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Fußball-Kreispokal Pirmasens/Zweibrücken: SVN Zweibrücken bezwing Hilster SV

SVN steht im Kreispokal-Halbfinale : SVN Zweibrücken gewinnt „geilen Pokalfight“

Die Niederauerbacher stehen im Halbfinale des Fußball-Kreispokals. Im packenden Duell zweier A-Ligisten setzte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Hergert am Dienstagabend beim Hilster SV nach Verlängerung – die die Gäste in Unterzahl bestritten haben – mit 3:1 durch.

Es war kalt, es war spät am Dienstagabend. Am Ende allerdings war das den Spielern des SVN Zweibrücken egal. Nach turbulenten 120 Minuten durften sie gegen 22 Uhr schließlich jubeln. Die Niederauerbacher haben sich im Viertelfinale des Fußball-Kreispokals Pirmasens/Zweibrücken trotz Unterzahl in der Verlängerung mit 3:1 (0:0/1:1) beim Hilster SV (A-Klasse PS/ZW Gruppe Ost) behauptet. Das Team von Trainer Andreas Hergert zieht somit ins Halbfinale ein.

„Wenn du den ganzen Aufwand betreibst, an einem Dienstagabend dorthin fährst, auf einem gefrorenen Platz vor mehr als 100 vor allem gegnerischen Fans spielst, die ordentlich Dampf machen, dann willst du dich dafür auch belohnen“, beschreibt Hergert, wie groß die Erleichterung über das Weiterkommen nach dem Abpfiff war. Nicht nur aufgrund der Kälte musste der Trainer des A-Klasse-Spitzenreiters (PS/ZW Gruppe West) bis zu diesem erlösenden Pfiff allerdings mächtig zittern. „Ich bin sehr froh, dass wir gerade nach den letzten zwei Debakeln in der Liga (0:2 gegen Petersberg, 2:4 gegen Martinshöhe, Anm. d. Red.) dieses Spiel letztlich sogar mit zehn Mann noch zu unseren Gunsten entschieden haben.“

In der ersten Halbzeit hatte sich die junge SVN-Truppe zunächst auf den harten Untergrund und die für sie ungewohnte Spielweise des Gegners einstellen müssen. „Die wollten gar nicht mitspielen, haben in jeder Situation versucht, einfach nur ihren guten Stürmer in Szene zu setzen“, erklärt der SVN-Coach. Was ihnen das ein oder andere Mal auch gelang. „Der war wirklich gut, hat sich ein paar Mal durchgetankt und war manchmal nur von drei, vier Mann zu stoppen.“ Die Gäste haben versucht, trotz des gefrorenen Platzes Fußball zu spielen. „Das ist uns eigentlich auch ganz gut gelungen, wir hatten über die 120 Minuten wesentlich mehr Spielanteile.“ Zu einem Treffer hat es für Hergerts Truppe in der ersten torlosen Hälfte allerdings nicht gereicht.

Nur zehn Minuten nach Wiederbeginn ging der SVN dann aber durch Helmand Mohammad mit 1:0 in Führung (55.). Bei der Flanke in den Sechzehner „hatten wir endlich auch mal wieder Glück“. Der Ball prallte von drei Leuten ab, fiel einem SVN-Spieler vor die Füße, der mit dem Rücken zum Tor stand und auf Mohammad ablegte. „Groß gezielt hat der nicht, der hat einfach nur gegen den Ball getreten als würde er ihn hassen“, erzählt Hergert mit einem Lachen. Das verging ihm allerdings kurz vor Ende der regulären Spielzeit, als der Schiedsrichter Handspiel im Strafraum pfiff. Elfmeter für den Hilster SV und Rot gegen den SVN (88.). „Die Innenverteidiger haben gepennt, der Ball rutschte durch und wir liefen alle hinterher“, blickt der 35-Jährige auf die Situation zurück. Sein jüngster Innenverteidiger, Jamal Jeremy Boudjemai, rutschte von hinten rein, bekam den Ball, doch dieser sprang von seinem Körper an die Hand. „Die Doppelbestrafung fand ich schon hart mit Elfmeter in der 88. und der Roten“, betont der Trainer der Niederauerbacher, die so den Ausgleichstreffer per Strafstoß durch Maximilian Mayer hinnehmen mussten.

In Unterzahl mussten die Gäste demnach in die Verlängerung. „Die Jungs waren aber nicht geknickt, die haben Charakter gezeigt.“ Nach Ende der regulären Spielzeit habe Hergert sie eher beruhigen müssen. „Die hatten alle Schaum vorm Mund und wollten unbedingt gewinnen.“ Auch mit zehn Mann sei seine Mannschaft bereit gewesen, alles zu investieren. Doch auch die Hausherren haben durchaus Druck gemacht, haben die Bälle noch früher nach vorne gehauen. „Hassan Butt hat es nach dem Spiel richtig ausgedrückt: Er braucht ein Bier und zwei Kopfschmerztabletten bei den vielen Kopfbällen, die er gemacht hat – mehr als in der ganzen Hinrunde“, erzählt Hergert lachend und fügt an: „Der hat heute einen dicken Kopf – und nicht vom Bier.“ Der Einsatz wurde belohnt. Denn auch die SVN-Offensive schlug nochmal zu: Stephan Grauer brachte die Gäste wieder in Führung (95.), Felix Mayer machte mit dem 3:1 (119.) den Deckel drauf. Damit war die Partie allerdings noch nicht ganz gelaufen. In der 120. Minute kassierte der SVN seine zweite Rote Karte, diesmal wegen Spielerbeleidigung. „Es war einfach Feuer von beiden Seiten drin, es war ein geiler Pokalfight“, erklärt Hergert, dass es sich sein Stürmer und ein Defensivspieler des Hilster SV über die gesamten 120 Minuten „immer so ein bisschen gegeben“ haben. Dass sich sein Spieler quasi mit Abpfiff hat hinreißen lassen, sei absolut unnötig gewesen. Dennoch überwog am Ende die Freude über den Einzug ins Kreispokal-Halbfinale. Der im März gegen den B-Klasse-Vertreter SC Busenberg nicht nur die Chance auf den Einzug ins Endspiel bedeutet, sondern schon jetzt die Teilnahme an der kommenden Verbandspokal-Runde sichert. Das sei ein großes Ziel gewesen. „Da die erste Runde dort städtisch ausgetragen wird, heißt das, wir bekommen im Sommer ein Derby auf unserem Platz gegen den TSC oder die VB Zweibrücken. Das lockt Zuschauer an“, ist Andreas Hergert die Vorfreude darauf schon jetzt anzuhören.

Doch bis dahin sind noch einige Spiele, vor allem in der A-Klasse, zu absolvieren. Bis zur Winterpause stehen für den Spitzenreiter der Gruppe West noch zwei Partien an. Am Sonntag, 14.30 Uhr, geht es zum SV Großsteinhausen, wo die zuvor so dominanten Niederauerbacher, die aus den letzten drei Partien lediglich einen Punkt gesammelt haben, einen Sieg nachlegen wollen. Um dann zum Hauptrundenabschluss am Sonntag, 5. Dezember (14.30 Uhr), zu Hause mit Rückenwind in das Topspiel gegen den Zweiten Waldfischbach-Burgalben gehen zu können. „Da hoffe ich auf die Jungs, auf den Teamgeist, der uns so stark macht.“ So, wie am späten Dienstagabend.