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Eishockey-Regionalliga Südwest: Gegen Heilbronn fängt die Runde bei Null an

Eishockey-Regionalliga Südwest : Gegen Heilbronn fängt die Runde bei Null an

Die reguläre Saison ist vorbei: Mit den Playoffs beginnt jetzt für die Eishockeyfans die spannendste Zeit des Jahres. Zum Abschluss der Hauptrunde ließ Tabellenführer EHC Zweibrücken am Samstagabend noch einmal die Muskeln spielen und raubte dem ESC Hügelsheim durch ein 5:2 (2:0/2:1/1:1) die letzte Playoff-Chance. In der K.o.-Runde treffen die Hornets nun im Halbfinale auf den Heilbronner EC.

Der Auftritt in Hügelsheim könnte durchaus als Blaupause für die gesamte Zweibrücker Saison durchgehen: Gnadenlos effizient, ein sicherer Rückhalt zwischen den Pfosten und bei Rückschlägen stets die richtige Antwort parat. Mit diesen Tugenden haben sich die Hornets souverän Platz eins in der Hauptrunde gesichert. „Wir sind gut gestartet und haben zur richtigen Zeit die Tore gemacht“, war EHC-Trainer Ralf Wolf „absolut zufrieden“ mit der Vorstellung bei den Baden Rhinos.

Gleich aus dem ersten Überzahlspiel schlugen die Zweibrücker Kapital. Marco Trenholm – an alter Wirkungsstätte in Höchstform – bediente Maximilian Dörr, der die frühe 1:0-Führung erzielte. Die Hausherren, die mit dem Rücken zur Wand standen, hatten ihre Möglichkeiten, fanden aber in EHC-Goalie Sebastian Trenholm ihren Meister. „Hügelsheim hat uns alles abverlangt. Chancen waren auf beiden Seiten da. Kompliment an Sebastian, er hat einen super Tag gehabt und uns die drei Punkte mit seinen super Saves festgehalten“, sparte Wolf im Anschluss nicht mit Lob für die beiden Trenholm-Brüder. „Die Jungs haben sich in ihrer alten Heimat selbst belohnt.“

Mit einem Mann mehr auf dem Eis schlugen die Hornets noch vor der Drittelpause erneut zu. Verteidiger Vladimir Zvonik (18.) war diesmal der Torschütze. „Im Überzahlspiel sind wir derzeit richtig stark“, betonte Wolf und belegte das auch mit Zahlen. Mit mehr als 31 Prozent Trefferquote im Powerplay sind die Zweibrücker das mit Abstand effektivste Team der Liga. „Wir hatten uns viel vorgenommen, aber nach zwei Gegentoren hat man gemerkt, dass die Mannschaft ein bisschen resigniert hat“, erkannte ESC-Trainer Richard Drewniak, der den EHC Zweibrücken von 2013 bis 2016 betreute, die Überlegenheit seine Ex-Vereins an: „Ich schätze die Arbeit, die in Zweibrücken geleistet wird – auch unter Terry Trenholm. Ralf hat der Mannschaft nochmal seine eigene Note mitgegeben.“

Davon durften sich die 642 Zuschauer im Baden-Airpark im zweiten Drittel überzeugen: Kurz nach Wiederbeginn vollendete Marco Trenholm ein Zuspiel von Marcel Hoffmann zum 3:0. Sechs Minuten später stand der EHC-Stürmer wieder im Mittelpunkt, als die Scheibe über Dörr bei Trenholm landete, der Max Häberle im Hügelsheimer Kasten den vierten Gegentreffer einschenkte. Eine Hiobsbotschaft musste Wolf allerdings hinnehmen. Stürmer Calvin Engel hat sich wohl das Handgelenk gebrochen, für ihn ist die Runde vorzeitig beendet. Nach Marcel Ehrhardt (Verletzung an der Kniescheibe) der zweite schwere Ausfall, den die Hornets im Saisonendspurt verkraften müssen.

Weniger weh tat es da, dass es auch die Hausherren im Mittelabschnitt aufs Scoreboard schafften. Während Claudio Schreyer eine Zwei-Minuten-Strafe für den EHC abbrummte, verkürzte Graham Brulotte auf 1:4. „Ab dem zweiten Drittel haben wir nochmal alles in Waagschale geworfen. Aber irgendwie spiegelt es unsere Saison wider. Wir waren bemüht, haben aber vorne nix getroffen“, haderte Drewniak mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft.

Ein wirkliches Aufbäumen der Hügelsheimer war nicht zu spüren. Spätestens nach dem 5:1 durch Maximilian Dörr (49.) mussten sich die Anhänger damit abfinden, dass der Playoff-Zug ohne die Rhinos abfährt. „Es ist schade, weil das Potenzial in der Mannschaft da war. Aber wir hatten in den letzten zwei Jahren einen großen Umbruch. Die Mannschaft wurde radikal verjüngt, das braucht Zeit, aber ich glaube an das Team. Vielleicht hat ein richtiger Knipser gefehlt“, meinte Drewniak im anschließenden Pressegespräch. Zumindest Ergebniskosmetik konnten seine Spieler noch betreiben. Zehn Minuten vor dem Ende traf Björn Groß noch zum 2:5-Endstand.

Während für Hügelsheim die Saison voraussichtlich beendet ist (laut Drewniak sei noch eine Pokalrunde mit den vier Teams, die die Playoffs verpasst haben, im Gespräch), heißt es für die Hornets ab sofort „volle Konzentration auf Heilbronn“. Die Eisbären sicherten sich zum Abschluss Platz vier und damit das letzte verbliebene Playoff-Ticket. Dass der Halbfinal-Gegner Heilbronn und nicht Bietigheim heißt, interessiert Hornets-Coach Wolf nicht wirklich. „Alle vier Mannschaften sind fast auf einem Niveau. Da entscheidet die Tagesform.“

Heilbronn werde definitiv „kein Selbstläufer“, warnt Wolf. Davon habe er sich am Freitagabend ein Bild gemacht, als die Eisbären inihrem „Alles-oder-nichts-Spiel“ dem Druck standhielten und den direkten Konkurrenten Eppelheim mit 8:2 vom Eis fegten. „Das ist eine intakte Mannschaft gegen die wir unser bestes Eishockey aufbieten müssen.“ Große Veränderung will der Zweibrücker Trainer vor dem ersten Duell am Sonntag (18.30 Uhr) in der Ice-Arena nicht mehr vornehmen. „Wir haben schließlich sechs der letzten sieben Spiele gewonnen“, betont Wolf. „Warum sollte ich jetzt ein System ändern, das funktioniert?“

Im zweiten Halbfinale treffen bereits am Freitag (20 Uhr) der EV Ravensburg und der SC Bietigheim-Bissingen 1b, der sich gestern durch einen 6:2-Erfolg über die Maddogs Mannheim Rang drei sicherte, aufeinander.