Fußball-Saarlandliga : Neu sortieren in der Pause kaum möglich

Der Aufsteiger SV Bliesmengen-Bolchen feierte gerade ein Erfolgserlebnis – dann folgte der Lockdown. Der auch dem abstiegsbedrohten FC Homburg II in der Fußball-Saarlandliga nicht gelegen kam.

Gut eine Woche des für November angesetzten Lockdowns im Amateursport ist geschafft. Ob die Saison 2020/21 der Saarfußballer in diesem Jahr überhaupt noch einmal aufgenommen wird, scheint unwahrscheinlich. Auch, weil neben dem Spielbetrieb zudem das Training derzeit ruht. Daher kommt die Pause auch den beiden abstiegsbedrohten Teams in der Saarlandliga, dem FC Homburg II (Rang 15) und Aufsteiger SV Bliesmengen-Bolchen (Platz 14), keinesfalls gelegen. Die Unterbrechung mache es nicht leichter, verstärkt auf die Plätze zurückzukehren. Zumal der SVB gerne den Schwung aus dem Erfolgserlebnis vor dem Lockdown mitgenommen hätte.

 „Man kann nicht einfach den Spielbetrieb im Dezember wieder aufnehmen, nachdem zuvor vier Wochen kein Training möglich war“, sagt Marc Buchmann, der zusammen mit Spielertrainer Sven Sökler die U23 des FC Homburg coacht. Er rechnet nicht mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs in diesem Jahr. „Aus meiner Sicht hätten wir aber durchaus weiter spielen können, wenn auch ohne Zuschauer.“ Buchmann schätzt das Infektionsrisiko bei Fußballspielern durch Training und Wettkampf als äußerst gering ein. Obwohl es in der laufenden Saison nach neun Partien für die Grün-Weißen nicht sehr rosig aussieht, komme die Pause keinesfalls gelegen, um sich neu zu sortieren.

Lediglich sechs Punkte sammelte der FCH II in den bisherigen Begegnungen. Seit dem 3:2-Auftaktsieg gegen den TuS Herrensohr am ersten Spieltag warten die Homburger auf einen Sieg. Es folgten drei Unentschieden und schon fünf Niederlagen, mit denen die Grün-Weißen bis auf Platz 15 abrutschten. Ein Platz, der schon als Abstiegsrang gelten könnte. „Wir hatten in jedem Spiel unsere Möglichkeiten, können an guten Tagen gegen jede Mannschaft mithalten“, betont Buchmann. Tatsache ist aber auch, dass seine Elf mit bereits 23 die drittmeisten Gegentreffer auf dem Konto hat. In der Offensive stehen 14 Tore in der Zwischenbilanz. Damit liegen die Homburger auf Platz zwölf.

„Leider haben wir in vielen Spielen immer wieder sehr ärgerliche und unnötige Fehler gemacht, die der Gegner zu entscheidenden Toren ausnutzte“, erklärt Buchmann im Rückblick. So zum Beispiel bei der 1:4-Heimpleite gegen den SC Halberg-Brebach, dem vorerst letzten Spiel in dieser Saison. Lange Zeit ließ der FCH in der Defensive nichts zu. Doch die ersten beiden Patzer nutzte Brebach zur Führung. Nach dem etwas glücklichen Ausgleich zum 1:1 patzte der FCH innerhalb weniger Minuten erneut. Brebach führte mit 3:1. „Total unnötige Fehler führten zum klaren Rückstand“, erklärt Buchmann. Nicht weil der Gegner aus Brebach so stark zurückkam, sondern weil Homburg den Kontrahenten zu den Toren einlud. Buchmanns Ausblick: „Wir müssen diese Fehler endlich abstellen. Hinten endlich mal stabil über 90 Minuten stehen und vorne unsere Möglichkeiten noch besser nutzen, dann ist auch der Weg zum Klassenerhalt frei.“ Buchmann betont, dass die U23 des FCH eine Ausbildungsmannschaft sei, in der die jungen Spieler noch lernen.

Für den Aufsteiger SV Bliesmengen-Bolchen war schon vor dem Saisonstart klar, dass es vom ersten Spieltag an, um den Klasenverbleib gehen würde. Das Team von Trainer Patrick Vitt verlor zum Auftakt mit 1:3 beim SC Halberg-Brebach. Es folgte eine 1:6-Heimniederlage gegen den Topfavoriten und jetztigen Tabellenführer SV Auersmacher, ehe der SVB mit einem 2:2 beim FV Siersbrug den ersten Zähler sammelte. Zuhause ist aber weiter der Wurm drin. Bis zur Saisonunterbrechung verbuchte die Vitt-Elf dort nicht einen einzigen Punkt. „Wie gut, dass wir auswärts immer besser in Schwung kamen. Sonst würde es schon trübe aussehen“, sagt der SVB-Spielausschuss-Vorsitzende Stefan Ruppert. Einem 3:3 beim FC Homburg II folgte nach einem 0:5 gegen Quierschied auf eigenem Platz am siebten Spieltag der erste Saisonsieg für den Aufsteiger: 2:0 hieß es beim SV Saar 05 Saarbrücken. Nach der obligatorischen Heimniderlage (1:3 gegen Hasborn) sorgten die Bliesmenger für ein Ausrufezeichen. Beim damaligen Tabellendritten Borussia Neunkirchen setzte sich der Aufsteiger mit 1:0 durch. „Dieser Sieg war bisher durchaus der Höhepunkt aus sportlicher Sicht für uns“, sagt Ruppert. Klar die Derbys gegen Brebach und Auersmacher seien auch etwas besonderes, wenn man auch diese Spiele klar abgeben musste.

Mit acht Punkten liegt Bliesmengen derzeit auf Platz 14 und damit außerhalb der Abstiegsränge. Ruppert: „Es ist schon kurios, dass wir alle acht Punkte auf fremden Plätzen geholt haben und zuhause nicht einen einzigen Zähler.“ Mit der bisherigen Ausbeute könne der SVB aber durchaus zufrieden sein, wenn man auch den einen oder anderen Zähler hätte mehr haben können. So zum Beispiel beim 2:2 in Siersburg. „Da waren vom Spielverlauf her, mit einigen guten Torchancen für uns, auch drei Zähler möglich.“ Ruppert zeigt sich zuversichtlich, dass bei Fortsetzung der Saison in der Saarlandliga der SV Bliesmengen/Bolchen das Ziel „Klassenerhalt“ schaffen wird. „Für uns kam die Unterbrechung zu keinem günstigen Zeitpunkt, weil wir gerne den Rückenwind aus dem Überraschungssieg in Neunkirchen mit in die nächsten Spiele mitgenommen hätten“, bedauert der Spielausschuss-Vorsitzende die erneute Zwangspause für den Amateursport. Von der zum jetzigen Zeitpunkt keiner so recht einschätzen kann, wie lange sie tatsächlich noch andauern wird.