TV Homburg und HG Saarlouis duellieren sich in 3. Handball-Liga Nicht nur Schulz ist heiß auf das Saarderby

Homburg · Der Keeper stand acht Jahre lang bei der HG Saarlouis im Tor. Nun empfängt er mit dem TV Homburg seinen Ex-Club zum großen Duell in der 3. Handball-Liga Süd-West.

Torwart Patrick Schulz will dem TV Homburg nicht nur im Saarderby gegen seinen Ex-Club HG Saarlouis ein starker Rückhalt sein.

Torwart Patrick Schulz will dem TV Homburg nicht nur im Saarderby gegen seinen Ex-Club HG Saarlouis ein starker Rückhalt sein.

Foto: Markus Hagen

Mit großer Spannung blicken die Handballfans im Saarland auf Samstagabend. Wenn Aufsteiger TV Homburg in der 3. Liga Süd-West ab 18.30 Uhr die HG Saarlouis zum Derby in der Robert-Boch-Halle empfängt, werden viele Augen auf dieses Duell gerichtet sein. Über 800 Zuschauer werden in der ausverkauften Halle erwartet. „Das wird ein ganz besonderes Spiel für unseren TV Homburg“, sagt Trainer Steffen Ecker. Seine Spieler, er und die Homburger Fans brennen auf dieses Duell. „Vor so einer Kulisse haben wir in unserer Sporthalle noch nie gespielt“, herrscht beim Coach große Spannung, aber auch Vorfreude auf die Partie gegen den ehemaligen Zweitligisten.

Für einen Spieler der Homburger ist das dritte Saisonspiel ganz und gar kein alltägliches. Patrick Schulz, der neue Torhüter des TVH, kennt die HG Saarlouis bestens. Von 2014 bis 2022 stand der 34-Jährige acht Runden lang – vier Jahre in der 2. Bundesliga, vier in Liga drei – bei dem kommenden Gegner zwischen den Pfosten. War eine wichtige Stütze der Mannschaft. Dann zog es ihn zu Luxemburgs Rekordmeister HB Dudelange. Dort fühlte sich Schulz aber nicht richtig wohl. „Es war ein gebrauchtes Jahr“, sagt er. Es folgte die Rückkehr ins Saarland. Zum Aufsteiger TV Homburg um Topspieler Yves Kunkel. „Klar ist dieses Derby für mich gegen meinen Ex-Verein etwas ganz Besonderes. Viele Spieler kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit.“ Auch HGS-Trainer Philipp Kessler. „Mit einigen stehe ich noch in Kontakt“, erzählt der Keeper, der im Alter von sieben Jahren mit dem Handballspielen begann.

Beim TuS 1860 in seiner Heimatstadt Magdeburg. Von der C- bis zur A-Jugend trug er das Trikot des FSV Magdeburg. Als D-Jugendlicher wechselte er vom Feld zwischen die Pfosten. „Einmal ausprobiert, hat es so viel Spaß gemacht, sodass ich im Tor geblieben bin“, erzählt der 1,94-Meter-Hüne. Zum SC Magdeburg war dann der Weg nicht mehr weit. Nach über 50 Bundesligaspielen kam 2011 der Wechsel zum damaligen Erstligisten Eintracht Hildesheim, für die Schulz auch nach deren Abstieg bis 2013 in Liga zwei auflief. In der Saison 2013/14 stand er beim Drittligisten SG LVB Leipzig unter Vertrag, ehe er 2014 zur HG Saarlouis wechselte. „Und nach einem Jahr HB Dudelange (2022/23) wollte ich mich verändern. Der TV Homburg machte mir nach seinem Drittliga-Aufstieg ein interessantes Angebot.“ Beruflich arbeitet Patrick Schulz als Polizeikommissar in Kirkel, wenige Kilometer von Homburg entfernt. „Das passt alles zusammen“, begründet Patrick Schulz den Schritt zu den Saarpfälzern. Mit denen er nicht so gut in die Saison reingekommen ist.

Der klaren Heimniederlage (28:36) gegen den Meisterschaftsanwärter HSG Krefeld/Niederrhein folgte zuletzt eine deutliche 30:41-Pleite bei der mHSG Friesenheim/Hochdorf II. „Gegen Krefeld spielten wir sehr stark in der ersten Halbzeit (18:14-Führung), aber dann häuften sich die Fehler“, blickt Schulz zurück. Auch bei der jüngsten Niederlage hatten er und seine Kollegen im Tor nichts zu halten. „Da war nichts zu machen. Immer wieder kam der Gegner frei durch“, stellte er fest. Es sei ein gebrauchter Tag für den TV Homburg gewesen. „Wir sind nun mal Aufsteiger und müssen uns erst an diese Liga, die eine der stärksten Drittliga-Staffeln ist, gewöhnen. Wir müssen einfach auch mal punkten, um das Gefühl für diese Liga zu bekommen.“.

Dennoch glaubt Patrick Schulz, dass in dem Derby vor vollen Rängen für die Saarpfälzer etwas drin ist. „Wir brauchen zwei starke Halbzeiten, vergleichbar mit der ersten Hälfte gegen Krefeld. Dann können wir auch die HG Saarlouis in unserer eigenen Halle schlagen“, erklärt der Torwart – der gegen die Ex-Kollegen zum wichtigen Faktor für sein neues Team werden möchte. Auch den einen oder anderen Tipp über Stärken und Schwächen der HGS-Spieler werde er seinem Coach Steffen Ecker geben können. „Aber der Trainer weiß schon gut Bescheid, man kennt sich ja im Saarland bestens“, erwartet Patrick Schulz ein spannendes Duell. „In der Abwehr müssen wir viel besser stehen als in den ersten beiden Spielen. In der Offensive noch besser treffen, dann könnte es mit dem ersten Saisonsieg klappen.“

Das sieht Steffen Ecker genauso. „Von der Einstellung und dem Einsatzwillen her habe ich keine Bedenken. Jeder wird alles geben, um das große Saarderby zu gewinnen.“ Vollste Konzentration und die Bereitschaft, zu jedem Zeitpunkt an die Leistungsgrenze zu gehen – und dies über die gesamte Spielzeit –, dann sei alles möglich. „Aufgrund der ersten beiden Spieltage ist die HG Saarlouis Favorit. Aber wir können mehr, als das, was wir bisher gezeigt haben.“