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Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern startet mit Remis

1. FC Kaiserslautern : FCK weiter „mit dem Rücken an der Wand“

Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern ist in seinem ersten Pflichtspiel im neuen Jahr zu Hause nicht über ein 0:0 gegen Viktoria Köln hinausgekommen und schwebt damit weiter in Abstiegsgefahr. Spielerisch ließen die Pfälzer viele Wünsche offen. Zumindest die kämpferische Einstellung stimmte aber.

Kaiserslautern Auf den ersten Blick taugte das torlose Remis der Roten Teufel gegen Viktoria Köln nicht unbedingt zum Mutmacher im Abstiegskampf. Zu harmlos hatte sich der Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern im ersten Pflichtspiel nach der kurzen Winterpause am Samstag auf dem Betzenberg präsentiert. Die Pfälzer glänzten außerdem weder mit Kreativität noch mit ansehnlichem Kombinationsfußball. Spielerisch blieben zahlreiche Wünsche offen.

Dennoch bemühten sich der Trainer und die Spieler das Positive aus dieser Partie zu ziehen. Der FCK habe sich „in die Begegnung rein gebissen“, meinte Abwehrspieler Alexander Winkler am Mikrofon von Magenta Sport. „Mit Leib und Seele verteidigt“ habe seine Mannschaft, fand auch der zweite Innenverteidiger Kevin Kraus, der zudem ein Spiel gesehen hatte, „auf dem wir aufbauen und das wir am Ende hätten gewinnen können“. FCK-Stürmer Marvin Pourié war „stolz auf unser Team, das heute alles reingehauen hat“. Und auch Kaiserslauterns Trainer Jeff Saibene meinte: „Defensiv waren wir stabil, jeder hat seine Pflicht erfüllt. Ich habe viel Laufbereitschaft gesehen, und so spielst du am Ende zu null.“

Keine der Aussagen war für sich genommen falsch. Trotzdem mochten die vielen lobenden Worte nicht so recht zu dem zähen Spiel passen, das die Roten Teufel insbesondere in der ersten Halbzeit gegen die Viktoria abgeliefert hatten. Im Fritz-Walter-Stadion brannte keines der beiden Teams ein spielerisches Feuerwerk ab. Das war auf dem tiefen und rutschigen Rasen allerdings auch nur schwer möglich. „Wir haben das schönste Stadion der 3. Liga, aber wahrscheinlich den schlechtesten Platz. Ich hoffe, dass da irgendwann was passiert“, ärgerte sich FCK-Coach Jeff Saibene über die äußeren Gegebenheiten.

Die Kölner taten sich auf dem schweren Geläuf zunächst deutlich leichter. Und hatten im ersten Durchgang die einzigen nennenswerten Chancen. Viktorias Mike Wunderlich prüfte FCK-Torhüter Avdo Spahic bereits in der zweiten Minute mit einem Fernschuss. In der 32. Minute kam Wunderlich im Lauterer Strafraum aus halbrechter Position erneut zum Abschluss. Wieder war Spahic auf dem Posten und lenkte den Ball sehenswert über die Latte. Der FCK fand hingegen offensiv kaum statt. Viktoria-Torwart Sebastian Mielitz musste vor der Pause nicht einen Ball parieren. Mit viel Wohlwollen ließen sich ein zu hoch angesetzter Kopfball von Pourié (21.) und ein harmloser Schuss von Tim Rieder (24.) als Pfälzer Halbchancen deklarieren. „Wir haben in der ersten Halbzeit zu statisch gespielt, waren nur am Löcher stopfen und hinterherlaufen“, kritisierte Alexander Winkler den Auftritt seiner Mannschaft.

Der FCK begegnete der spielerischen Überlegenheit der Gäste mit Kampfgeist – und Härte. Nicht mal eine Minute war gespielt, als sich Rieder die Gelbe Karte abholte. Bis zum Schlusspfiff wurden noch fünf weitere Rote Teufel sowie Torwarttrainer Sven Höh verwarnt. Der Preis: Am kommenden Samstag muss Kaiserslautern im Auswärtsspiel beim SC Verl auf die gesperrten Rieder, Redondo und Marius Kleinsorge (alle 5. Gelbe Karte) verzichten. Weil bereits am Dienstag und Mittwoch in der Liga Nachholspiele auf dem Programm stehen, könnte der FCK zu diesem Zeitpunkt wieder einen Abstiegsplatz belegen.

Nach dem Seitenwechsel fanden die Gastgeber immerhin besser in die Partie und setzten endlich auch offensive Akzente. Eine Lauterer Ecke bekamen die Kölner nicht aus der Gefahrenzone. Der anschließende Schuss von Marius Kleinsorge strich rechts am Tor der Viktoria vorbei (57.). Kurz darauf war Pourié nach einem Steilpass von Adam Hlousek Richtung Kölner Tor durchgebrochen, traf dabei aber nur das Außennetz (60.). Auf der Gegenseite blieben auch die Gäste gefährlich. Als Kölns Kevin Holzweiler halbrechts vor dem Pfälzer Tor freigespielt wurde, schien der Treffer für die Viktoria nur noch Formsache – doch Winkler warf sich in höchster Not in Holzweilers Schuss (63.). „Wie ‚Wink‘ sich da reingehauen hat, war exemplarisch dafür, wie wir heute verteidigt haben“, lobte Kevin Kraus.

Der ehemalige Lauterer Albert Bunjaku vergab eine weitere dicke Gelegenheit, die Kölner in Führung zu bringen (78.). Auch der FCK hatte kurz vor Schluss noch die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden. Philipp Hercher marschierte nach einem Konter von halbrechts auf das Tor der Viktoria zu. Doch statt selbst abzuschließen, legte er den Ball noch einmal quer. Kölns Bernard Kyere klärte vor dem einschussbereiten Marvin Pourié.

„In der ersten Halbzeit war es ein absolutes Kampfspiel mit vielen Zweikämpfen und Fouls. In der zweiten Hälfte hatte ich dann ein besseres Gefühl, da haben wir uns zwei, drei Chancen herausgespielt. So ein später Treffer hätte uns richtig gut getan“, analysierte FCK-Triner Jeff Saibene nach Abpfiff. Er ergänzte: „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie lebt. Aber ich wünsche mir einfach mehr Einzelaktionen, mehr Abschlüsse, mehr Präzision. Daran hapert es, deswegen schießen wir einfach zu wenig Tore.“ Und Pourié meinte gegenüber dem SWR: „Nach vorne hat die Durchschlagskraft gefehlt. Wir können heute trotzdem viel aus der Partie mitnehmen – stehen aber weiter mit dem Rücken an der Wand.“