TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken Zweibrücker Fußball-Ehe bleibt doch bestehen

Rimschweiler · Im Februar noch hatte die Spielgemeinschaft TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken ihre Trennung verkündet. Nun soll die Zusammenarbeit nicht nur weitergehen, sondern intensiviert werden. Nicht nur bei den Aktiven.

In den Farben und der Sache weiter vereint bleiben nun doch die VB Zweibrücken und der TuS Rimschweiler: VBZ-Vorstand Johannes Müller, Felix Brunner (Spielertrainer), Christian Zech (Spielertrainer), Ahmed El Khadem-Neuhäuser (Spielertrainer) und TuS-Sportvorstand Marco Schwarz.

In den Farben und der Sache weiter vereint bleiben nun doch die VB Zweibrücken und der TuS Rimschweiler: VBZ-Vorstand Johannes Müller, Felix Brunner (Spielertrainer), Christian Zech (Spielertrainer), Ahmed El Khadem-Neuhäuser (Spielertrainer) und TuS-Sportvorstand Marco Schwarz.

Foto: Svenja Hofer

Wende bei der eigentlich bereits beschlossenen Auflösung der Spielgemeinschaft TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken. Die beiden Fußballvereine werden ihre bisher zweijährige Zusammenarbeit nun doch fortsetzen. Zudem wollen sie künftig auch in der Jugend mehr Synergien nutzen, um sich zukunftsfähig zu machen, wie Vertreter beider Clubs am Dienstag im Sportheim des TuS erklärten.

„Es gab ein paar Probleme, aufgrund derer man zuerst gesagt hat, man geht getrennte Wege. Aber wir haben alle jetzt doch gemerkt, es gibt viele Ziele, die die Vereine verbinden – und wenn man die zusammen umsetzt, hat das einen Mehrwert für beide“, sagt VB-Vorstand Johannes Müller. Und so wird der TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken in der neuen Saison mit der ersten Aktiven-Mannschaft in der A-Klasse Pirmasens/Zweibrücken und der Zweiten in der B-Klasse West antreten.

Nach dem zunächst beschlossenen Aus der SG hatten die VBZ nach dem zweiten Abstieg in Folge in die A-Klasse auch Gespräche mit dem Stadtrivalen TSC Zweibrücken geführt, die aber ohne Einigung ausgingen. Vor Pfingsten haben sich dann die Verantwortlichen des TuS und der VBZ nochmal zusammengesetzt, „wie es vernünftige Menschen machen“, erklärt Rimschweilers Vorsitzender Hans-Peter Schmidt. Jeder habe ehrlich seine Meinung gesagt, Fehler wurden angesprochen, „die sollen jetzt nicht mehr passieren“. Künftig wollen sich die Vereine häufiger zusammensetzen, die gemeinsame Vorstandsarbeit soll intensiviert werden, auch bei Veranstaltungen sollen sich die Vereinsmitglieder gegenseitig unterstützen.

„Die Vorstände haben sich im Prinzip ja immer gut verstanden“, betont Müller und ergänzt: „Wir haben uns nun die ganze Geschichte konzeptionell angesehen, geschaut, in welche Richtung das für beide Vereine gehen kann. Und haben gemerkt, dass da eigentlich ein großer gemeinsamer Nenner ist.“ Im sportlichen Bereich bei den Aktiven, der Jugend und im AH-Bereich, „in dem das in den vergangenen Jahren ja wirklich schon so gelebt worden ist, wie so eine Spielgemeinschaft aussehen sollte“, wollen sich die Clubs für die Zukunft breiter aufstellen. „Das große Ziel ist es, uns im Aktivenbereich wirklich als eine sportliche Gemeinschaft zu präsentieren, nicht so, dass bei den Mannschaften gesagt wird: Das ist die VB, das ist Rimschweiler.“ Dazu in der Vergangenheit mit beigetragen habe auch, so Schmidt, dass die Erste und die Zweite von der Klassenzugehörigkeit mit Landes- beziehungsweise Bezirksliga und B-Klasse recht weit auseinander gelegen haben.

Auch im Nachwuchsbereich wollen die beiden Clubs nun enger zusammenarbeiten. „Es wird in ein paar Jahren so kommen, dass es für viele Vereine, die es jetzt noch nicht verstehen, zu spät ist für eine Spielgemeinschaft“, ist sich Schmidt sicher: „Wenn wir da jetzt schon dagegen steuern, haben wir einen Vorteil. Vor allem, wenn wird das in der Jugend weiter forcieren. Müller fügt an: „Es ist wichtig, dass da ein Jugendkonzept dahinter steckt, durch das auch Spieler in den Aktivenbereich hochrücken. Ich denke, dass wir da mit Jan Nowak von der TuS-Seite einen Jugendleiter haben, der eine herausragende Arbeit macht.“

Bei den Aktiven mussten in einem weiteren Gespräch dann noch die Spielertrainer mit ins Boot gebracht werden– David Schwarz (43) und Felix Brunner (32) von den VB sowie Ahmed El Khadem-Neuhäuser (38) und Christian Zech (32) vom TuS. Nach diesem seien sich beide Seiten letztlich recht zügig einig gewesen, die Ehe doch fortzusetzen. „Da haben wir eine sehr gute Lösung gefunden“, findet Müller. Brunner, der vor der abgelaufenen Saison zu den VB zurückkehrte, und Rückkehrer Zech, der vom saarländischen SV Schwarzenbach nach Rimschweiler kommt, werden demnach die A-Klasse-Mannschaft übernehmen, El Khadem-Neuhäuser die aus der B-Klasse. Sein letztjähriger Mit-Trainer Dominik Stegner bleibt dem Club als Spieler erhalten. Der langjährige VB-Spieler und -Coach Schwarz soll „der verlängerte Arm“ des „gleichberechtigten“ Trios und Bindeglied zum Vorstand werden. „Er hat einfach Bock, weiter Verantwortung zu übernehmen.“ Für Brunner, der schon im Winter gemeinsam mit Schwarz verlängert hatte, kam es auch nach dem erneuten Abstieg der VB nicht infrage, dem Verein nun doch den Rücken zu kehren: „Wir haben ja zu einem Zeitpunkt zugesagt, als noch gar nicht klar war, wie es überhaupt bei uns weitergeht. Mich persönlich freut es extrem, dass es nun mit Rimschweiler weitergeht.“

Wie genau die Spieleraufteilung in die beiden Mannschaften künftig aussehen wird, ist offen. „Es ist uns wichtig, dass alle die gleichen Chancen haben, sich im Training für die A-Klasse-Mannschaft anzubieten. Wir wollen uns als Einheit sehen“, erklärt Müller, weshalb beide Teams zusammen trainieren werden. „Die Jungs werden nach dem Leistungsprinzip dort spielen, wo ihr Ehrgeiz, ihre Trainingsbeteiligung, aber natürlich auch ihre Qualität sie hinbringt.“ Der TuS stellt nach jetzigem Stand 27 Spieler, wie Sportvorstand Marco Schwarz erklärt. Die VB bringen 15 dazu. Die Pässe der Jungs bleiben beim jeweiligen Verein. Gespielt wird vornehmlich auf dem Rimschweiler Rasen. „Natürlich wird es auch bei den VB mal Events geben, aber wir wollen, dass das Vereinsleben im Vordergrund steht – und das passt in Rimschweiler mit dem Clubheim und dem Drumherum alles gut“, erklärt Müller: „Natürlich ist es aber auch gut, wenn man einen zweiten Platz zur Verfügung hat.“

Recht klar formulieren die Verantwortlichen schon die sportlichen Ambitionen für die kommende Saison. „Wenn man aus der Bezirksliga absteigt und der Kader weitestgehend zusammenbleibt, dann sollte das Ziel der Ersten schon sein, attraktiven Fußball zu spielen und im oberen Drittel zu landen“, sagt Müller. Für die „junge zweite Mannschaft“ werde das schwieriger, schätzt Schmidt. „Die B-Klasse wird – womöglich mit dem TSC II – Stambach, Hornbach, Knopp stark. Da wird es das erste Ziel sein, die Liga zu halten. Aber ich hoffe schon, einen Mittelfeldplatz zu erreichen.“ Als weiteres wichtiges Ziel der Zweiten sieht Müller, einen starken Unterbau für die Erste zu schaffen „und dass, das Spielsystem so ist, dass die Jungs alles mit auf den Weg bekommen, um sich auch für die A-Klasse zu empfehlen“. Zudem solle jeder oben und unten aushelfen, „um als Einheit Siege feiern zu können“. Am liebsten möglichst viele und noch möglichst lange. „Wenn das auseinandergeht, könnte es sein, dass es in ein paar Jahren weder die VB noch den TuS Rimschweiler gibt“, hofft Schmidt, dass diese Fußball-Ehe nun doch noch etwas anhält.

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