Handball-Oberliga RPS Kein Mittel gegen den Favoriten gefunden

Zweibrücken · Der personell gebeutelte SV 64 Zweibrücken musste sich im Derby der Handball-Oberliga dem Titelanwärter TV Homburg klar geschlagen geben. Nun droht den Löwen auch noch der Ausfall von Tom Grieser.

Nach der Derby-Niederlage gegen den TV Homburg droht nun auch noch SV 64-Spieler Tom Grieser (links) mit einer Verletzung am Oberschenkel auszufallen.

Nach der Derby-Niederlage gegen den TV Homburg droht nun auch noch SV 64-Spieler Tom Grieser (links) mit einer Verletzung am Oberschenkel auszufallen.

Foto: Martin Wittenmeier

Die Kulisse stimmte. Der Ausgang war unter den gegebenen Voraussetzungen wenig überraschend. Der SV 64 Zweibrücken musste sich am Samstagabend im Derby gegen Titelfavorit TV Homburg vor rund 900 Zuschauern mit 20:31 (8:16) geschlagen geben. Die seit Wochen ersatzgeschwächten Löwen, die so gut in die Saison gestartet waren, waren gegen den Tabellenführer der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar letztlich chancenlos. Ohne die drei Leistungsträger Philipp Kockler, Tom Ihl und Niklas Bayer konnten die 64er ihren Gästen aus dem Saarpfalz-Kreis nur in der Anfangsphase Paroli bieten. „Wir gehen mit dem Ergebnis nach dem Spiel genauso realistisch um wie im Vorfeld. Wir können unser Potenzial gut einschätzen. Das gilt für die Spiele als wir mit allen Jungs antreten konnten, und auch aktuell wenn unsere Leistungsträger, wie in den letzten fünf Wochen, verletzt ausfallen“, analysierte SV 64-Trainer Stefan Bullacher die Niederlage sachlich und nüchtern.

Rund 900 Zuschauern gaben dem Derby einen großartigen Rahmen. Und die bestaunten während der ersten 30 Minuten vor allem die handballerischen Künste des ehemaligen Nationalspielers Yves Kunkel, der in der vergangenen Saison noch beim deutschen Spitzenverein MT Melsungen in der ersten Bundesliga auf Torejagd ging. Der Edeltechniker mit überragender Spielübersicht war nahezu an allen Toren der Gäste beteiligt. Ob als Vorbereiter für den treffsicheren Richard Wilga auf der Außenbahn oder als Passgeber für die Homburger Kreisspieler – fast jede gefährliche Angriffsaktion ging von dem 28-jährigen Unterschiedsspieler aus. Dass Kunkel nebenbei noch zehn Treffer selbst markierte, gibt der Sonderstellung des gebürtigen Völklingers noch einmal eine ganz besondere Note. „Wir haben wirklich 60 Minuten Vollgas gegeben, alles umgesetzt, was wir uns taktisch vorgenommen hatten und Zweibrücken an diesem Abend schlecht aussehen lassen. Das lag aber auch an unserer starken Leistung“, sagte der Homburger Ausnahmespieler selbst zu dem Auftritt.

Doch neben Kunkel spielte sich beim TV Homburg auch noch ein ehemaliger Zweibrücker in den Vordergrund. Benni Berz, der seit zwei Jahren im Tor der Gäste steht, parierte im ersten Durchgang allein acht Mal gegen freistehende 64er aus der Nahwurfzone. Die Verwertung der klaren Torgelegenheiten sollte in Halbzeit eins auch den ganz großen Unterschied zwischen den beiden Mannschaften ausmachen. Während die Spieler des Tabellenführers gegen das Zweibrücker Torhütergespann Foluszny/Zajac bis auf einen einzigen Ball alle Würfe in Treffer ummünzten, ließen die Hausherren ihre Möglichkeiten zu häufig ungenutzt. So ging es schon mit einem deutlichen 16:8 zugunsten des Ligaprimus in die Kabinen.

In der zweiten Halbzeit war die ganz große Anspannung aufgrund des klaren Ergebnisses nicht mehr zu spüren. Homburg erzielte nach rund 40 Minuten erstmals einen Zehn-Tore-Vorsprung (21:11). Auf Zweibrücker Seite wurden mit voranschreitender Spieldauer die limitierten Möglichkeiten aufgrund der vielen verletzten Leistungsträger immer deutlicher. Als dann auch noch Vizekapitän Tom Grieser mit einer Oberschenkelverletzung passen musste, wurde die personelle Situation der 64er immer dramatischer. Der emotionale Dauerbrenner droht nun auch noch bis zur Winterpause auszufallen.

Am Ende siegte der Topfavorit auch in der Höhe verdient mit 31:20 und führt die Tabelle weiter mit einem Punkt vor den SF Budenheim an. Die Zweibrücker Löwen hingegen blicken wehmütig auf ihren Saisonstart mit 16:0 Punkten zurück, als sie noch einigermaßen in Bestbesetzung antreten konnten. Seit der großen Verletzungsmisere konnten sie allerdings von den letzten fünf Begegnungen lediglich eine Partie für sich entscheiden.

TVH-Coach Steffen Ecker zeigte sich nach dem Derbyerfolg entsprechend zufrieden. „Wir haben ein großartiges Spiel gezeigt. Wir wussten, was uns in diesem tollen Derby vor großer Kulisse erwartet und sind dementsprechend aufgetreten.“ Beeindruckt zeigte er sich vom Tempospiel seiner Mannschaft. „Wir haben schon eine bemerkenswerte erste Halbzeit hingelegt und bis weit in die zweite Halbzeit unsere Qualitäten gezeigt.“

 Homburger Jubel nach dem Schlusspfiff: Der TVH befindet sich nach dem Erfolg beim Tabellendritten SV 64 in der Handball-Oberliga RPS weiter klar auf Meisterschaftskurs.

Homburger Jubel nach dem Schlusspfiff: Der TVH befindet sich nach dem Erfolg beim Tabellendritten SV 64 in der Handball-Oberliga RPS weiter klar auf Meisterschaftskurs.

Foto: Martin Wittenmeier

Während sich der weiter ungeschlagene TV Homburg mit nun 27:1 Zählern an der Tabellenspitze festgebissen hat, hat der SV 64 Zweibrücken mit nun 19:7 Punkten abreißen lassen müssen. Am kommenden Wochenende geht es für die beiden Mannschaften nun in ihr jeweils letztes Punktspiel des Jahres. Der SV 64 empfängt am Samstag, 18 Uhr, zum letzten Spiel des Jahres den Tabellenachten TV Nieder-Olm. Der TV Homburg bekommt es ab 18.30 Uhr zuhause mit der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam zu tun.

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