Großer Erfolg für Lumpi

Einen spannenden Kampf um die Medaillen haben sich Doreen Adam, der amtierende Saarlandmeister Arjan van Loon und Berufsreiterin Uta Gräf in der Winzeler Flutlicht-Kür geliefert.

Einen ebenso emotionalen wie spannenden Abend hat die Intermediaire I-Flutlicht-Kür des ersten Großen Winzeler Dressurturniers am Samstagabend geboten. Während andernorts Turniere abgebrochen werden mussten, weil das Viereck unter Wasser stand, blieb Pirmasens nicht nur von Unwettern verschont: Pünktlich zum Beginn der Prüfung hörte der Regen auf und lockte Hunderte Zuschauer an den hell angestrahlten Reitplatz. Zehn Amazonen und Reiter hatten sich im Prix Sankt Georg (S*) für die Zwei-Sterne-Kür qualifiziert. In umgekehrter Reihenfolge, die Besten zuletzt, zelebrierten sie ihre Pferde zu der selbst ausgewählten Musik. Zu Beginn erklärte Heiner Jeibmann, einer der Turnierrichter: "Neben Pflichtlektionen haben die Reiter die Möglichkeit, die Stärken ihrer Pferde zu zeigen. Bewertet werden neben der korrekten Ausführung in einer zweiten, artistischen Note die Choreografie und die Harmonie der Übergänge zu der Musik. Es ist eine sehr komplexe Einschätzung." Mit unter anderem der für Luxemburg bei der WM startenden Dänin Diane Erpelding, Bronzegewinnerin der rheinland-pfälzischen Landesmeisterschaften, Christine Bernhard-Burg (Weisenheim am Sand ), Vize-Saarlandmeisterin Sandra Newedel-Hilpisch (RC der Uni des Saarlands), der mehrfachen Siegerin im Landes-Berufsreiter-Championat, Vanessa Siep (Gehrensrech-Altforweiler) und Hessenmeisterin Katharina Bühler war das Feld hochkarätig besetzt. Schnell zeigten sich Unterschiede: Während manche Reiter vorwiegend kraftvolle Galoppverstärkungen und -wechsel zeigten, punkteten andere mit fließenden Seitwärtsgängen und dem Wechsel aus starkem und versammeltem Trab. Den ersten Sonder-Applaus erhielten Andreas von der Lahr und sein siebenjähriger Oldenburger Fantaghiero - sie belegten Rang sieben. Bereits mit dem Sieg in der M**-Dressur hatten sich Stefan Ascherl und sein neunjähriger Hengst Remus de la Font in die Herzen der Zuschauer geritten. Das Paar wurde Fünfter.

Dann wurde es spannend: Nur 4,5 Punkte trennten die rheinland-pfälzische Landesmeisterin der Jungen Reiter, Doreen Adam (Billigheim), und den amtierenden Saarlandmeister Arjan van Loon in der Quali auf den Rängen drei und zwei. Die mehrfache Jungendmeisterin erntete mit ihrer risikofreudigen Vorstellung, die sie mit einem einhändig gerittenen Trab in die Schlussaufstellung beendete, Achter-Wertnoten für die artistische Vorstellung und ging mit 69,77 Prozent in Führung. Jubelnd klopfte sie ihrem zehnjährigen Oldenburger Wallach Let's Dance den Hals. Diesmal mussten sich der Saarländer und sein leichtfüßiger Hannoveraner Wallach Homer mit 69,49 Prozent und dem Bronzerang zufriedengeben. Der Star des Abends war Bundeskader-Reiterin Uta Gräf (Weisenheim am Sand ). Mit Lucky Lumumba, genannt Lumpi, bewies sie, weshalb sie die Konkurrenz in der Quali so deutlich distanziert hatte. Schnell überwand der neunjährige Hannoveraner Fuchswallach seine anfängliche Scheu vor der Blumendekoration am Viereckrand. Beeindruckend sicher und perfekt in den Musikwechseln wagte Gräf in großer Gelassenheit mehrfache Übergänge zwischen hingegebenem Schritt, Galoppverstärkungen und Seitwärtsgängen. "Ich bin so glücklich, dass er sich hier so gut gezeigt hat", strahlte die 44-Jährige, die ihrem Ruf, schwerste Lektionen mit einem lachenden Gesicht und Leichtigkeit zu reiten, einmal mehr gerecht wurde. Bereits in der vorausgegangenen Intermediare II hatte sich ihr Grand-Prix-Pferd Lawrence über die Möhren für das Siegerpferd freuen können.