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Fußball-Regionalliga: FC Homburg zum Winter zufrieden

FC Homburg : In Spitzengruppe, aber ohne echte Titelchance

Der FC Homburg spielt in der Fußball-Regionalliga Südwest eine ordentliche Runde, für ganz oben reicht es aber nicht.

Auf ein gutes sportliches Jahr 2019 kann Fußball-Regionalligist FC Homburg zurückschauen. Nach dem direkten Wiederaufstieg in die Regionalliga Südwest beendete das Team von Trainer Jürgen Luginger die Vorsaison im Mai immerhin auf Platz drei. Vor so hoch gehandelten Teams wie der SV Elversberg, den Kickers Offenbach und dem SSV Ulm. Wenn der Rückstand auf den Meister SV Waldhof Mannheim auch 24 Zähler betrug, so lagen die Homburger mit 64 Punkten doch nur drei hinter Vizemeister 1. FC Saarbrücken. In der laufenden Runde überwintern die Grün-Weißen nach 20 Spieltagen als Vierter.

„Wir wollen einen Platz im oberen Tabellendrittel“, lautete die Zielsetzung seitens des Vereinsvorstandes sowie der sportlichen Leitung auch vor der neuen Runde. Aktuell hat der FC Homburg mit 37 Punkten bei elf Siegen, vier Unentschieden und fünf Niederlagen sogar zwei Zähler mehr auf dem Konto, als zum gleichen Zeitraum der Vorsaison. Der Rückstand auf Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken beträgt allerdings bereits zwölf Punkte. Acht Zähler fehlen zum Zweiten SV Elversberg.

„Wir könnten durchaus einige Punkte mehr auf dem Konto haben, aber wir liegen im Soll“, zieht FCH-Coach Jürgen Luginger eine zufriedene Zwischenbilanz nach 20 Spielen. Die Homburger mischen wieder in der Spitzengruppe mit, wenn sie auch vom ganz großen Traum Drittliga-Aufstieg wieder ein Stück entfernt sind. Vereinsboss Herbert Eder betonte nach dem Wiederaufstieg 2018, in „zwei bis vier Jahren“ den Sprung in Liga drei schaffen zu wollen. „Selbstverständlich haben wir weiter die 3. Liga im Hinterkopf, aber wir werden finanziell nichts riskieren“, sagt Eder mit Blick auf die finanziellen Vorteile beim 1. FC Saarbrücken und der SV Elversberg bezüglich Drittliga-Planung.

Wenn Tabellenplatz und Punktausbeute grundsätzlich auch stimmen in dieser Runde, so gab es spielerisch aber auch den ein oder anderen Durchhänger. Gerade gegen die Tabellenkinder taten sich die Grün-Weißen – wie schon in den vergangenen Spielzeiten – schwer, zu punkten. Und das im eigenen Waldstadion. Nach der 1:2-Auftaktpleite gegen den Aufsteiger FC Bayern Alzenau, kam der FCH beim 1:1 gegen den FK Pirmasens, wo der Ausgleich erst in letzter Minute für den FCH fiel, und den FC Gießen (0:0) zu keinem Sieg. Allein hier vergaben die Homburger sieben Punkte. Bitter dann die knappe 1:2-Niederlage beim Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken, der die FCH-Serie von zehn ungeschlagenen Partien am letzten Spieltag der Vorrunde beendete. Nach verschlafener erster Halbzeit war der FCH beim FCS in den zweiten 45 Minuten die bessere Elf, verlor aber durch einen unnötigen Foulelfmeter in letzter Minute. Hinzu bleiben vor allem die schwachen Auftritte bei den beiden Niederlagen gegen den SSV Ulm im Gedächtnis. Nach dem 1:5-Debakel im Waldstadion wollte die Luginger-Truppe im letzten Spiel vor der Weihnachtspause Wiedergutmachung betreiben. Doch mit dem 0:2 verabschiedete sich der FCH wohl endgültig aus dem Titelrennen. Mit mehr Konstanz wäre nach oben noch mehr drin gewesen.

Auffallend ist die hohe Zahl von Gegentoren. Der Abgang von Innenverteidiger Alexander Hahn zu Rot-Weiß Essen konnte nicht kompensiert werden. Das Innenverteidiger-Duo Hahn/Kevin Maek stand in der Rückrunde der Vorsaison für die beste Abwehr der Liga. Während der FCH in der vergangenen Runde insgesamt nur 30 Gegentore kassierte, sind es nach 20 Spielen der laufenden schon 28. Dazu kamen zwölf Tore von Alexander Hahn. Treffer, die dem FC Homburg nun fehlen, auch weil die aktuellen FCH-Stürmer Patrick Dulleck, Marcel Carl (Neuzugang vom 1. FC Saarbrücken) und Damjan Marceta (Neuzugang vom FC Gießen) bisher wenig überzeugen konnten. Patrick Dulleck traf fünf Mal, neun Tore bereitete er vor. „Damit bin ich selbst nicht zufrieden“, zeigt sich Dulleck selbstkritisch. Neuzugang Marceta steht mit vier Toren auf der Liste, traf seit Wochen aber nicht mehr und Marcel Carl hat erst einen Treffer auf dem Konto.

Doch auch Lichtblicke zeigten sich im bisherigen Saisonverlauf beim Tabellenvierten. So gewann der FC Homburg seine Spiele bei den Spitzenteams SV Elversberg (3:2) und TSV Steinbach-Haiger (2:1). Bei den erzielten Treffern hat der FCH mit 34 Toren – auch dank des überragenden Mittelfeldspieler Christopher Theisen, der mit sieben Treffern die interne Torschützenliste anführt – vier Tore mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison.

Da die Chancen des FCH, noch einmal ernsthaft ins Meisterschaftsrennen eingreifen zu können, realistisch betrachtet aber nicht allzu hoch sind, richten sich die Planungen in Homburg auf eine weitere Spielzeit in der Regionalliga. Daher ist es unwahrscheinlich, dass sich im Winter bei den Grün-Weißen personell viel tun wird.

Für die kommende Saison muss der Hebel neu angesetzt werden, will der FCH ein ernsthafter Titel-Kandidat sein. 16 Verträge laufen Ende Juni 2020 aus. Nur David Salfeld, Stefano Maier, Tim Stegerer, Serkan Göcer, Patrick Dulleck, Jannik Sommer, Marcel Carl und Damjan Marceta sowie Marc Redl, der zurzeit aber als Stammtorwart im Saarlandligateam des FCH spielt, haben Kontrakte bis Juni 2021.

Am 6. Januar wird der FC Homburg die Vorbereitung auf die weitere Saison aufnehmen. Die ersten Tests absolviert der FCH am Freitag, 17. Januar, 16 Uhr, bei der U23 des FC Schalke 04 und am 18. Januar, 14 Uhr, beim Regionalligateam von Borussia Mönchengladbach. Eine Woche später empfängt Homburg am Samstag, 25. Januar, 14 Uhr, den Oberligisten Eintracht Trier. Am Dienstag, 28. Januar, geht’s um 14 Uhr im Fröhnerhof gegen das Oberligateam des 1 .FC Kaiserslautern. Dann geht es ins spanische Chiclana de la Frontera, wo die Grün-Weißen vom 31. Januar bis 6. Februar ein Trainingsquartier beziehen. Hier ist ein Test gegen den Nord-Regionalligisten VfB Lübeck angesetzt. Danach testet der FCH noch zwei Mal: Am Dienstag, 11. Februar, um 19 Uhr in Beeden gegen den luxemburgischen Erstligisten FC Progres Niederkorn. Vier Tage später ist das Luginger-Team samstags beim luxemburgischen Erstligisten Luxemburg, CS Fola Esch zu Gast.