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Fußball-Regionalliga: FC Homburg unterliegt dem VfR Aalen

Nächste Pleite für angeschlagenen FC Homburg : Harmlose Homburger stecken im Mittelfeld fest

Der Fußball-Regionalligist kassiert mit dem 0:1 gegen den VfR Aalen die erste Heimniederlage der Saison. Mannschaft und Trainer müssen Pfiffe der Fans ertragen.

Die geplante Wiedergutmachung ist dem FC Homburg misslungen. Nach der derben 1:2-Auswärtsniederlage bei Schlusslicht TSG Balingen mussten die Grün-Weißen in der Fußball-Regionalliga Südwest die nächste Niederlage einstecken. Nach enttäuschenden 90 Minuten verloren die Homburger vor 1300 Zuschauern im Waldstadion gegen den VfR Aalen mit 0:1. Statt den Anschluss an die oberen Plätze herzustellen, steckt der FCH nun im Mittelfeld fest. Trainer Timo Wenzel schien fast ratlos: „Leider mussten wir die erste Heimniederlage der Saison einstecken, auch weil uns zurzeit viel zu viele Spieler fehlen.“

Die Personaldecke beim FC Homburg wurde vor dem Spiel sowie im Laufe der 90 Minuten noch dünner. Neben den Langzeitausfällen Thomas Gösweiner, Patrick Lienhard, Ivan Sachanenko, Philipp Hoffmann und Stefano Maier sowie dem gesperrten Patrick Dulleck fiel kurzfristig auch noch Daniel Di Gregorio krankheitsbedingt aus. Ebenso wie Tim Stegerer und Jonas Scholz, die bereits im Verlauf der Woche passen mussten, informierte der 43-jährige Coach. Dennoch habe seine Mannschaft in den 90 Minuten am Samstag „einige gute Möglichkeiten“ gehabt. „Aber wenn man die nicht nutzt und dann es nicht versteht, einen Freistoß sauber zu verteidigen, verliert man eben“, fügt er verbittert an.

In einem insgesamt mäßigen Regionalligaspiel hätte der FC Homburg durchaus in Führung gehen können. Doch Markus Mendler scheiterte mit einem 17-Meter-Schuss an Aalens Keeper Tim Paterok (28.) ebenso, wie Damjan Marceta mit einem Kopfball (30.). Aalen nutzte dagegen eine Freistoß-Hereingabe von Benjamin Kindsvater (34.), um im vielfachen Nachsetzen durch einen Kopfball von Mark Müller das 1:0 zu erzielen. „Mehrfach hätten wir diese Situationen nach dem Freistoß sauber klären können“, ärgerte sich Wenzel. Die Fehlerkette fing aber schon bei Homburgs Torhüter David Salfeld an, der den eigentlich harmlosen Freistoß aus der Halbposition nur nach vorne abklatschen konnte. Dann gelang es keinem der sechs FCH-Spieler im eigenen Strafraum den Ball aus der Gefahrenzone zu bringen. „Wir hätten da konsequent klären müssen“, stellte auch Mittelfeldspieler Mart Ristl fest.

Schwach auch die zweite Halbzeit von beiden Mannschaften. Während sich Aalen darauf konzentrierte, bei eigener Führung hinten nichts anbrennen zu lassen, um den vierten Sieg in Folge abzusichern, fand der FC Homburg spielerisch kaum Mittel, um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Chancen dazu waren dennoch vorhanden: Damjan Marceta (63./70.) versemmelte gleich zweimal aus aussichtsreicher Position den Ball. Eine Direktabnahme (89.) von Markus Mendler aus 14 Metern ging hoch über den Kasten des VfR. Auf der Gegenseite verhinderte David Salfeld (68.) gegen Benjamin Kindsvater das mögliche 0:2 und damit den vorzeitigen Knockout für seine Mannschaft.

„Wir haben einfach unsere möglichen Qualitäten in allen Bereichen nicht auf den Platz gebracht. Es fehlte die notwendige Bissigkeit und Geilheit, um das Spiel unter allen Umständen noch zu drehen“, stellte Ristl kritisch fest. „Und so ein Gegentor darf einfach nicht passieren.“ Konsequenz fehlte dem FC Homburg an diesem gebrauchten Nachmittag an allen Ecken und Enden, wie auch die Spieleralternativen. „Ich musste mir mit Joel Ebler, Dominik Kaiser und Mika-Louis Gilcher gleich drei Mann aus der U23 holen, um überhaupt die Bank besetzen zu können.“ Die Trainingswoche und die Vorbereitung auf das Spiel gegen Aalen sei mit nur 15 Mann schon schwierig gewesen.

Nach der gerissenen Serie von fünf Siegen in Folge musste der FCH nun schon wieder die zweite Pleite in Serie hinnehmen. Statt Platz fünf oder besser – das eigentliche Saisonziel – steht das Team mit Platz neun nur im Mittelfeld. Auf Anordnung des Trainerteams stellten sich am Samstag alle Spieler den Zuschauern in Block 3 auf der Gegengeraden. Es gab tröstende Worte, aber auch harte Kritik von den unzufriedenen Anhängern. Hunderte von Fans hatten schon lange vor dem Abpfiff das Waldstadion verlassen. Diejenigen, die bis zum Schlusspfiff blieben, hielten sich mit Pfiffen nicht zurück. Vereinzelt waren auch „Wenzel-Raus“-Rufe zu vernehmen.