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Gefangen in schlechten Bedingungen

Gefangen in schlechten Bedingungen

Der FC Homburg bemüht sich um eine ambitionierte Jugendarbeit. Dabei sind die Voraussetzungen eher schlecht. Die Trainingsmöglichkeiten sind bescheiden, die Konkurrenz gewaltig. Helfen soll ein Spezialprojekt mit der U12.

Die Trainingsbedingungen beim Fußball-Regionalligisten FC Homburg sind nicht einfach. Der schlechte Zustand des Rasens auf dem Platz hinter dem Waldstadion lässt während der kalten Jahreszeit kaum Training zu. Eine Sanierung des stadteigenen Geländes scheiterte bislang stets am fehlenden Geld. Der 2010 vom Verein erworbene Platz in Erbach ist auch keine Alternative - zum Trainieren zu uneben, zum Sanieren zu teuer.

Zu wenige Trainingsplätze

Über das ganze Jahr gerechnet bleibt nur der Kunstrasen vor dem Waldstadion, dessen Nutzungsplan entsprechend eng getaktet ist. Das Problem betrifft nicht nur die Regionalliga-Mannschaft, sondern vor allem auch deren Nachwuchsarbeit.

Die schwierigen Bedingungen machen es dem FCH nicht leicht, im Konkurrenzkampf mit den beiden anderen saarländischen Regionalligisten 1. FC Saarbrücken und SV Elversberg , die ohnehin einen gewaltigen Vorsprung haben, zu bestehen. Dazu kommt Zweitligist 1. FC Kaiserslautern , der ebenfalls das saarländische Angebot an talentierten jungen Spielern im Blick hat.

"Wir haben einfach zu wenige Kunstrasenplätze in Homburg ", sagt FCH-Sportkoordinator Steven Dooley. "Es ist traurig, dass wir teilweise Kinder wegschicken müssen, die bei uns Fußball spielen möchten. Aber das Problem sind die fehlenden Kapazitäten", bedauert der 54-Jährige die Situation. Dabei habe der Verein personell einiges zu bieten, wie Dooley erklärt: "Was die Betreuung des Nachwuchses angeht, sind wir sehr gut aufgestellt. Ich glaube nicht, dass wir uns personell hinter Saarbrücken und Elversberg verstecken müssen." Das sieht auch der Trainer der Regionalliga-Mannschaft, Jens Kiefer, so: "Die Leute arbeiten dort hervorragend."

Sport und Bildung

Umso bedauerlicher ist es für Dooley, das eigene Angebot nur bedingt ausweiten zu können. Mit dem Projekt "Bildung und Schule" versucht der FCH, schulische und fußballerische Ausbildung der Nachwuchskicker besser zu verzahnen. Dazu hat der Verein mit seiner U12-Mannschaft in dieser Saison ein sogenanntes "Exzellenzprojekt" gestartet. Die Spieler sollen über einen Zeitraum von fünf Jahren hinweg besondere Förderung erhalten. Dooley, der in dem Projekt auch selbst als Trainer tätig ist, weiß, dass die Bevorzugung einer einzelnen Mannschaft auch auf Kritik stoßen wird. "Der ein oder andere wird das ungerecht finden, aber in der Breite können wir das nicht leisten", sagt der frühere Oberliga-Trainer des FK Pirmasens und der U19 des FCK.

Fernziel ist es, die Durchlässigkeit vom A-Jugendbereich in die Herren-Regionalliga zu erhöhen. Seit Jahren hat in Homburg kein Eigengewächs den Sprung in die erste Mannschaft geschafft. Die Frage nach dem Sinn, zwischen FCS, SVE und FCK eine ambitionierte Jugend aufzubauen, stellt sich ohnehin, wenn die eigenen Nachwuchsspieler keine wirkliche Chance haben. Dafür sei der Klassenabstand der Jugendmannschaften zur vierthöchsten Spielklasse bei den Herren einfach zu groß, erklärt Dooley: "Die U17 und U19 müssen mindestens Regionalliga spielen, um eine Chance zu haben." Die Homburger Nachwuchsteams dieser Altersklassen spielen derzeit in der Verbandsliga und stehen dort im vorderen Mittelfeld.