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Fußball-Schiedsrichter Giuseppe Geraci schafft Sprung in Regionalliga

Fußball-Schiedsrichter Giuseppe Geraci : Eher durch Zufall Trikot gegen Pfeife getauscht

Giuseppe Geraci, Schiedsrichter der SpVgg. Einöd-Ingweiler schafft den Sprung in die Regionalliga.

Jahr für Jahr hart arbeiten, gute Leistungen zeigen, sich wenige Fehler erlauben. All das nennt Schiedsrichter Giuseppe Geraci als wichtige Schritte, um sich stetig weiter zu entwickeln. Jetzt hat der 20-jährige Medizinstudent die Berufung erhalten, in der kommenden Saison Spiele der Fußball-Regionalliga Südwest zu leiten.

„Hier wächst etwas großes heran“, hatte Wolfgang Brünnler, Vorsitzender der Spielvereinigung Einöd-Ingweiler, dessen Farben Geraci nun bis hinauf nach Kassel und in den Süden nach Freiburg vertritt, schon vor drei Jahren vorausgesagt. „Der Aufstieg von Giuseppe macht uns stolz, zumal uns als kleiner Amateurverein damit auch im überregionalen Bereich eine Ausnahmestelle zukommen sollte.“, unterstreicht er.

Giuseppe Geraci, gebürtiger Schwarzenbacher, der in Blieskastel wohnt, will sich jetzt in der neuen Klasse etablieren, den Ansprüchen gerecht werden. Er bezeichnet es als einen „Riesenschritt“ aus der Oberliga in die vierthöchste deutsche Spielklasse aufzusteigen. Daneben ist er schon seit zwei Jahren Referee in der U19-Bundesliga und hat schon einige Erfahrungen gesammelt. Zudem wird er weiterhin auf den Plätzen der der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saarland zu beobachten sein.

Begonnen hat seine Karriere als Unparteiischer eher zufällig. „Ich war 13 und es war bei einem Spiel in der C-Jugend, als ich mit den Leistungen des Schiedsrichters nicht einverstanden war,“ erinnert er sich zurück. „Das kann ich besser, dessen war ich mir sicher,“ sagt Geraci. Einige Tage später fiel ihm ein Anmeldeformular zu einem Schiedsrichter-Anwärterlehrgang auf dem Gelände der DJK St. Ingbert in die Hände. Aus dem Probieren wurde nach drei Samstagen das Bestehen und bald darauf folgten die ersten Leitungen von Jugendspielen.

Er habe schnell „Feuer gefangen“ und hing wenig später seine Fußballschuhe, die er damals schon für den Homburger Vorstadtclub geschnürt hatte, als Aktiver Kicker an den Nagel. Es war zeitlich nicht mehr miteinander vereinbar. Heute ist er sich sicher, richtig entschieden zu haben. Gerade, dass man sich durch die „Schiedsrichterei“ auch persönlich weiter entwickeln könne, im Spiel mehr soziale Verantwortung übernehmen und insbesondere – nachdem er im Gespann mit zwei Linienrichter auf den Platz läuft – auch Führungsqualitäten beweisen muss, wertet er als positive und wichtige Begleiterscheinungen. Nicht weniger wichtig sei es kritik- und koordinationsfähig, aber auch dem stetig steigenden Leistungsdruck gewachsen zu sein. Dankbar ist Giuseppe Geraci auch dafür, dass in den jetzt acht Jahren viele seinen Weg begleitet, ihm mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben. „Ich bin mir sicher, dass ich ohne die Begleitung meiner Coaches, Schiedsrichterassistenten, erfahreneren Schiedsrichterkameraden und Unterstützer nicht da wäre, wo ich heute bin“, konstatiert er. Auch dem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Brünnler zollt er dabei höchstes Lob und Dank. Neben seinem Studium, eingeschrieben in der Universitätsklinik Homburg, wo er kürzlich ein „sehr spannendes“ Praktikum in der Neurologie in der Vorbereitung auf das Physikum absolviert hat, muss er sich auch auf die neuen Aufgaben auf dem Platz vorbereiten.

Neben dem wöchentlich einmal auf der Sportschule in Saarbrücken stattfindenden Training steht auch Individualtraining, die Vorbereitung auf die Leistungsprüfungen und die Absolvierung eines Lehrganges auf dem Stundenplan. Schiedsrichter in einer solch hohen Spielklasse zu sein, so Geraci, erfordert einen hohen Aufwand. So gebe es nicht nur die 90 MInuten des Spiels selbst, sondern auch die Tage zuvor, die im Zeichen der Vorbereitung darauf stehen. Es gelte an- und abzureisen, sich sein Equipment bereitzulegen, sich aber auch ständig den neuen Anforderungen, wozu auch die Regeländerungen gehören, zu stellen.

Die Stimmung beim Hallenmasters, aber auch als Assistent bei einem Spiel des Opel-Cups in der gleichnamigen Arena in Mainz, wo die europäischen Spitzenclubs FC Sevilla und FC Everton aufeinandertrafen, bezeichnet er als erinnerungswürdige Ereignisse einer Schiri-Karriere. Dazu zählt auch die Leitung des Saarlandpokal-Spiels Rot-weiß Hasborn gegen den 1. FC Saarbrücken im Oktober 2019. Auch seinen Heimatverein, die Spvgg. Einöd-Ingweiler mit ihren über zehn Schiedsrichtern, sei ein wichtiger Anker in seinem sportlichen Leben. Jetzt hofft Geraci, dass es nvh den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, bald wieder richtig los geht. Kürzlich assistierte er immerhin bereits beim Freundschaftsspiel der Regionalligisten Kickers Offenbach gegen Rot-Weiß Koblenz.