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Fußball: A-Klasse-Vertreter könnte noch Punkte am grünen Tisch erhalten

SWFV-Fußball : SVN könnte noch in „Mammutliga“ nachrücken

Abwarten ist beim SVN Zweibrücken angesagt. In der A-Klasse steht noch die Wertung des Spiels gegen Obersimten aus. Mit drei Punkten mehr lägen die Niederauerbacher auch nach der Quotientenregel auf Rang zwei.

Von Frust keine Spur. Während die Sieger und zweitplatzierten Aufsteiger der Amateurfußball-Ligen des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) am Mittwoch jubelten und virtuell ausgiebig feierten, ist der SVN Zweibrücken durch die Quotientenregelung von Rang zwei auf drei der A-Klasse Süd gerutscht. Trainer Andreas Hergert, der den Abbruch der Saison aufgrund der Corona-Krise begrüßte, nimmt diese Wertung fair hin. Noch allerdings ist die Sache nicht ganz durch. Noch könnten die Niederauerbacher drei Punkte am grünen Tisch erhalten.

„Wir machen uns nicht verrückt und warten erst mal ab, welches Urteil der Verband fällt. Dann setzen wir uns zusammen und entscheiden in aller Ruhe, was wir machen“, erläutert der Trainer des SVN Zweibrücken, Andreas Hergert, die Vorgehensweise des Vereins. Nach der im DFB-Netz Fußball.de veröffentlichten Tabelle rangiert der SVN mit 35 Punkten aus 18 Spielen zwar vor dem FK Clausen, der in der abgebrochenen Saison aus 17 Spielen 34 Punkte erreicht hat.

Doch entscheidend für die Wertung der Tabelle ist die Quotientenregel (Zahl der Punkte geteilt durch die Zahl der Spiele). Und da rangiert Clausen mit einem Quotienten von 2,0 ganz knapp vor den Niederauerbachern mit einem Quotienten von 1,944. Doch in der Tabelle fehlt noch ein Spiel, bestätigt der Klassenleiter der A-Klasse Reiner Ehrgott auf Nachfrage.

„Das für den 17. November angesetzte Spiel des SVN gegen Obersimten wurde nicht ausgetragen.“ Obersimten wollte wegen Spielermangels absagen. „Doch die Obersimter wollten beim SVN noch einmal nachfragen, ob man die Partie verlegen könnte“, erklärt Ehrgott. Deshalb habe er das Spiel auch als abgesagt gewertet. Im Merkur stand, dass der Gastverein (Obersimten) nicht angetreten sei. Der Klassenleiter leitete den Vorgang an die Gebietsspruchkammer weiter, die als zuständige Instanz darüber entscheiden müsse, erklärt Ehrgott. Bisher ist noch nicht über das Spiel entschieden.

Mit den drei Punkten käme der SVN auf 38 Zähler und einen Quotienten von 2,1 – und bliebe damit vor dem FK Clausen. Der auch als Spielleiter fungierende Trainer des SVN bleibt trotz der unklaren Verhältnisse gelassen. „Das ist so, wie es ist.“ In einer Sitzung habe der Vorstand über das Thema gesprochen, sagt Hergert. Dabei habe er sich geäußert, ob es für die junge Mannschaft nach dem Aufstieg in die A-Klasse im Sommer 2019 überhaupt „gut“ wäre, ein Jahr später erneut aufzusteigen.

Auch vor dem Hintergrund, dass der SVN in einer „Mammutliga“ spielen müsste. Die Bezirksliga hat nach der Regelung, dass auch die Zweiten, die zu einer Relegation berechtigt sind (wir berichteten), aufsteigen, in der kommenden Saison 21 Teams im Spielbetrieb. Wenn der Verband entscheiden sollte, dass sowohl der SVN als auch Clausen aufsteigen können, sogar 22.

„Das bedeutet, dass viele Spiele unter der Woche ausgetragen werden müssen“, befürchtet Hergert. „Wir haben neben den Schichtarbeitern auch einige Studenten in der Mannschaft, die unter der Woche gar nicht spielen können.“ Zudem sei noch nicht sicher, wann die Saison starten kann. „Da können uns im Vergleich zu den normalen Spielzeiten vier oder sogar zehn Spieltage fehlen“, betont Hergert, der sich derzeit immer freitags mit seinen Jungs zu einem lockeren Training trifft. Letztendlich liege die Entscheidung im Falle des Zuspruchs der drei Punkte aber beim Vorstand.

Doch egal, ob der SVN die drei Zähler am grünen Tisch noch erhält, egal, ob er nachrücken wird oder nicht, so zeigten sich die Niederauerbacher allemal als fairer Verlierer und gratulierten dem FK Clausen zum Aufstieg in die Bezirksliga.

Andreas Hergert hätte es allerdings am besten gefunden, wenn wie sonst auch, nur ein Tabellenzweiter aufsteigt. Und das wäre „ganz klar“ aus der A-Klasse Kus-Kl der FV Bruchmühlbach. Bruchmühlbach hat wie der Tabellenführer Queidersbach nur ein Spiel unentschieden gespielt (im direkten Duell) und alle anderen Begegnungen gewonnen. Bruchmühlbach hat lediglich ein Spiel weniger ausgetragen. „Im Vergleich dazu hinken wir, selbst mit den drei Punkten, und der Zweite der A-Klasse Kl-Donnersberg, Otterbach, doch klar zurück.“

Doch Hergert möchte sich darüber noch nicht den Kopf zerbrechen und abwarten. Er kann sich vorstellen, dass sich bei der Vorstandssitzung auch Spieler äußern. Ob das Thema bei der für diesen Freitag angesetzten Präsidiumssitzung angesprochen wird, konnte Ehrgott nicht beantworten. In der Sitzung setzt das Präsidium die Entscheidung der Vereine zur Saisonwertung in einer geänderten Satzung um (wir berichteten).