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Fußball-Verbandsligist SG Rieschweiler hätte nichts gegen Saisonabbruch

Fußball-Verbandsliga : SG Rieschweiler hätte nichts gegen Abbruch

Der Tabellenvorletzte der Fußball-Verbandsliga Südwest hält nichts von dem Vorschlag des SWFV, die Runde erst frühestens ab September fortzuführen. Neben der sportlichen Ungewissheit kommen in der Corona-Krise auch finanzielle Sorgen auf.

Einsam und verlassen liegen die beiden Fußballplätze, ein Rasen und ein Kunstrasen, der SG Rieschweiler dieser Tage mitten im Wald an der Dicken Eiche da. Training und Spielbetrieb ruhen auch hier seit Mitte März. Beim Fußball-Verbandsligisten kreist alles um die Frage, wann und in welcher Form es mit dem Fußball weitergehen kann. „Das ist natürlich die Gretchenfrage“, erklärt einer der Vorsitzenden und Trainer Steffen Sprau. Eine mögliche Variante: Abbruch der Saison und die Wertung der Tabelle ohne Absteiger. Der derzeitige Tabellenführer FC Speyer würde aufsteigen. Die SG Rieschweiler und Schusslicht ASV Fußgönheim, zurzeit auf den Abstiegsrängen 15 bis 16, dürften auch in der kommenden Saison 2020/21 weiter in der Verbandsliga Südwest antreten.

„Einen Spielabbruch mit dieser Wertung würden wir sehr begrüßen“, betont Sprau. Auch einer Fortsetzung der Saison wären die Rieschweiler nicht gänzlich abgeneigt. Wenn das noch im Rahmen der regulären Spielzeit geschehen könnte. Schließlich liege das Team punktgleich mit dem 14. SV Steinwenden und nur zwei Punkte hinter dem 13. Eintracht Bad Kreuznach. Sprau: „Bei noch zehn ausstehenden Partien hätten wir schon noch Möglichkeiten, uns um den einen oder anderen Platz zu verbessern.“ Keinesfalls begeistert sind Trainer, Spieler und Vorstand allerdings von der Idee des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV), die Saison erst ab September oder gar im nächsten Jahr zu vollenden. „Wie soll das gehen? Spielerverträge laufen Ende Juni aus?“, verweist der Vorsitzende und bei der SG Rieschweiler für die Finanzen verantwortliche Tobias Weis auf offene Fragen. Planungen sind da schwierig.

„Für die kommende Saison haben wir zudem schon einige Veränderungen im Kader vorgenommen“, sagt der Trainer. So rücken nicht weniger als neun Jungs aus der eigenen U19 ins Verbandsligaaufgebot. Von außerhalb hat sich der SGR mit Stürmer Mirko Tüllner vom TSC Zweibrücken, mit Mittelfeldspieler Luca Baur vom SC Hauenstein und Innenverteidiger David Wagner von der U19 des FK Pirmasens bisher verstärkt. Sprau selbst macht Platz für einen neuen Trainer. Patrick Hildebrand kommt vom FK Petersberg. Sprau wird dann als Co-Trainer weiter der SG Rieschweiler zur Verfügung stehen.

 Während sich auf sportlicher Ebene einiges positiv bei der SG Rieschweiler entwickeln könnte, sieht es auch bei dem kleinen Amateurfußballclub  in Sachen Finanzen weniger gut aus. Wegen der Corona-Krise ist das Sportheim seit Mitte März zu. „Daher fehlen uns auch schon jetzt einige nicht unerhebliche Einnahmen“, betont Tobias Weis. Bis Juni könnte der Verein unter diesen Umständen noch einigermaßen über die Runden kommen, dann aber werde es eng. Weis: „Allein im Mai fallen erhebliche Einnahmen weg.“ Wegen des Versammlungsverbotes entfallen das traditionelles Fest zum 1. Mai und auch die Großveranstaltung an Christi Himmelfahrt (21. Mai.). „Zu verhungern braucht aber am 1. Mai keiner“, erklärt Tobias Weis, dass zumindest an manchen Traditionen festgehalten wird.  Hoch im Kurs steht der Spießbraten, den die SGR selbst über dem Grill zubereitet. Wenn schon das Fest im und vor dem Sportheim ausfallen muss, dann behilft sich der Club, wie behördlich erlaubt, mit einem Abholservice vor Ort. „Wir grillen unter den Maßnahmen, die vorgegeben sind, und jeder Interessent kann sich seine Spießbraten-Portionen abholen.“ Damit erhoffen sich die Rieschweiler, den finanziellen Ausfall wenigstens ein bisschen kompensieren zu können. Auch das geplante Sportfest der SGR über eine Woche im Juli fällt aus. Sprau und Weis hoffen, dass der Verein wenigstens im September wieder das Sportheim öffnen kann, um dann auch vom 19. bis 21. September zu dem Großereignis im Ort – der Rieschweiler Kirmes – einladen zu können. Aber auch da sehe es wohl schlecht aus, meinen die SGR-Vorsitzende mit dem Verweis, dass schon jetzt das Oktoberfest in München der Corona-Krise zum Opfer fiel. „Vieles ist ungewiss, in sportlicher und finanzieller Hinsicht“, sagt Steffen Sprau. Wie die vielen anderen Leidtragenden auch, müssten und könnten auch die Kicker von der Dicken Eiche in dieser ungewöhnlichen Zeit einfach nur abwarten.

Damit der Verein für den 1. Mai besser planen kann, bittet die SG Rieschweiler  um Vorbestellung der Spießbratenportionen bei Tobias Weis unter der Telefonnummer 0177 7 83 26 25.