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Fußball: SC Stambach feiert Aufstieg in die A-Klasse

Meisterporträt SC Stambach : In kuriosem Saisonfinale zum Titel

Die Fußballer des SC Stambach haben die Meisterschaft in der B-Klasse und den damit verbundenen Aufstieg gefeiert. Die neue Runde will das Team von Markus Bolies und Steven Hörner ohne Druck angehen.

Als wären die Spielzeiten seit Beginn der Corona-Pandemie nicht ohnehin schon seltsam genug – der Saisonausklang in der Aufstiegsrunde der Fußball-B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken (Gruppe A) hatte da gleich noch mehrere Kuriositäten zu bieten. An deren Ende der SC Stambach die Meisterschaft und den Aufstieg feierte.

Nach über einem Jahrzehnt in der B-Klasse – letztmals gab der Verein in der Saison 2006/07 ein kurzes Gastspiel in der Bezirksklasse (heutige A-Klasse) – schafften die Rot-Schwarzen in einer spannenden Runde den Sprung nach oben. „Wenn eine Mannschaft den Meister macht und aufsteigt, ist das schön für den gesamten Verein“, erklärt SC-Vorstand Bernd Sefrin. Nicht nur nach der anstrengenden Corona-Zeit sei „solch ein Moment für die einzelnen Spieler und als Team etwas Besonderes. Man ist stolz und freut sich natürlich mit.“ Wenn dieser Moment des Titelgewinns und der abschließende Spieltag auch durchaus kurios verliefen.

Bis kurz vor Ende der Runde lieferten sich die dominierenden Teams des SC Stambach und des TV Althornbach ein heißes Rennen an der Spitze. Ein Punkt fehlte dem SCS am vorletzten Spieltag noch zum Titel – an dem es im direkten Duell gegen den TVA ein echtes Endspiel hätte geben können. Doch der Tabellenzweite trat wegen Personalmangels nicht an, Stambach war Meister. „Natürlich gibt es blöde Situationen, in denen man Probleme hat, eine Mannschaft zu stellen“, weiß Sefrin. Dennoch sei der SC doch überrascht von der extrem kurzfristigen Absage gewesen, die nicht einmal durch einen Offiziellen des TVA erfolgt sei. „Rechnerisch hätten die ja auch noch eine Chance gehabt. Es war einfach schade, weil wir uns auf ein Heimspiel mit vielen Zuschauern vorbereitet hatten.“ Gefeiert wurde am Clubheim trotzdem. Wie auch nach dem unrühmlichen Saisonabschluss bei der SG Harsberg-Schauerberg.

An dem es weder für die Gastgeber noch für den bereits feststehenden Meister noch um mehr ging, als sich ordentlich aus der Runde zu verabschieden. Das misslang. Die Begegnung wurde beim Stand von 2:1 für den SC in der Nachspielzeit abgebrochen. „Das wünscht man sich natürlich nicht. Das war auch für den Verein sehr ärgerlich“, bekennt Sefrin und erzählt: „Es war eigentlich ein normales Fußballspiel, es waren zwei, drei Aktionen drin, in denen unsere Spieler den Schiedsrichter kritisiert haben – aber nicht mit bösartigen Worten.“ Nach dem zweiten Platzverweis ging es kurz vor Schluss an der Stambacher Bank verbal heiß her. In der Folge gab es nochmal Gelb-Rot und zweimal Rot. Auch der Unparteiische habe seines dazu getan, erklärt Sefrin. Als dieser auf die Drohung des Schiedsrichters, das Spiel abzubrechen sagte: „Dann brich doch ab.“ Tat der Unparteiische genau dies kurzerhand. „Es war nicht ganz clever von uns, aber Emotionen gehören im Fußball auch dazu. Wir haben ja niemanden bedroht oder bespuckt.“

Die Feierlaune habe sich die Mannschaft letztlich aber auch von dem unschönen Saisonende nicht verderben lassen. „Bei diesen Jungs die Feierstimmung zu brechen, ist schwierig“, sagt Sefrin lachend. Das habe sich das Team aber auch verdient. „Wenn man den Rundenabschluss mal rausnimmt, war es einfach eine sehr gute Saison.“

Vor der sich von Vereinsseite aus keiner groß Gedanken über die Meisterschaft gemacht habe. „Wir sind glücklich mit der Mannschaft, die wir haben. Da war gar nicht so entscheidend, ob sie am Ende nun Erster oder Zweiter ist, ob sie aufsteigt oder nicht.“ Aber als Fußballer auf dem Platz glaube man immer an die Titelchance, solange sie rechnerisch möglich ist. „Und diese Hoffnung war bis zum Schluss da – in dem Fall ist es gelungen“, sagt Sefrin nicht ohne Stolz.

Dabei waren die Stambacher gar nicht so gut in die Spielzeit gestartet. Gleich zum Auftakt kassierte das Team des Trainerduos Markus Bolies/Steven Hörner beim 3:4 gegen Contwig eine ihrer beiden Hauptrunden-Niederlagen. Doch fünf Siege in Serie folgten. Erst am 14. Spieltag musste der SC mit dem 0:4 gegen Hermersberg II die zweite Pleite einstecken, schloss die Hauptrunde letztlich mit 44 Zählern aus 18 Spielen als Zweiter hinter Althornbach ab. Die Tabelle der Aufstiegsrunde führte hingegen von Beginn an Stambach an. Bei 19 Mitnahmepunkten hatte der spätere Meister vier mehr, als der TVA zu Buche stehen. Spannend blieb es dann vor allem deshalb, weil der SC ausgerechnet das Hinspiel in Althornbach mit 2:4 verlor.

Dass es in der Aufstiegsrunde bei dieser einen Niederlage der Stambacher blieb, war nur ein Schlüssel zum Erfolg. Die besondere Kameradschaft im Team sei ein anderer ganz wichtiger, wie Sefrin betont. So schafften es die Rot-Schwarzen auch, den Abgang von Torjäger Pascal Wallad im Winter zum FC Höheischweiler im Kollektiv zu kompensieren. „Die Jungs trainieren, spielen und feiern zusammen. Wir wissen alle, dass sich da vieles geändert hat in den vergangenen Jahren, dass das selten ist in der heutigen Zeit.“ In dieses große Gefüge müsse Sefrin auch die Damenmannschaft, die in der Landeslga Achter wurde, einschließen. „Sie ackert nicht nur auf dem Platz, sondern hilft immer gerne und unterstützt auch die Jungs.“ Was auf Gegenseitigkeit beruhe. „Das ist schön für den Verein. Da muss man alle Aktiven loben.“

Unter dem Trainerduo Markus Bolies und Steven Hörner, das seine fünfte Saison beim SC Stambach angeht, läuft das Team zur neuen Saison nun in der A-Klasse auf. Hier könne das Ziel der Mannschaft, die größtenteils zusammenbleibt, nur „Klassenerhalt“ lauten. „Ganz ohne Druck freuen wir uns darauf, einfach mal wieder A-Klasse zu spielen und auf neue interessante und namhafte Gegner aus dem Umkreis zu treffen“, betont Bernd Sefrin, dem klar ist, dass die Runde „schwierig“ wird. Die Klasse mache einfach einen Unterschied. „Es darf auch niemand enttäuscht sein, wenn es am Anfang nicht so läuft. Der erste Erfolg ist, dass wir nun eine Liga höher dabei sein dürfen.“