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Fußball-Verbandsliga: SG Rieschweiler hofft auf schnellen Wiederbeginn

Fußball-Verbandsliga : Unterbrechung zum ungünstigsten Zeitpunkt

Bei der SG Rieschweiler passte in dieser Saison noch nicht viel zusammen – die Entwicklung war aber eine Positive. Die neue Corona-Pause macht es dem Fußball-Verbandsligisten allerdings nicht einfacher.

Für die SG Rieschweiler um Spielertrainer Patrick Hildebrandt kam die neuerliche Corona-Zwangspause zum „denkbar ungünstigsten“ Zeitpunkt. Die Blau-Weißen hatten Ende November im siebten Saisonspiel der Fußball-Verbandsliga Gruppe 1 gerade ihren ersten Punktgewinn gefeiert, da wurde der Spiel- und Trainingsbetrieb aufgrund der hohen Infektionszahlen erstmal wieder auf Eis gelegt. Zwar kam das nicht überraschend, sondern war nach den Entwicklungen in den vergangenen Wochen für Hildebrandt „irgendwie abzusehen“ – aber das ist auch kein Trost.

„Wir wollten uns weiterentwickeln und da ist die Pause jetzt natürlich Gift“, sagt der SGR-Coach. Der 37-Jährige hatte zuletzt auch eine von den Ergebnissen unabhängige positive Entwicklung ausgemacht, die durch die Unterbrechung auf unbestimmte Zeit nun erstmal unterbrochen ist.

„In den ersten drei Saisonspielen waren wir nicht konkurrenzfähig“, blickt der neue Mann an der Dicken Eiche auf den verkorksten Start zurück. Danach hätte seine junge Mannschaft angefangen sich mehr zuzutrauen. Sie kam besser in die Zweikämpfe und stand nach einem Systemwechsel hin zu einer Fünfer-Abwehrkette defensiv stabiler. Zwei ganz knappen Niederlagen folgte ein Ausrutscher gegen Meisenheim (1:7). „Das ist typisch bei jungen Mannschaften, in manchen Spielen wieder in alte Muster zurückzufallen“, sagt Hildebrandt. Dass dies tatsächlich nur ein Ausrutscher in einer positiven Entwicklung war, bewies die SGR nur eine Woche später bei jenem ersten Punktgewinn gegen Steinwenden.

Um in der Verbandsliga-Südwest zu bestehen, sei ein Punkt aus sieben Partien natürlich viel zu wenig. Das weiß auch der Trainer. Doch in Rieschweiler kalkuliert man den Abstieg in dieser Saison mit ein. Ziel sei vor allem, dass die junge Mannschaft so viel spielt wie nur möglich. „Den Jungs, die aus der A-Jugend hochgekommen sind, fehlt fast ein ganzes Jahr“, bedauert Patrick Hildebrandt. Dabei sei es gerade in dieser Phase der Entwicklung ungemein wichtig, auf dem Platz Erfahrung zu sammeln. Rieschweiler hat in den zurückliegenden zwei Jahren acht A-Jugendliche in die erste Mannschaft eingebaut. „Die wollen Gas geben – es geht um ihr Hobby.“

Die SGR wünscht sich daher ganz klar, dass es im Dezember weitergeht mit dem Amateurfußball, wenn sich Hildebrandt das gerade auch nicht wirklich vorstellen kann. „Im Dezember werden die Plätze wieder schlecht bespielbar sein, da wird auch wieder einiges ausfallen.“

Je länger es dauert, bis es weitergeht, desto schwieriger werde es für die Blau-Weißen auch, den – zwar einkalkulierten, aber nicht angestrebten – Abstieg zu verhindern. Vorgesehen ist im aktuellen Modus nach Abschluss der geteilten Verbandsliga-Runde mit nur neun Mannschaften eine Auf- und eine Abstiegsrunde. Die SGR, die derzeit abgeschlagen Tabellenletzter ist, hätte in dieser noch die Möglichkeit, sich in weiteren Partien gegen den Gang in die Landesliga zu stemmen. Sollte bei einer längeren Pause nur die Abschlusstabelle der Liga zählen, müsste Rieschweiler in den verbleibenden acht Spielen noch den Sprung über den Strich schaffen. „Für uns wird es so oder so sportlich ganz schwierig“, sagt Trainer Patrick Hildebrandt.

Um das schwierige Vorhaben aber zu schaffen, will der 37-Jährige nach der Pause auch wieder mitmischen. Entweder Hildebrandt selbst oder Co-Trainer Steffen Sprau sollen die junge Mannschaft nämlich auf dem Platz führen. Sprau kam diese Saison wegen einer Verletzung noch nicht zum Einsatz – Hildebrandt absolvierte vier von sieben Partien. „Ich will den jungen Spielern keinen Platz wegnehmen, aber ich hatte bisher schon den Eindruck, dass der Mannschaft das hilft.“

SGR-Spielertrainer Patrick Hildebrandt. Foto: maw/Martin Wittenmeier

Ob es seinen Jungs auch hilft, zumindest individuell zu trainieren und sich durch Läufe fit zu halten? Das ist aktuell das einzige, was die Hildebrandt-Schützlinge in der trainings- und spielfreien Zeit tun können. Bevor es wieder einmal Richtung Neustart geht.