Fußball-Regionalligist FC Homburg Viel Spaß an ungewohnter Rolle

Homburg · Luca Plattenhardt hofft in anstehenden Heimspielen des FCH gegen Fulda-Lehnerz und Hessen Kassel auf viele Zuschauer.

 FCH-Kicker Luca Plattenhardt (re.) spielte in Balingen erstmals in seiner Kariere in vorderster Linie. Mit seinen zwei Treffern zum 2:0 legte der etatmäßige Verteidiger den Grundstein zum 3:0-Auswärtssieg.

FCH-Kicker Luca Plattenhardt (re.) spielte in Balingen erstmals in seiner Kariere in vorderster Linie. Mit seinen zwei Treffern zum 2:0 legte der etatmäßige Verteidiger den Grundstein zum 3:0-Auswärtssieg.

Foto: Markus Hagen

Nach fünf Spieltagen mischt der FC Homburg ganz oben mit in der Fußball-Regionalliga Südwest. Durch das 3:0 bei der TSG Balingen festigten die Grün-Weißen Platz zwei. Nur ein Punkt trennt sie von Spitzenreiter SSV Ulm. In zwei Heimspielen in Folge haben die Homburger nun die Chance, sich weiter oben festzubeißen. Zunächst sollen am Freitagabend ab 19 Uhr im Waldstadion gegen den Aufsteiger SG Barockstadt Fulda-Lehnerz die anvisierten drei Zähler her, ehe das Team von Trainer Timo Wenzel am Dienstag gegen Schlusslicht KSV Hessen Kassel nachlegen will.

 „Wir wollen mit einem Heimsieg gegen den Aufsteiger leistungsmäßig dort anknüpfen, wo wir zuletzt aufgehört haben“, betont Wenzel. Dazu müsse seine Mannschaft möglichst 100 Prozent an Kampf-, Laufbereitschaft und auch die taktischen Vorgaben herankommen, denn „ein Selbstläufer werde diese Partie keinesfalls.“ Mit einer guten Mischung aus stabiler Defensivarbeit und möglichst guter Chancenverwertung sollte der nächste Heimsieg aber gelingen.

Allerdings war der eine oder andere Spieler in dieser Woche nicht ganz fit. Joel Gerezgiher, der zuletzt pausieren musste, sei zu 90 Prozent belastbar. „Ich gehe davon aus, dass er zumindest im Kader stehen wird.“ Dies gilt auch für Philipp Schuck, der über Adduktorenprobleme klagte, sowie Luca Plattenhardt, der muskuläre Probleme hatte.

Nachdem Timo Wenzel sowohl im Heimspiel gegen den VfR Aalen als auch zuletzt bei der TSG Balingen gleich auf mehreren Positionen seine Startelf veränderte, könnte dies auch gegen Fulda-Lehnerz wieder der Fall sein. „Es geht darum, die möglichst beste Mannschaft – auch aus taktischer Sicht – gegen einen Gegner zu stellen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ich auf ein, zwei Positionen neue Spieler bringen werde.“ Markus Mendler, mit 15 Treffern in der vergangenen Saison bester Torjäger des FCH, könnte zum Beispiel wieder in die erste Elf rücken, nachdem er in Balingen nach vielen Monaten erstmals zunächst auf der Bank Platz nehmen musste. „Wir haben mit Markus darüber gesprochen und er nahm dies professionell zur Kenntnis.“ Um so erfreuter war Wenzel, dass Mendler dann auch wieder ein Regionalliga-Tor für die Grün-Weißen schoss, als er einen Foulelfmeter zum 3:0-Enstand sicher verwandelte.

Der gelernte Abwehrspieler Luca Plattenhardt saß beim 2:0-Heimsieg gegen Aalen auch erst einmal auf der Bank, wurde eingewechselt und zahlte seinen Einsatz mit einem Treffer zurück. In Balingen präsentierte er sich zur Überraschung der TSG dann in vorderster Offensivreihe. „Der Trainer hatte sich dies ausgedacht und ich habe das dann voll umgesetzt“, sagt der Spieler. „Luca ist schnell, laufstark und kann super Laufwege machen“, erklärt Wenzel die Umstellung. Und dieser Schachzug sollte sich bezahlt machen: Plattenhardt erzielte in Balingen seine Saisontreffer zwei und drei. „So weit vorne habe ich noch nie gespielt. Fast immer lief ich bisher auf der linken Außenbahn hinten oder davor im Mittelfeld auf“, erzählt Plattenhardt und fügt grinsend an: „Klar macht mir auch so eine offensive Position viel Spaß, erst Recht, wenn ich Tore erziele“, sagt der 24-Jährige, der mit sechs Jahren beim FC Frickenhausen mit dem Kicken begann. Über den SSV Reutlingen kam er mit 16 zum Nachwuchs des TSV 1860 München. Über Reutlingen zog es ihn 2018 dann nach Homburg.

Die Idee, Luca Plattenhardt vorne aufzustellen, kam Wenzel in der Woche vor dem Balingen-Spiel. „Im Trainingsspiel habe ich diese Position mal ausgetestet.“ Wenzel schien es zu gefallen – und so tauchte Plattenhardt plötzlich neben den etatmäßigen Stürmern Fabian Eisele und David Hummel auf. Ob er auch in der Offensive zu finden sein wird, kann er noch nicht sagen. „Das wird der Trainer entscheiden, warum aber nicht?“ Eigentlich sei es ihm aber egal, wer die Tore zum erhofften Heimsieg schießt. „Wir sind richtig gut in Fahrt. Gegen Aalen kamen über 1600 Zuschauer. Vielleicht kommen am Freitag noch mehr“, hofft Plattenhardt und fügt an: „Wir werden alles geben, um unsere Fans nicht zu enttäuschen.“ Und, um weiter ganz oben mitzumischen. „Dafür dürfen wir nicht wie im letzten Jahr so viele Zähler im Waldstadion abgeben.“ Siege gegen Fulda und am Dienstag gegen Kassel wären eine gute Ausgangsbasis für das darauffolgende Duell in Offenbach.