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Fußball-Regionalliga: FC Homburg kann in Pirmasens nicht gewinnen

FC Homburg kann beim FKP nicht gewinnen : Der Pirmasens-Fluch dauert an

Seit 16 Jahren hat der FC Homburg beim FKP nicht gewinnen können. Auch am Samstag nicht. In der Nachspielzeit trafen die Gastgeber zum 1:1.

Es scheint wie verhext: Der FC Homburg kann beim FK Pirmasens einfach nicht mehr gewinnen. Weil Dennis Krob in der vierten Nachspielminute aus abseitsverdächtiger Position den Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand markierte, warten die Grün-Weißen weiterhin – seit nun 16 Jahren – auf einen Dreier auf der Husterhöhe.

 Sehr zum Ärger ihres neuen Cheftrainers Timo Wenzel, hatte sich die umformierte FCH-Mannschaft den Sieg in dem Südwest-Derby noch in letzter Sekunde entreißen lassen – und damit seinen optimalen Einstand verhindert. „Dieses Unentschieden fühlt sich wie eine Niederlage an, weil wir uns für das gute Spiel, das wir klar beherrschten, nicht belohnt haben“, sagte der neue Mann. Seine Elf sei die klar bessere gewesen, die taktisch alles umgesetzt habe, was sie sich vorgenommen hatte. „Wir hatten Pirmasens nicht eine einzige Torchance zugelassen, um so bitterer, dass sie dennoch zum Ausgleich kamen.“ Dieser passe ins Bild des bisherigen Saisonverlaufs der Homburger in der Fußball-Regionalliga Südwest. Immer wieder lasse das Team die Gegner, die man zuvor klar beherrschte, aus dem Nichts zu Treffern kommen.

 Wenzel musste auf Mittelfeldspieler Philipp Hoffmann, der sich im Training eine Wadenverletzung zugezogen hatte, verzichten. Zudem ließ er Ivan Sachanenko und die Stürmer Damjan Marceta, Marcel Carl und Patrick Dulleck zunächst auf der Bank. In der zweiten Hälfte wechselte er sie jedoch alle ein. Für Hoffmann spielte der zuletzt gelbgesperrte Mannschaftskapitän Patrick Lienhard im Mittelfeld, wie auch Loris Weiß und Marco Hingerl. Winterneuzugang Thomas Gösweiner durfte ins Sturmzentrum. Der zuletzt gesperrte Luca Plattenhardt kehrte auf die Außenverteidigerposition zurück.

 Viele gefährliche Torraumaktionen gab es nicht zu notieren. Der FC Homburg kontrollierte meistens Ball und Gegner, ohne aber den FK Pirmasens ernsthaft unter Druck setzen zu können. Nach einer Viertelstunde hatte Loris Weiß die erste Möglichkeit für die Saarländer, die drei Minuten später ein angebliches Foul von Yannick Grieß an Weiß im Strafraum vergeblich als Strafstoß reklamierten. In der 19. Minute hatten die wenigen ausgesperrten Homburger Fans schon den Torschrei auf den Lippen, als Thomas Gösweiners abgefälschter Kopfball nach einer Ecke von Patrick Lienhard ans Lattenkreuz klatschte. Das war es schon an Offensivdrang der Homburger vor der Pause. Der FK Pirmasens hatte sich ganz auf seine Defensivarbeit konzentriert und nicht ein einziges Mal auf das FCH-Gehäuse geschossen.

 Daran änderte sich auch im zweiten Abschnitt lange Zeit nichts. Homburg versuchte, sich Chancen zu kreieren, tat sich aber auf dem schlecht zu bespielenden Rasen schwer. Timo Wenzel brachte nach und nach mit Patrick Dulleck (46.), Damjan Marceta (75.) und Marcel Carl (81.) sein gesamtes Sturmpersonal aufs Feld. Die Partie bot aber weiterhin Fußballmagerkost von beiden Mannschaften. Nachdem Dulleck (69.) den ersten Homburger Torschuss in Halbzeit zwei abgab, schoss tatsächlich der FK Pirmasens in der 75. Minute zum ersten Mal auf das Gästetor. Der von Krob abgegebene Ball flog aber gut einen Meter am total beschäftigungslosen FCH-Torhüter David Salfeld vorbei. Nur eine Minute nach seiner Einwechslung schoss Carl den FC Homburg mit 1:0 (83.) in Führung. Nachdem er zunächst den Pfosten traf, brachte er den Abpraller über die Linie. Sein achter Saisontreffer. Viel hätte nicht zu Carls neuntem gefehlt, als er zwei Minuten nach seinem Führungstor aus aussichtsreicher Position am gut reagierenden Pirmasenser Keeper Benjamin Reitz scheiterte. „Wäre hier das 2:0 gefallen, wäre die Partie zu unseren Gunsten durch gewesen“, meinte Marcel Carl nach dem Abpfiff. „Es war kein gutes Spiel, sondern ein reines Kampfspiel, das wir hätten gewinnen müssen. Spielerisch war auf dem schlechten Rasen für beide Teams nicht so viel möglich.“ Carl hätte dennoch zum Matchwinner werden können.

Stattdessen verschenkte der FC Homburg einen Punkt an den FK Pirmasens, auch weil er in den letzten fünf Minuten nicht mehr so aggressiv und konzentriert aufspielte wie bis zur 85. Minute, wie Trainer Timo Wenzel betonte. „Wir haben uns einfach nicht clever genug verhalten, stattdessen Pirmasens aufkommen lassen und fast um den Ausgleich gebettelt.“ Sein Team habe vieles gut gemacht, sich in der Schlussphase der Partie aber nicht clever genug verhalten.

 Der FC Homburg, der sich trotz des mageren Punktgewinns in Pirmasens auf Platz acht in der Tabelle verbesserte, hängt weiter im Mittelfeld fest. Zum Siebten VfB Stuttgart II fehlen schon sieben Zähler. „Wir wollen noch so viele Punkte, wie möglich holen. Die Saison ist noch keinesfalls für uns gelaufen“, betont Marcel Carl. Dabei richtet er den Blick allerdings auch nach unten in der Tabelle. „So ganz sind wir bezüglich Klassenerhalt auch noch nicht aus dem Schneider.“ Der Vorsprung des FC Homburg auf den ersten Abstiegsrang 17 reduzierte sich am Samstag von zehn auf neun Punkte.

 Und am nächsten Samstag wartet bei der wiedererstarkten SV Elversberg der nächste schwere Auswärtsgegner. Vielleicht gelingt hier Timo Wenzel bei seinem Ex-Verein der erste Dreier mit seinem neuen Club.