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FSv Jägersburg spielt als Aufsteiger starke Oberliga-Saison

Handball-Oberliga : Erst Corona stoppte den lila-weißen Höhenflug

Fußball-Oberligist FSV Jägersburg spielte vor der Unterbrechung als Aufsteiger eine starke Saison und nahm zuletzt die Aufstiegsrunde ins Visier. Auch dank Alexander Schmieden.

Ein wenig ärgerlich war sie für den FSV Jägersburg schon – die Saisonunterbrechung in der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die vorzeitige Winterpause bremste den Lauf des Aufsteigers aus, der unter anderem die stark eingeschätzten Saar-Rivalen SV Röchling Völklingen (2:0) und FV Diefflen (4:2) auswärts in die Knie zwang. Mit 13 Punkten liegen die Lila-Weißen auf Platz fünf in der Tabelle – dieser würde ausreichen, um nach der ersten Saisonphase mit den Staffelspielen der Gruppe Süd an der Aufstiegsrunde gegen die besten sechs Teams der Gruppe Nord anzutreten. Eine starke Leistung für den Liganeuling.

Einen großen Anteil am lila-weißen Aufschwung hat Jägersburgs Linksaußen Alexander Schmieden. Vier Treffer und drei Torvorlagen stehen für den 27-Jährigen nach neun Partien zu Buche. Damit verzeichnet er die meisten direkten Torbeteiligungen aller Jägersburger.

„Klar freue ich mich darüber. Aber Fußball ist ein Mannschaftssport. Wir gewinnen gemeinsam und verlieren gemeinsam“, sagt der Student der Sportökologie an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheit in Saarbrücken. Darüber hinaus arbeitet er in einem Pirmasenser Fitnessstudio. Zwei Fliegen mit einer Klappe. Schließlich kann er sich dort nach der Arbeit fithalten. Allerdings nicht aktuell. Mindestens bis zum 20. Dezember ist das Studio noch geschlossen. „Die Gesundheit geht vor. Die Maßnahmen müssen wir einhalten. Sie sind richtig und wichtig“, sagt Schmieden, dem derzeit wie seinen Teamkollegen nichts anderes übrig bleibt, als sich mit Laufeinheiten im Wald fit zu halten. Frühestens am 15. Januar soll die Saison fortgeführt werden. Realistisch scheint das aber derzeit nicht. Auch nicht für Schmieden: „Klar warten und hoffen wir darauf, dass es Lockerungen für den Sport geben kann. Dass es aber schon im Januar wieder so weit ist, kann ich mir kaum vorstellen.“

Im Alter von vier Jahren begann Alexander Schmieden beim SV St. Ingbert mit dem Fußball. In der Altersklasse U19 schnürte er zunächst für Borussia Neunkirchen und später für den 1. FC Saarbrücken die Fußballschuhe. Als Aktiver spielte er ab 2012 für die zweite Mannschaft der SV Elversberg, eine Saison später gehörte er dann gar dem SVE-Profikader an. Mit diesem bestritt er auch sein bislang einziges Spiel in der 3. Liga: Bei der 0:3-Niederlage gegen Darmstadt 98 wurde er zehn Minuten vor dem Ende eingewechselt. Nach weiteren Stationen beim FK Pirmasens und Saar 05 Saarbrücken kam er 2018 schließlich nach Jägersburg.

Der bisher ausgespielte Teil der Saison sei für seine Mannschaft „mit vielen Höhen, aber auch ein paar Tiefen“ verlaufen, blickt Schmieden zurück. Einen Tiefschlag gab es gleich am ersten Spieltag. Der Liganeuling zahlte ordentlich Lehrgeld und ging gegen den aktuellen Tabellenführer Worms mit 2:7 unter. In der folgenden Partie gegen Arminia Ludwigshafen traf Schmieden zwar doppelt – doch der FSV unterlag trotzdem mit 2:4. Eine Woche später traf Schmieden erneut – und durfte sich diesmal auch für sein Team freuen. Gegen den FC Speyer gelang der erste Saisonsieg, dem gleich der zweite im Saar-Derby gegen Mitaufsteiger FV Eppelborn (4:3) folgte. Der FSV Jägersburg war in der Liga angekommen – auch wenn noch eine saftige 0:4-Pleite gegen den FC Hertha Wiesbach folgte.

Wenige Wochen später versank der Amateursport im vorzeitigen Winterschlaf. Die erneute Pause trifft insbesondere kleine Vereine hart, die auf Zuschauereinnahmen angewiesen sind, weiß Schmieden. Auch vermisst er die Anfeuerung der eigenen Fans. Dennoch stehe die Gesundheit an erster Stelle, wiederholt er. „Wir müssen Geduld aufbringen.“

Sportlich wäre es für seinen FSV Jägersburg „als Aufsteiger natürlich toll, wenn wir in der Gruppe Süd auf einem der ersten sechs Plätze landen.“ Dann hätten die Lila-Weißen nicht nur nichts mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun. Sie würden gar in der Aufstiegsrunde mitspielen. Für realistisch hält Schmieden es zwar nicht, dass sein Team plötzlich Richtung Regionalliga schielen wird, aber „dann könnten wir die zweite Saisonphase richtig genießen. Zu verlieren hätten wir dann nichts mehr.“ Was natürlich nicht heißen soll, dass Schmieden und der FSV ihre lila-weiße Erfolgsserie nicht liebend gern auch gegen die besten Teams der Nordstaffel fortsetzen würden.