Rheinland-Pfalz-Meisterschaften in Zweibrücken Leichtathleten bestehen Geduldsprobe

Zweibrücken · Bei den Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am Samstag im Zweibrücker Westpfalzstadion sorgten Regen und Gewitter für eine lange Unterbrechung. Letztlich konnten aber alle Wettkämpfe durchgezogen werden.

 Über eine Stunde sind die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Leichtathleten am Samstag im Westpfalzstadion unterbrochen, als sich das Gewitter über Zweibrücken entlädt.

Über eine Stunde sind die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften der Leichtathleten am Samstag im Westpfalzstadion unterbrochen, als sich das Gewitter über Zweibrücken entlädt.

Foto: Thomas Hutzler

Regen, Regen, Blitze, Regen. Über eine Stunde geht am Samstagnachmittag gar nichts mehr im Westpfalzstadion. Die Leichtathleten mussten bei ihren Rheinland-Pfalz-Meisterschaften Ausdauer und gute Nerven mitbringen.

Genau drei Minuten vor drei wird der Wettkampf unterbrochen, weil die Gewitterwolken Zweibrücken erreicht haben und der Regen immer stärker wird. Athleten, Betreuer und Zuschauer suchen einen trockenen Platz. Die meisten finden ihn in der Dieter-Kruber-Halle, einige am Kabinentrakt am Stadioneingang, einige unter der Sprecherkabine. Hier harren sie aus, bis das Gewitter vorüber zieht, spekulieren, ob der Wettkampf überhaupt fortgesetzt wird. Doch es dauert. In der Halle wird die Zeit für Siegerehrungen genutzt. Einige Athleten wollen in Bewegung bleiben. Um 16.10 Uhr gibt es spontanen Applaus. Für Thomas Beyerlein. Der Präsident des Leichtathletikverbandes Pfalz und LAZ-Vorstandsmitglied, sagt gerade an, dass die Wettkämpfe fortgeführt werden. Mit eineinhalb Stunden Verzögerung gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan. Aber es geht weiter. Draußen gibt es noch einen kurzen Schauer, dann hält das Wetter. Und kurz vor 20 Uhr haben auch die letzten Athleten ihre Urkunden und Medaillen bekommen. „Wir haben alles durchgezogen und sind auch sehr froh darüber“, sagt Beyerlein am Ende. Die Entscheidung sei nicht leicht gefallen für die kleine Gruppe aus den Landestrainern, einem Vertreter aus dem Landesverband Rheinland sowie Dieter Tisch als Wettkampfleiter und Verbands-Vize aus Ludwigshafen.

Leicht fiel es auch deshalb nicht, weil die stets bemühten Online-Regenradare unterschiedliche Prognosen stellten. „Letztlich wollten wir auch den Athleten noch eine Chance geben, die sich für die U16-DM in Stuttgart qualifizieren wollten“, erklärt Beyerlein weiter. Die Frist lief am Sonntag ab. Zwischenzeitlich hatten die Organisatoren sogar die Stadt Zweibrücken kontaktiert, um den Wettkampf eventuell am Sonntag fortzusetzen. „Auch das wäre möglich gewesen, aber ist nun ja nicht mehr notwendig“, ist Beyerlein am Abend froh.

Froh ist auch LAZ-Weitspringer Steffen Schwenkreis. Er hatte seinen Wettkampf bereits am frühen Nachmittag und wartet in der Dieter-Kruber-Halle auf die Siegerehrung. Es ist die letzte, die hier noch durchgeführt wird, dann geht es im Stadion weiter. Schwenkreis erreicht den vierten Platz, LAZ-Neueinsteiger Jerre Faal kommt in seinem ersten Wettkampf überhaupt mit 5,36 Meter auf Platz sechs. „Das kann immer mal wieder passieren mit dem Wetter, das ist grundsätzlich kein Problem“, sagt Schwenkreis zu der Unterbrechung. Wenngleich sie sich schon auf die technischen Disziplinen mehr auswirkten als auf die Läufe, denkt der 19-Jährige an die Zeit, als er noch die 800-Meter-Strecke lief.

Die läuft Christoph Siebing bei der Jugend U20. Mit der Zeit von 2:10,70 Minuten verpasst der LAZ-Athlet knapp das Treppchen. „Nein, ein undankbarer vierter Platz ist das nicht“, antwortet der 18-Jährige auf die Frage, „das ist für mich neue Bestzeit, die bisher bei 2:11 Minuten lag“, ist er zufrieden mit seinem Auftritt. Die halbe Strecke Siebings legt sein Vereinskamerad Thorben Henkel zurück. Nach einer Stadionrunde läuft er 29 Hundertstel Sekunden nach Serhii Shestopal vom TV Bad Ems als Zweiter über die Ziellinie. Mit seinem Lauf könne er „echt zufrieden sein“, hat er ihn doch schlechter erwartet. „In der vergangenen Woche war ich auf Klassenfahrt in Amsterdam und hatte keine Chance, den Start zu trainieren“, erzählt er. Sein 400-Meter-Lauf startet eine Viertelstunde nachdem die Meisterschaft weiterläuft. Die Warterei habe ihn nicht gestört. „Ich hatte mich vorher schon aufgewärmt und musste dann kurz vorher nur noch mit den Spikes warmlaufen“, konnte sich der 18-Jährige zumindest während des Wettkampfs gut vorbereiten.