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Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern muss zum SC Verl

1. FC Kaiserslautern : „Er ist mit Leib und Seele dabei“

Zum Hinrundenabschluss beim SC Verl wird Jean Zimmer voraussichtlich sein Comeback im Trikot des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern geben. Auch Hikmet Ciftci ist wieder einsatzfähig.

Die Sorgen müssten eigentlich groß sein bei Jeff Saibene. Die Tabellensituation des 1. FC Kaiserslautern als 16. der 3. Fußball-Liga scheint vor dem Hinrundenabschluss alles andere als hoffnungsvoll. Gleich drei Mann fallen dem Trainer mit Tim Rieder, Kenny Prince Redondo und Marius Kleinsorge aufgrund einer Sperre am Samstag (14 Uhr) gegen den überraschend starken Aufsteiger SC Verl aus. Zudem ist die Liste der verletzten (Lukas Gottwalt, Simon Skarlatidis, Dominik Schad) oder angeschlagenen Spieler weiter lang. Und doch gibt sich der FCK-Coach optimistisch. Er habe „viele Alternativen“ im Kopf.

Und das nicht nur durch die Rückkehrer Janik Bachmann (nach Rotsperre), Hikmet Ciftci (nach Fußverletzung), Carlo Sickinger (nach grippalem Infekt) und Nicolas Sessa (nach Muskelfaserriss). Sondern auch durch das Comeback im Dress der Roten Teufel von Winter-Neuzugang Jean Zimmer, den die Pfälzer am Dienstag bis zum Saisonende von Zweitligist Fortuna Düssedorf ausgeliehen haben (wir berichteten). „Jean hat einen guten Ruf hier, das habe ich schon wahrgenommen“, erklärt der FCK-Coach. Und diesen Ruf habe er bei Saibene in den vergangenen Tagen bereits bestätigt. „Das ist ein offener, guter Junge. Er wird uns mit seiner Qualität helfen. Er ist mit Leib und Seele hier dabei, er hängt am FCK, das merkt man“, beschreibt der FCK-Trainer seine ersten Eindrücke von dem 27-Jährigen.

Mit seiner Erfahrung von 35 Bundesliga- und 114 Zweitligapartien soll Jean Zimmer die Roten Teufel, die in der laufenden Runde einmal mehr hinter ihren Erwartungen zurückgeblieben sind und sich schon früh von allen Aufstiegsträumen verabschieden mussten, wieder auf Kurs bringen. In der Mannschaft sei Zimmer, der schon von 2004 bis 2014 für die Lauterer auflief, sehr gut aufgenommen worden. Wenn er sicher auch noch nicht bei 100 Prozent sei, „sind die Chancen groß, dass er Samstag gleich spielen wird“, erklärt der Luxemburger. Der flexibel einsetzbare Außenverteidiger wird beim FCK voraussichtlich eine offensivere Rolle einnehmen. Auf welcher Position der Hoffnungsträger der Lauterer am Samstag auflaufen könnte, wollte Saibene aber nicht verraten.

„Wenn gleich drei Spieler gesperrt ausfallen, dann muss man schon überlegen, wie man aufstellt und in welchem System. Wir haben verschiedene Optionen probiert“, erklärt Jeff Saibene, der auch wieder auf die Dienste von Hikmet Ciftci bauen kann. „Er ist ein wichtiger Spieler für uns, ein sehr kreativer Linksfuß.“ Im vergangenen Jahr habe der Mittelfeldspieler eine Phase gehabt, „in der er überragend war“. Dann war er länger verletzt. „Doch jetzt ist er wieder da. Er wird unserem Spiel Kreativität geben“, erklärt der 52-Jährige, dass auch Ciftci „mit Sicherheit eine Option“ für Samstag ist. Ebenso wie der genesene Kapitän Carlo Sickinger und der lange verletzte Nicolas Sessa.

Der FCK-Coach weiß, dass er am Samstag seine bestmögliche Mannschaft aufbieten muss, um beim SC Verl zu bestehen. Der Aufsteiger liegt mit 28 Zählern auf dem starken sechsten Rang. „Sie spielen sehr guten, mutigen und offensiven Fußball. Sie laufen vorne extrem hoch an, pressen über 90 Minuten und haben ein gutes Flügelspiel mit viel Tiefe. Verl versucht von hinten raus sehr gepflegt aufzubauen, mit viel Risiko, aber auch mit viel Selbstvertrauen.“ Welches der kommende Gegner sicher auch aus der Partie unter der Woche in Unterhaching mitbringen wird. Einen 1:3-Rückstand verwandelte der SCV am Dienstag durch zwei Treffer in den letzten drei Minuten noch in einen Sieg. „Da haben sie Moral bewiesen“, findet Saibene lobende Worte für den Aufsteiger. „Das ist ein sehr guter Gegner, der zu Recht da steht, wo er aktuell steht.“

Und wo auch der 1. FC Kaiserslautern nur zu gerne stehen würde. Doch Jeff Saibene will sich weder von der Tabellensituation noch von der allgemein aufs Gemüt schlagenden Corona-Situation unterkriegen lassen. „Wir können uns glücklich schätzen, unseren Beruf gerade ausüben zu können. Wir können jeden Tag trainieren, sind im Moment auf der schönen Seite“, betont Saibene. Der dazu nun dennoch gerne auch Erfolg haben möchte. „Wir haben die letzten beiden Spiele zu null gespielt (2:0 beim KFC Uerdingen, 0:0 gegen Viktoria Köln)“, schöpft er Mut daraus, wenn auch „nicht alles überragend“ war. „Aber es war doch eine gewisse Stabilität da. Das gibt auch Selbstvertrauen. Und daran wollen wir anschließen.“