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Gesundheit der Spieler schützen!

Gesundheit der Spieler schützen!

Das tat schon beim Zuschauen weh! Das brutale Einsteigen von Johannes Geis gegen André Hahn im Bundesligaspiel Borussia Mönchengladbach gegen Schalke 04 erhitzte die Gemüter der Fußballfans. Niemand sieht so etwas gern, dennoch kommt es immer wieder vor: in der Bundesliga ebenso wie in der C-Klasse.

Und all jene, die Wochenende für Wochenende auf dem grünen Rasen stehen - egal in welcher Liga -, sollten sich die Szene ruhig einmal genauer anschauen. Sie zeigt, wohin es führen kann, wenn die Rücksicht auf die Gesundheit des Gegenspielers im Zweikampf so gar keine Rolle mehr spielt: André Hahn wird in nächster Zeit erst einmal keinen Fußball mehr spielen.

Nun wäre es aber falsch, den jungen Schalke-Profi Geis als üblen Treter abzustempeln. Seine öffentliche Entschuldigung nach dem Spiel wirkte authentisch. Und zu seiner Verteidigung kann man durchaus anführen, dass solche Szenen auch dem modernen Tempofußball in der Bundesliga geschuldet sind: In einem immer schnelleren Spiel werden die Zeiträume, in denen Situationen eingeschätzt und Entscheidungen getroffen werden müssen, immer kürzer. Trotzdem war sein Einsteigen rücksichtslos. Die Sperre von fünf Spielen ist deshalb mehr als angemessen.

Grundsätzlich ist hartes Durchgreifen ist in Fällen wie diesen der einzig richtige Weg. Das gilt genauso für den Amateurfußball: Wer keine Rücksicht auf die Gesundheit des Gegenspielers nimmt, gehört mit Rot vom Feld gestellt und gesperrt. Da sollten die Schiedsrichter lieber einmal die Ohren auf Durchzug stellen, wenn ein Spieler in der Hitze des Gefechts verbal über die Stränge schlägt - natürlich nur, solange das im Rahmen bleibt. Frustabbau auf diese Art und Weise ist auf jeden Fall gesünder für den Gegenspieler als eine Brutgrätsche.

Ein kleiner Nachtrag noch zur Geis-Szene: Der Fernsehsender Sport 1 nahm sie zum Anlass, die zehn schlimmsten Fouls der Bundesliga-Geschichte aufzulisten. Mit dabei war unter anderem FCK-Spieler Marian Hristov, der 1999 ausgerechnet Grätschen-Spezialist Dieter Eilts von Werder Bremen abräumte und dafür zum Duschen geschickt wurde. Auf Platz eins der Liste landete Werder-Verteidiger Norbert Siegmann, der 1981 Bielefelds Ewald Lienen den Oberschenkel aufschlitzte. Eine Szene, die man sich besser nicht beim Abendessen anschauen sollte. Für das Foul gab es übrigens Gelb.