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Fußball-Landesliga: TSC Zweibrücken gewinnt Derby gegen die VBZ

Landesliga-Stadtduell geht an den TSC : Rot dominiert im Zweibrücker Stadtderby

Der TSC schlägt den Landesliga-Rivalen VBZ in einem hitzigen Duell am Wattweiler Berg mit 3:1. Trainer Peter Rubeck fliegt wegen Meckerns vom Platz.

Welche Farbe nach der Bundestagswahl in Deutschland künftig das Sagen hat, steht noch nicht fest, die Hoheit im Zweibrücker Fußball ist dagegen geklärt: Während die Roten vom TSC jubeln, herrscht bei den Grün-Schwarzen vom Hornbachstaden erst einmal Tristesse. Vor 500 Zuschauern gewann der TSC am Samstagnachmittag das Duell der Landesligisten mit 3:1 (1:0) und bleibt durch den Erfolg punktgleich mit dem SV Hermersberg an der Tabellenspitze der Landesliga-Südgruppe. Die Vereinigten Bewegungsspieler verharren auf dem vorletzten Platz der Achterstaffel.

Obwohl die Rollen eigentlich klar verteilt waren, gehörte der Auftakt den Gästen. Nach einem ersten Abschluss von TSC-Stürmer Erik Bischof (5.) übernahm die Elf von Spielertrainer Alexander Joniks das Kommando am Wattweiler Berg. So strich ein strammer Distanzschuss von Waldemar Schwab (6.) nur knapp über den Kasten von TSC-Torwart Maximilian Cölsch, drei Minuten später setzte Joniks selbst einen Kopfball am Tor vorbei. Die dickste Chance in der Anfangsphase hatte dann erneut Schwab (22.), der sich auf der linken Seite behauptete, in den Strafraum eindrang, jedoch seinen Meister in TSC-Keeper Cölsch fand.

„In den ersten 20 Minuten waren wir gar nicht auf dem Platz, haben keine zweiten Bälle gewonnen. Ich glaube, einigen Jungs ist ein bisschen die Muffe gegangen“, sah sich TSC-Coach Peter Rubeck früh gezwungen, im Mittelfeld umzustellen. Von da an schafften es die Hausherren mehr und mehr, sich in der neutralen Zone ein Übergewicht zu erarbeiten. Gefährlich für das VBZ-Tor wurde es aber zumeist nach ruhenden Bällen. Stand nach einem Freistoß von Dennis Hirt dem Kopfball von Bischof (36.) zunächst noch das Aluminium im Weg, war es fünf Minuten vor der Pause schließlich passiert: Einen langen Einwurf verlängerte TSC-Kapitän Tobias Schön an den zweiten Pfosten, wo Max Leyes das Leder im Gewühl zum 1:0 über die Linie drückte.

„Das Gegentor war unglücklich, zumal wir in der ersten Halbzeit vielleicht nicht dominiert haben, aber die besseren Torchancen hatten“, ärgerte sich Alexander Joniks, aus den eigenen Möglichkeiten vor der Pause kein Kapital geschlagen zu haben. Denn kurz nach Wiederbeginn musste sein Team gleich den zweiten Gegentreffer schlucken. Hirt (51.) hatte David Schwartz im Mittelfeld den Ball abgeluchst. Ein Abwehrbein machte seinen Schuss zur unhaltbaren Bogenlampe für VBZ-Keeper Joshua Prine.

Dieser „abgefälschte Scheißball“ habe seiner Mannschaft letztlich den Zahn gezogen, haderte Joniks hinterher. „Die Jungs haben gekämpft und alles versucht, aber offensiv hat uns einfach die Durchschlagskraft gefehlt.“

Obwohl die Partie mit dem 2:0 vorentschieden war, blieb es auf dem Rasen hitzig. Ein hartes Einsteigen gegen einen Heimspieler wurde auf der TSC-Bank mit einem kollektiven Aufschrei quittiert. Doch zu Rubecks Verwunderung zückte Schiedsrichter Carsten Gassmann daraufhin die Rote Karte und schickte ihn hinter die Bande. „Keine Ahnung, warum er mich vom Platz gestellt hat. Ich hab‘ ihn weder beleidigt, noch sonst irgendwas gesagt, lediglich ‚Hey‘ geschrien. Und aufgesprungen sind alle. Der Platzverweis ist ein Witz“, nahm es der 59-Jährige nach dem Spiel dann aber mit Humor, dass sein Arbeitsplatz für die letzte halbe Stunde um einen Meter nach hinten verlegt wurde.

Zumal er von der Bande aus wenig später den dritten Streich seiner Elf feiern konnte, der beinahe eine 1:1-Kopie des ersten TSC-Treffers war: Weiter Einwurf von Marcel Julier, Kopfballverlängerung Bischof und am langen Pfosten lauerte erneut Leyes (69.), der zum 3:0 abstaubte. Damit war das Spiel entschieden. Die Gäste steckten allerdings nicht auf und erzielten kurz vor dem Schlusspfiff noch das Ehrentor. Nach einem gefährlichen Spiel im TSC-Strafraum hämmerte Jan-Niklas Krause (83.) einen indirekten Freistoß zum 1:3 unter die Latte. Zu mehr reichte es für die Gäste aber nicht,

 Zweibrücken ist rot: Mit einem riesigen Banner feierten die TSC-Spieler nach dem Schlusspfiff den Derbysieg.
Zweibrücken ist rot: Mit einem riesigen Banner feierten die TSC-Spieler nach dem Schlusspfiff den Derbysieg. Foto: maw/Martin Wittenmeier

„Mir war klar, dass das kein schönes Spiel werden würde. Nach dem 2:0 war es nur noch wichtig, den Sieg zu holen, damit wir uns oben in der Vierergruppe festsetzen“, sagte Rubeck im Anschluss. Auch für Dennis Hirt war es wichtig, „dranzubleiben, nachdem Hermersberg vorgelegt hat“, betonte der TSC-Stürmer, für den auch das x-te Stadtderby noch immer einen besonderen Reiz hat: „Über das Spiel wird am Montag noch geredet, darüber will jeder in der Zeitung lesen.“