Kaiserslautern bleibt in der 2. Bundesliga FCK darf trotz Niederlage feiern

Kaiserslautern · Die Roten Teufel haben den Zweitligaverbleib nach einer turbulenten Saison trotz der 1:3-Niederlage bei Hertha BSC Berlin in der Tasche. Trainer Funkel deutet Abschied an.

Ein Traumtor von Marlon Ritter (vorne links) reichte dem FCK nicht zum Sieg in Berlin. Den Ligaverbleib haben die Roten Teufel dennoch vorzeitig geschafft.

Ein Traumtor von Marlon Ritter (vorne links) reichte dem FCK nicht zum Sieg in Berlin. Den Ligaverbleib haben die Roten Teufel dennoch vorzeitig geschafft.

Foto: dpa/Andreas Gora

Das ist gerade nochmal gut gegangen für den 1. FC Kaiserslautern. Nach der enttäuschenden 1:3-Pleite am Samstag bei Hertha BSC Berlin mussten die Roten Teufel weiterhin um den Verbleib in der 2. Fußball-Bundesliga zittern. Allerdings nur gut 24 Stunden lang. Denn am Sonntagnachmittag konnten die Pfälzer aufatmen. Nach dem 1:0-Sieg von Eintracht Braunschweig im Kellerduell gegen den SV Wehen Wiesbaden ist die Rettung des FCK vorzeitig perfekt. „Wir haben unser Mindestziel erreicht, wollen kommende Woche uffm #Betze mit Euch die Liga abschließen – und können uns dann voll unserem Bonusspiel in Berlin widmen. Gemeinsam!“, teilte der Traditionsclub am Nachmittag über Soziale Medien.

Den Pfälzern bleibt eine ganz besonders brisante englische Woche mit Spielen in der Abstiegsrelegation sowie im DFB-Pokalfinale erspart. Denn damit steht auch fest, dass die Relegation zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga wie geplant am 24. und 28. Mai (je 20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) stattfinden kann. Hätte Kaiserslautern in die Relegation gemusst, wären die Duelle auf 22. und 29. Mai verschoben worden.

Und in diesen turbulenten Wochen zwischen Abstiegskampf und Pokalfinale gegen den deutschen Meister und Europa-League-Finalisten Bayer Leverkusen hat Friedhelm Funkel seinen ganz persönlichen Entschluss offenbar bereits gefasst. Nach der 1:3-Niederlage der Lauterer in Berlin, mit dem der Fritz-Walter-Club die vorzeitige Rettung in der 2. Bundesliga zunächst verpasst hatte, machte der Trainer-Routinier am Samstag Andeutungen zu seiner Zukunft.

Mit Blick auf den kolportierten Trainerwechsel beim Gegner aus Berlin sagte Funkel, er sei überzeugt, dass der FCK die Klasse halte und fügte an: „Dann werden sich beide Mannschaften vielleicht ohne die beiden, die jetzt hier oben sitzen, wiedersehen.“ Auf Nachfrage dazu erklärte der 70-Jährige, dass er seine persönliche Entscheidung über die Zukunft schon getroffen habe, er diese aber noch nicht öffentlich mitteilen möchte. Der Trainerfuchs hatte das Amt bei den Pfälzern im Februar nach nur 73 Tagen von Dimitrios Grammozis übernommen, der im November auf den gefeuerten Dirk Schuster gefolgt war.

Genau zwei Wochen vor dem Pokalfinale in Berlin hätte der FCK am Samstag bereits aus eigener Kraft die Rettung feiern können, doch daraus wurde nichts. „Der Sieg für Hertha war sehr verdient. Wir haben nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Wenn man dann darüber hinaus bei allen drei Toren individuelle Fehler macht, kann man gegen eine solche Mannschaft nicht gewinnen“, sagte Funkel. „Es ist nicht alles zu erklären im Fußball“, sagte er am SWR-Mikrofon: „Die Jungs haben heute einfach nicht ihren besten Tag gehabt, Hertha hingegen einen richtig guten. Da konnten wir nicht dagegenhalten.“

Einen kleinen Lichtblick gab es trotz der Niederlage: Weil Hansa Rostock im Parallelspiel mit 1:2 beim FC Schalke 04 verlor, hat der FCK ohne eigenes Zutun vorzeitig den direkten Abstieg abwenden können. Am Sonntag folgte dann die große Erleichterung.

Bei der eigenen Leistung gab es wenig, was Mut für die kommenden beiden Wochen machte. „Wir haben den Gegner heute ein paar Mal eingeladen und das wird überall bestraft. Da müssen wir einfach wacher sein. Das zweite Gegentor ist die letzte Aktion vor der Pause, da müssen wir konzentriert bleiben. Das dritte war ein schönes Tor, bei dem wir den Gegner aber auch wieder einladen“, sagte Mittelfeldspieler Marlon Ritter, der zwischenzeitlich durch ein Traumtor zum 1:1 getroffen hatte. Der 29-Jährige hatte, nachdem Haris Tabakovic die Hertha nach knapp 20 Minuten per Foulelfmeter in Führung gebracht hatte, einen Freistoß aus rund 20 Metern zunächst an die Querlatte gezimmert, von wo aus das runde Leder ins Tor flog (39.). Doch noch kurz vor der Pause brachte Jeremy Dudziak die Gastgeber wieder in Front, nachdem die Lautrer nach einem Einwurf pennten. „Das sind ein, zwei Fehler zu viel und so fährt man dann mit null Punkten nach Hause. Heute sind wir einfach enttäuscht“, betonte Ritter. „Unterschiedsspieler“ (Funkel) Fabian Reese setzte mit seinem Treffer zum 3:1 den Schlusspunkt unter die Partie (67.).

In Berlin musste FCK-Trainer Funkel kurzfristig auf Daniel Hanslik verzichten. Der Stürmer, der in den vergangenen zwei Spielen dreimal getroffen hatte, fiel krankheitsbedingt aus. Zudem sorgte der Routinier für eine Überraschung in der Startelf. Nikola Soldo spielte nach wochenlanger Nichtberücksichtigung für den gelbgesperrten Filip Kaloc. „Soldo ist ein sauberer Junge. Ich habe ihn aufgrund seiner Körperlichkeit und seiner Kopfballstärke aufgestellt. Aber man hat ihm schon angemerkt, dass er lange nicht gespielt hat und ich dachte, dass er es besser hinbekommt“, erklärte Funkel die Nominierung Soldos, den er nach 64 Minuten auswechselte.

Letztlich bleibt die Niederlage des FCK in Berlin ohne große Folgen. Zwar zog Braunschweig mit nun 38 Zählern an den Roten Teufeln (36) vorbei auf Rang 14, doch das dürfte für die Pfälzer aufgrund des vorzeitigen Klassenverbleibs locker zu verschmerzen sein. Zumal der FCK mit einem Heimsieg am Sonntag, 15.30 Uhr, zum Abschluss gegen die Löwen auch wieder an diesen vorbeiziehen und den Betzenberg nach dieser achterbahnmäßigen Saison mit Happy End noch einmal richtig zum Kochen bringen könnte. „Das haben die Fans verdient und dafür werden wir alles tun“, sagte Funkel.

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