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FSV Jägersburg empfängt in der Oberliga Auersmacher

Fußball-Oberliga : Die Lernkurve muss jetzt ganz schnell steigen

Fußball-Oberligist FSV Jägersburg hat den Saisonstart gründlich in den Sand gesetzt. Nach zwei bösen Klatschen zum Auftakt soll am Freitagabend im Heimspiel gegen Aufsteiger SV Auersmacher die Trendwende her. Kapitän Julian Fricker wieder an Bord.

Zwei Spiele, null Punkte, zwölf Gegentore, Schlusslicht. Ein Blick auf die Tabelle reicht, um zu sehen, dass Fußball-Oberligist FSV Jägersburg den Saisonstart gründlich verpatzt hat. Die Lila-Weißen, die in der vergangenen Runde noch einen so fulminanten Schlussspurt hingelegt hatten und dem Abstieg knapp von der Schippe gesprungen waren, haben unter dem neuen Trainer Christian Frank noch nicht in die Spur gefunden. Um nicht schon früh in der Saison alle Chancen zu verspielen, zum Ende der Hauptrunde einen der vorderen fünf Plätze zu belegen, die den Gang in die Abstiegsrunde verhindern würden, muss bald der erste Sieg her. Am besten an diesem Freitagabend um 19 Uhr im Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Auersmacher.

Aber: Die Saison ist noch jung. Und die Verantwortlichen der Jägersburger wollen die Ruhe bewahren: „Die Situation ist ernst, aber nicht dramatisch – und schon gar nicht hoffnungslos“, sagt der sportliche Leiter Marco Emich. Er sagt aber auch: „Unsere Mannschaft kann viel mehr als das, was sie in den ersten Spielen gezeigt hat.“ Gingen die Lila-Weißen nach dem 2:6 zum Saisonauftakt gegen den TuS Mechtersheim noch von einer Art Betriebsunfall aus, hagelte es auch im zweiten Spiel, im Saar-Derby beim FV Diefflen (0:6), erneut ein halbes Dutzend Gegentore.

Emich und Trainer Frank waren deshalb in der Trainingswoche auch in Sachen psychologische Aufbauarbeit gefordert. Die Zeit des Redens könne aber nicht ewig währen, sagt Frank. „Es müssen auch Taten folgen.“ Zumindest der Lernprozess müsse nun deutlich Fahrt aufnehmen. „In der Defensive präsentieren wir uns aktuell nicht Oberliga-reif. Da sind Abstimmungsfehler in unserem Spiel, mit denen wir die Gegner zum Toreschießen einladen. Das müssen wir abstellen“, fordert Frank eindringlich. Der Trainer will den schwachen Saisonstart aber nicht allein an seinen Defensivkräften festmachen. „Mir fehlt in vielen Situationen die grundsätzliche Aggressivität auf dem Platz. In allen Mannschaftsteilen.“

Frank, der vor der Runde vom Oberliga-Konkurrenten SV Elversberg II kam, wo er unter Emich als spielender Co-Trainer agierte, ist sich aber sicher: „Es ist mehr möglich, wir können es besser. Wir müssen es aber auch zeigen. Gerade nach den beiden Nackenschlägen zum Auftakt.“ Dass die Mannschaft das Potenzial hat, in der Oberliga zu bestehen, glaubt auch Emich. In der Vorbereitung gegen Regionalligist FC Homburg (1:3) habe das Team ein starkes Spiel gezeigt. „Das war die Leistung, an der wir uns messen lassen wollten. Das ist bislang aber nicht gelungen“, räumt der sportliche Leiter ein.

Beide fordern einen Sieg im Heimspiel gegen Aufsteiger Auersmacher. Wohlwissend, dass das keine einfache Aufgabe wird. Die Mannschaft von Trainer Jan Berger war in der Saarlandliga quasi konkurrenzlos, kassierte in 30 Spielen nur eine Niederlage und ging am Ende 21 (!) Punkte vor dem Zweitplatzierten SG Mettlach-Merzig über die Ziellinie. Dass in der Oberliga ein rauerer Wind weht, bekam der SVA am ersten Spieltag zu spüren. Gegen den FV Dudenhofen setzte es eine 0:3-Niederlage. Am vergangenen Spieltag gelang dann aber das erste Erfolgserlebnis in der neuen Spielklasse. Auersmacher bezwang Mitaufsteiger SV Morlautern mit 4:2.

 „Auersmacher hat die Saarlandliga durchgehend dominiert. Das ist eine gefestigte Mannschaft, die sehr aggressiv auftritt. Wir müssen dagegen halten, um jeden Zentimeter kämpfen“, fordert Frank.

Welche seiner Akteure dieses Unterfangen angehen können, ist noch nicht sicher. Spielemacher Frederic Ehrmann, der zuletzt über muskuläre Probleme klagte, und Tim Schneider, dem das Innenband zu schaffen machte, sind zwar wieder ins Training eingestiegen. „Ob ich beide am Freitag bringen kann, muss ich aber abwarten“, sagt Frank. Noch keine Option ist Ex-Profi Sven Sellentin, der wegen einer Schleimbeutelentzündung noch rund zwei Wochen ausfallen wird. Dafür ist Julian Fricker wieder an Bord. Der Kapitän und Abwehrchef, der weite Teile der vergangenen Saison wegen eines Knorpelschadens verpasste, hatte gegen Diefflen wegen muskulärer Probleme aussetzen müssen.