Fußball-Saarlandpokal Auf dem Platz einmal wie ein Profi fühlen

Jägersburg · Trotz des 0:3 gegen den 1. FC Saarbrücken war das Saarlandpokal-Halbfinale ein besonderes Spiel für den FSV Jägersburg.

Einen beherzten Kampf hat Jägersburg, hier Matthias Manderscheid (lila) gegen den Torschützen Simon Fabio Stehle, dem FCS geliefert.

Einen beherzten Kampf hat Jägersburg, hier Matthias Manderscheid (lila) gegen den Torschützen Simon Fabio Stehle, dem FCS geliefert.

Foto: Markus Hagen

Es gibt Tage, da darf sich auch ein Amateurfußballer einmal wie ein Profi fühlen. So erging es am Mittwochabend dem Schlussmann des Saarlandligisten FSV Jägersburg, Joshua Martin. In der Meisterschaftsrunde durfte er in der laufenden Saison sieben Mal für die Erste ran und in sechs Partien für die Zweite in der Landesliga Ost auflaufen. In der Saarlandliga ist normalerweise Joshua Blankenburg mit bislang 25 Einsätzen gesetzt. Doch im Pokal darf Martin zwischen die Pfosten – und der zeigte am Mittwochabend bei der 0:3 (0:1)-Heimniederlage im Saarlandpokal-Halbfinale gegen den Drittligisten 1. FC Saarbrücken eine herausragende Leistung. „Es ist nicht zu fassen, was der hier für Dinger frisst“, meinte ein Saarbrücker Anhänger in der 86. Minute, als der FSV-Keeper gegen Saarbrückens Calogero Rizzuto eine seiner insgesamt fünf Glanzparaden an diesem Abend zeigte.

Und so verwunderte es nicht, dass der beste Jägersburger auf dem Platz nach dem Schlusspfiff von vielen jugendlichen Autogrammjägern und Selfie-Sammlern umringt wurde – die Unterschrift und das Foto des Schlussmanns waren dabei mindestens so heiß begehrt, wie die der FCS-Profis auf dem Feld. „Es hat heute Riesenspaß gemacht, bei dieser tollen Atmosphäre auf dem Platz zu stehen. Wir haben ein geiles Spiel gemacht und gekämpft ohne Ende. Auch wenn vorne im letzten Drittel der letzte und entscheidende Pass gefehlt hat, können wir alle als gesamte Mannschaft riesig stolz auf unsere gezeigte Leistung sein“, meinte Martin. Man werde „diesen tollen Abend mit Sicherheit nicht mehr so schnell vergessen“.

Zur Überraschung der offiziell 1295 Zuschauer gehörte dem Saarlandligisten die Anfangsphase. Die Jägersburger gingen entschlossen in jeden Zweikampf hinein und lauerten auf schnelle Umschaltmomente. Einen davon gab es in der neunten Minute, als FCS-Akteur Bone Uaferro den enteilten Tim Schäfer nur noch auf Kosten einer Notbremse stoppen konnte und dafür von Schiedsrichter Jan Dennemärker die Rote Karte sah. Beim anschließenden Freistoß von Daniel Dahl, als der Ball aus halblinker Position genau im rechten Winkel eingeschlagen wäre, musste sich Saarbrückens Schlussmann Tim Paterok mächtig strecken. In der Folge sorgten vor allem die Einlaufkinder des Gastgebers aus der F- und E-Jugend zusammen mit weiteren Mitspielern für mächtig Stimmung und skandierten lautstark „Jägersburg, Jägersburg, Jägersburg“.

Nach dem guten Auftritt gegen den FCS durfte auch FSV-Keeper Joshua Martin Autogramme schreiben.

Nach dem guten Auftritt gegen den FCS durfte auch FSV-Keeper Joshua Martin Autogramme schreiben.

Foto: Stefan Holzhauser

Die Gäste konnten sich in Unterzahl erst nach und nach schütteln und bogen dann aufgrund eines Geniestreichs von Kasim Rabihic, der bei einem 19-Meter-Freistoß den Ball sehenswert genau im linken Winkel zum 0:1 unterbrachte, auf die Siegerstraße ein (32.). Und wenn auch die Saarbrücker ab diesem Zeitpunkt trotz Unterzahl immer cleverer agierten und ihrer klaren Favoritenrolle gerecht wurden, zeigten die Jägersburger bis zum Schlusspfiff eine richtig beherzte Leistung. Sie durften erhobenen Hauptes den Platz verlassen. Nach dem 0:2 von Simon Stehle (59.) fälschte noch in der Schlussminute FSV-Spieler Matthias Manderscheid einen Ball unglücklich in Richtung eigenes Tor ab, wo ihn kurz vor Überschreiten der Linie Julius Biada zum 0:3-Endstand ins Netz schob.

„Unsere Jungs hatten heute Morgen alle noch gearbeitet und liefern dann gegen Profis eine so tolle Leistung ab. Und unser Torhüter hat nun gleich Geburtstag und sich mit dieser grandiosen Leistung wohl selbst bereits im Vorfeld das allerschönste Geschenk gemacht“, verriet FSV-Trainer Christian Frank, dass Joshua Martin am Vatertag seinen 27. Geburtstag feierte – und ergänzte im Hinblick auf das Punktspiel des Tabellendritten am Samstag um 15 Uhr beim 15. SG Mettlach-Merzig: „Wir haben heute richtig viele Körner gelassen, sodass wir vom Willen her noch einmal alles raushauen müssen, was geht.“

 Große Kulisse beim Spiel des Jahres für den FSV Jägersburg: Rund 1300 Zuschauer kamen zum Saarlandpokal-Halbfinale gegen den 1. FC Saarbrücken.

Große Kulisse beim Spiel des Jahres für den FSV Jägersburg: Rund 1300 Zuschauer kamen zum Saarlandpokal-Halbfinale gegen den 1. FC Saarbrücken.

Foto: Markus Hagen

Ein Sonderlob verdienten sich die Jägersburger für ihre perfekte Organisation des Pokalspiels. „Wir hatten über 50 Helfer im Einsatz. Die Saarbrücker Fans waren alle superfreundlich. Von daher hat nicht nur unsere sportliche Leistung gepasst, sondern es war auch insgesamt ein richtig toller Tag für den FSV Jägersburg“, freute sich FSV-Sportvorstand Marco Emich trotz Niederlage über den gelungenen Pokalabend.

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