Schiedsrichter am Ball : Plötzlich wächst das Verständnis für den Mann an der Pfeife

Bei der Ostsaarmeisterschaft der Schiedsrichter im Hallenfußball waren viele Unparteiische am Ball, die selbst als Fußballer aktiv sind.

Nicht immer sind sich Fußballspieler und Schiedsrichter einig, eine Mannschaft fühlt sich in der Regel immer benachteiligt. Werden aktive Kicker dann selbst zu Unparteiischen, wächst das Verständnis für den Mann an der Pfeife.

Fast alle Schiedsrichter, die beim „Walter-Eisel-Gedächnisturnier“ um die Ostsaarmeisterschaft für die Schiedsrichtergruppe Homburg, Höcherberg, St. Ingbert, Blies und Neunkirchen am Ball waren, sind auch draußen auf dem Feld nicht nur Schiedsrichter, sondern auch aktive Fußballer. So zum Beispiel Christian Bauer. Der 27-jährige ist Spieler beim A-Kreisligisten SC Union Homburg. Seit 2018 ist er zudem auch an der Pfeife aktiv. „Ich habe mich schon öfter als Fußballer über Schiedsrichter geärgert. Vor über einem Jahr kam ich auf die Idee, selbst Schiri zu werden“, erzählt Bauer. Inzwischen habe er längst Verständnis für den Mann an der Pfeife entwickelt. „Das ist kein einfacher Job – Schiris können, wie Fußballer auch, Fehler machen.“ Dieser Aussage stimmt auch Yannick Müller zu. Der Einöder, der für den SC Stambach spielt und für den SV Rohrbach pfeift, sagt: „Seit 2018 pfeife ich. Ich habe nun auch als Spieler mehr Achtung vor dem Unparteiischen.“ Aus eigener Erfahrung als Spielleiter von Partien in der Landesliga bis zur Saarlandliga kennt er die Probleme der Unparteiischen. „Der Umgang der Schiedsrichter mit Spielern muss genauso stimmen, wie der Umgang der Spieler mit den Schiris.“

Fairness gegenüber dem Unparteiischen war dann auch Trumpf bei der Ostsaarmeisterschaft der Schiedsrichter im Rahmen der Homburger Hallenstadtmeisterschaft. Den Titel schnappte sich die Schiedsrichtergruppe Homburg vor Höcherberg, die sich damit beide für die Saarlandmeisterschaft qualifiziert haben. Im Erbacher Sportzentrum entschied die Schiedsrichtergruppe Homburg alle Partien für sich. Nach einem knappen 1:0-Erfolg gegen die Schiedsrichtergruppe Neunkirchen, gewann der neue Meister auch gegen die Gruppe Höcherberg mit 3:2. Gegen die Gruppe Blies setzte sich Homburg mit 3:0 und gegen St. Ingbert mit 4:0 durch. Die Schiedsrichtergruppe Höcherberg hatte sich gegen Blies mit 4:0 und gegen St. Ingbert mit 5:1 behauptet. Ein 0:0 gegen Neunkirchen reichte dann aus, um mit sieben Punkten Vizemeister zu werden.