga-Handballer im Gebiet Rheinland-Pfalz/Saarland sicher nicht vollkommen aus heiterem Himmel. Und doch trifft die Entscheidung der Verantwortlichen, die Runde „mit sofortiger Wirkung erst einmal bis 20. November“ auszusetzen doch hart. Für die VTZ verschiebt sich der Einstieg in die Runde damit erneut.

„Es war zu befürchten, dass so etwas jederzeit passieren kann, wenn die Infektionszahlen wieder steigen“, sagt VTZ-Trainer Philip Wiese mit gemischten Gefühlen. „Für mich als Nicht-Virologe und Nicht-Mediziner ist es natürlich schwer zu beurteilen, wie die Gefahren beim Sport sind“, fügt der 35-Jährige an, der froh ist, dass in seiner Mannschaft noch kein positiver Coronafall aufgetaucht ist.

„Für uns ist es dennoch sau bitter.“ Dadurch, dass das Spiel der VTZ gegen Aufsteiger TV Homburg, das für den 2. Oktober vorgesehen war, durch den Stromausfall in der Stadt Zweibrücken „auch schon in der Tonne gelandet war, sind wir nun in der 14. Woche der Vorbereitung – was einfach abartig ist für die Jungs“. Es bereite dem Trainerduo Philip Wiese/Kai Schumann auch Probleme, weil es „richtig, richtig schwer ist“, die Motivation über einen so langen Zeitraum ohne Wettkampf hoch zu halten. Der TV Homburg, der in der geteilten Oberliga ebenfalls in Staffel 2 aufläuft, die SG Saulheim in Staffel 1 und die Saarpfälzer  sind die einzigen RPS-Teams, die noch kein einziges Saisonspiel bestritten haben. „In die Vorbereitung eingestiegen sind wir Ende Juli, das ist für die Jungs nicht schön“, betont Wiese, der aber findet, dass sein Team zuletzt gut trainiert hat. Lediglich nach der Absage des ersten Auftaktspiels gegen Homburg sei die Mannschaft nach der Top-Anspannung vor dem Derby in ein kleines Loch gefallen. „Jetzt hatten wir die Anspannung nochmal hochgefahren Richtung Freitag.“ Doch auch das Duell gegen Völklingen muss warten.

Ob die VTZ bis zum möglichen Re-Start im November – die nächste Partie der Zweibrücker würde am 28. November bei der VTV Mundenheim anstehen – weiter durchtrainiert, ist noch unklar. Heute Abend werde sich das Team ganz normal zur nächsten Einheit treffen. Die Saarpfälzer überlegen aber, möglicherweise eine kleine Pause  einzuschieben. „Einfach, um nochmal ein bisschen Abstand und den Kopf frei zu bekommen. Wenn überhaupt, dann aber maximal eine Woche.“ Das müsse alles aber erst nochmal unter den Trainern und mit dem Vorstand besprochen werden, da die VTZler von dem Zeitpunkt der Entscheidung „dann doch ein bisschen überrascht“ waren. „Die Enttäuschung war schon groß am Montagabend. Aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken, irgendwie weitermachen, und sehen, ob es dann nach dem 20. November nochmal weitergeht oder, ob die Runde weiter unterbrochen bleibt bis ins kommende Jahr – keine Ahnung“, ist Philip Wiese ob der erneuten Planungsunsicherheit etwas ratlos.

„Natürlich war es klar, dass das  eine spezielle Runde wird“, erklärt der langjährige Publikumsliebling der Saarpfälzer, der nach der Teilung der Liga in zwei Staffeln zunächst enttäuscht war, dass die Saison so auseinander gezogen und mit weniger Spielen geplant wurde. „Im Endeffekt ist das einzig Gute nun doch, dass wir das ganze durch die Lücken im Spielplan nochmal aufholen können“, gibt er zu.

Wie es nun grundsätzlich mit den Corona-Bestimmungen weitergeht, werde sicher mit der Entwicklung der Infektionszahlen zusammenhängen. Wenn Wiese hört, dass womöglich die Gastronomie sogar nochmal schließen soll bei steigenden Zahlen, „dann haben wir echt ganz andere Probleme“. „Bei uns im Amateursport, wenn der auch sehr intensiv betrieben wird, hängen keine Existenzen dran“.

Trotz der Ungewissheit, wann es für seine Mannschaft mit dem Spielbetrieb nach monatelanger Vorbereitung endlich losgehen kann, zeigt Homburgs Trainer Mirko Schwarz Verständnis für die Entscheidung der Liga-Verantwortlichen: „Die Gesundheit aller geht vor und wenn die Pandemie keine Spiele in der Halle zulässt, dann muss man dies einfach akzeptieren.“ Da die schon einmal verlegte Partie gegen den TV Offenbach am 21. November erneut abgesagt wurde, würde der Aufsteiger – Stand jetzt – am 29. November bei der HSG Eckbachtal in die Saison einsteigen.

Die Oberliga-Frauen des SV 64 Zweibrücken haben immerhin schon zwei Partien gegen die TG Waldsee (27:21) und die HF Köllertal (24:23) bestritten. Am Sonntag hätte das Heimspiel gegen die VTV Mundenheim folgen sollen, doch dieses ist nun auf Eis gelegt. Sollte es nach dem 20. November tatsächlich wieder aufs Feld gehen, würde für das Team von Trainer Rüdiger Lydorf am Sonntag, 29. November, 16 Uhr, das Duell zuhause gegen die HSG TVA/ATSV Saarbrücken anstehen.

Ob es zu den geplanten Partien in diesem Jahr noch kommt, ist allerdings offen. Am 15. November wird der Spielausschuss der Oberliga RPS in einer weiteren Sitzung über die weitere Vorgehensweise beraten. Möglicherweise könnte dort der 10. Januar als Fixtermin für die Saison-Fortführung angepeilt werden. In den vergangenen Tagen hatten bereits einzelne Regionalverbände die Saison ausgesetzt und den Re-Start auf diesen Termin verschoben. Für die Jugend-Oberligen gilt dieses Datum ebenfalls als neuer Starttermin.

„Wir hoffen natürlich im Sinne des Sports, dass es noch in diesem Jahr weitergeht, aber wir haben das nicht in der Hand, das entscheiden andere – und das müssen wir dann auch so akzeptieren“, betont VTZ-Trainer Philip Wiese, der zu welchem Starttermin auch immer hofft, die Anspannung wieder hochfahren und dann endlich auch auf dem Feld rauslassen zu können.