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Fußball: SG Knopp/Wiesbach startet gegen Eppenbrunn in die Saison

Fußball-Bezirksligist SG Knopp/Wiesbach : Nuhic will ein Team mit großem Herzen

Für die Fußballer der SG Knopp/Wiesbach beginnt die neue Spielzeit in der Bezirksliga am Sonntag mit einem Heimspiel gegen Eppenbrunn. Dass seine Mannschaft den Landesliga-Aufstieg vergangene Saison in der Relegation verpasste, hat SG-Trainer Sanel Nuhic immer noch nicht ganz verdaut. Nach einem großen personellen Umbruch hat der 45-Jährige aber wieder Blut geleckt.

Beinahe acht Wochen liegt er nun zurück. Jener Sonntag, am 12. Juni, als die Träume der SG Knopp/Wiesbach platzten. Die SG verlor das Rückspiel um den Aufstieg in die Fußball-Landesliga beim VfL Simmertal mit 1:3. Im Hinspiel hatten sich die Mannschaften Remis (1:1) getrennt. Nun heißt die Realität für Knopp/Wiesbach weiterhin Bezirksliga Westpfalz. Und die beginnt für die Spielgemeinschaft am kommenden Sonntag um 15.15 Uhr mit einem Heimspiel gegen Landesliga-Absteiger SG Eppenbrunn. Schon am darauf folgenden Mittwoch empfängt Knopp/Wiesbach um 18 Uhr Landesligist SC Weselberg in der zweiten Runde des Verbandspokals, ehe am Sonntag (14. August) um 15 Uhr das Derby in der Liga beim SV Battweiler angepfiffen wird.

Sanel Nuhic, der Trainer der SG Knopp/Wiesbach, macht keinen Hehl daraus, dass ihm Lokalduelle gegen seinen ehemaligen Verein, den TSC Zweibrücken, sowie die VB Zweibrücken und die SG Rieschweiler in der Landesliga lieber gewesen wären. „Ehrlich gesagt, muss ich immer noch an das Spiel in Simmertal denken. Das kann ich nicht so einfach sacken lassen“, sagt Nuhic. „Wir hatten die besseren Einzelspieler. Aber der Gegner hatte das größere Herz. Deshalb ist Simmertal auch vollkommen verdient aufgestiegen“, sagt der 45-Jährige.

Ende vergangenen Jahres schien seine Mannschaft noch auf dem besten Wege, den direkten Aufstieg in die Landesliga zu schaffen. Die Knopper überwinterten in der Hauptrunde mit 13 Siegen, einem Remis und einer Niederlage an der Spitze der Bezirksliga. Auch das letzte Hauptrundenspiel im neuen Jahr gewann die SG, die damit acht Punkte vor Weselberg über die Ziellinie ging. Doch in der Aufstiegsrunde wurden die Karten neu gemischt. Weil nur jene Punkte übernommen wurden, die gegen Teams erzielt wurden, die sich ebenfalls für die Aufstiegsrunde qualifiziert hatten, betrug der Vorsprung auf Weselberg vor der zweiten Saisonphase nur einen Punkt. Und nun begann Knopp/Wiesbach zu straucheln. Die SG leistete sich eine Reihe von unerwarteten Unentschieden und kam gegen den SV Nanz-Dietschweiler gar mit 1:5 unter die Räder. Am Saisonende hatte Weselberg vier Punkte mehr auf dem Konto als Knopp.

Dass seine Mannschaft das Niveau der Hauptrunde nicht halten konnte, dafür hat Nuhic mehrere Gründe ausgemacht. Zum einen die seiner Meinung nach zu lange, rund drei Monate andauernde Pause zwischen Haupt- und Aufstiegsrunde. Zum anderen schwerwiegende Ausfälle. Abwehrchef Kaio Cezar Silva de Souza zog sich einen Innenbandriss zu und fehlte rund zehn Wochen. „Gegen Saisonende war er zwar wieder dabei, aber seine überragende Qualität konnte er noch nicht abrufen“, hadert Nuhic. Auch Kapitän Shkodran Rexhaj, in der Hauptrunde 18-facher Torschütze, stand im neuen Jahr aus persönlichen Gründen nicht zur Verfügung. „Wir haben mit Dennis Gerlinger im Winter zwar auch einen überragenden Spieler dazugewonnen, aber dass der Kapitän plötzlich nicht mehr da war, war ein großer Rückschlag“, erinnert sich Nuhic.

Der ehemalige Profi (FC Homburg, 1. FC Saarbrücken), der in der Saison 2007/08 auch als Spieler das Trikot der SG Knopp/Wiesbach trug, hat aber noch einen dritten – und womöglich gravierendsten – Grund dafür ausgemacht, dass sein Team an Boden verlor. „Ich hatte schon im Winter bei einigen Spielern eine ‚Laisser-Faire‘-Einstellung erkannt. Ich habe immer wieder gewarnt, dass wir so Probleme bekommen werden. Und das hat sich spätestens in Simmertal, als der Gegner uns mit einfachen Mitteln niedergekämpft hat, auf die brutalst mögliche Art und Weise als wahr herausgestellt.“

Vor diesem Hintergrund sieht Nuhic den großen Umbruch in seinem Team mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge. Zehn Spieler sind gekommen. Neun haben den Verein verlassen. Darunter Abwehrchef Kaio, den es genauso zum Saarlandligisten FC Homburg II gezogen hat, wie den Regionalliga-erfahrenen Boris Becker. Neu bei der SG ist unter anderem der 19 Jahre alte Tim Wachall, der in der vergangenen Runde für den 1. FC Saarbrücken in der A-Junioren-Bundesliga gegen den Ball trat. Vom TSC Zweibrücken kamen Elias Kaiser und Leonard Hadasch.

Nuhics Saisonziel mit dem stark veränderten Kader: „Ich habe schon als Trainer beim TSC Zweibrücken immer gesagt: ‚Ich will besser sein als vergangene Saison‘. Das wäre ja diesmal der Aufstieg. Und ich weiß nicht, ob das realistisch ist. Das Team muss sich finden. Wir haben auch einige Spieler, die der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind. Aber unser Minimalziel ist die Teilnahme an der Aufstiegsrunde. Die Qualität dazu haben wir.“ Diese Qualität deutete die SG, die vor rund fünf Wochen das Training aufgenommen hat, in den Testspielen schon an. Die einzige Niederlage kassierte Knopp/Wiesbach gegen Oberligist 1. FC Kaiserslautern II (1:5). Alle anderen Partien gegen die Landesligisten SG Rieschweiler (3:0) und VfR Kaiserslautern (4:0), Bezirksligist SV Mackenbach (4:1) und die A-Jugend des 1. FC Saarbrücken (3:1) wurden gewonnen.

Unabhängig davon ist Nuhic mit dem Engagement seiner Mannschaft bislang hochzufrieden: „Jeder zieht im Training mit. Dafür, dass wir gerade in der Urlaubszeit sind, ist die Beteiligung sehr hoch. Und auch wenn ich bei der SG vergangene Saison erst am dritten Spieltag übernommen habe, glaube ich, dass wir deutlich fitter sind, als zum gleichen Zeitpunkt 2021.“

Eines aber ist dem Trainer besonders wichtig: Die SG Knopp/Wiesbach müsse kommende Saison nicht immer die Mannschaft mit den besseren Einzelspielern sein. Aber die, die auf dem Platz das größere Herz zeigt. Am besten schon am Sonntag im ersten Saisonspiel zu Hause gegen die SG Eppenbrunn.