Handball-Saarlandliga der Frauen Nur nicht wieder den Start verschlafen

Zweibrücken · Die Handballerinnen der SG SV 64/VT Zweibrücken empfangen am Samstag Oberthal zum Heimspiel. Die Partie ist der Abschluss eines schweren Auftaktprogramms.

 Kaum zu halten: Janine Baus (am Ball) ist die Toptorschützin der Zweibrückerinnen. Auf ihre Treffer wird es auch am Samstagabend ankommen, wenn ihr Team die FSG Oberthal zum schweren Heimspiel empfängt.

Kaum zu halten: Janine Baus (am Ball) ist die Toptorschützin der Zweibrückerinnen. Auf ihre Treffer wird es auch am Samstagabend ankommen, wenn ihr Team die FSG Oberthal zum schweren Heimspiel empfängt.

Foto: Martin Wittenmeier

Bei den Saarlandliga-Handballerinnen der SG SV 64/VT Zweibrücken jagt ein Topereignis das nächste. Nachdem die SG-Löwinnen am ersten Spieltag beim Meisterschaftsfavoriten HSG Marpingen/Alsweiler II antraten – und diesem ein Remis (28:28) abtrotzten – empfangen die Zweibrückerinnen am Samstag um 20 Uhr in der Ignaz-Roth-Halle mit der FSG DJK Oberthal/TuS Hirstein eine weitere Spitzenmannschaft. Zwischen diesen beiden Partien lag das Heimspiel der SG am vergangenen Wochenende gegen die HSG Fraulautern/Überherrn, das die Löwinnen trotz holprigen Starts am Ende deutlich gewannen (30:23).

Der kommende Gegner Oberthal mischte in den letzten beiden Jahren in der Saarlandliga stets weit vorne mit und belegte in der Vorsaison den dritten Platz. In der Spielzeit davor wurde das Team Vizemeister. Deshalb zählt Oberthal auch in dieser Runde zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten. Zum Saisonauftakt bezwang die FSG den TV Merchweiler mit 21:16. Das Top-Spiel gegen Marpingen/Alsweiler verlor Oberthal dann ganz knapp mit 22:23.

Diese Ergebnisse deuten an: Marpingen, Oberthal und Zweibrücken bewegen sich alle in etwa auf Augenhöhe – die Tagesform kann über Sieg oder Niederlage entscheiden. Auch der HSV Merzig/Hilbringen (4:0 Punkte) und die HG Saarlouis (2:0) können bei der Titelvergabe ein Wörtchen mitreden.

Was die Oberthalerinnen auszeichnet, ist ein ausgeglichener und eingespielter Kader. Sowie ein schnelles Umschaltspiel aus einer kompakten 6:0-Deckung.

Verstecken müssen sich die Zweibrückerinnen zu Hause aber sicher nicht. Im Auswärtsspiel gegen Marpingen/Alsweiler schnupperten die Löwinnen an einem Sieg. Den Ausgleich kassierten sie eine Sekunde vor Schluss. Und im Heimspiel gegen Fraulautern zeigten die SG-Spielerinnen dann endgültig, zu was sie fähig sind, wenn ein Rädchen ins andere greift. Nach einem 0:5-Rückstand zu Beginn lagen sie eine Viertelstunde vor dem Ende quasi uneinholbar vorne (22:12).

Daran hatte wieder einmal Janine Baus großen Anteil. Die Zweibrücker Torschützin vom Dienst erzielte in der Partie aus dem Rückraum neun Treffer. Die 21-Jährige, die in diesem Jahr ihr Studium zur Diplomverwaltungswirtin abschließen wird, wechselte 2015 vor ihrem ersten C-Jugend-Jahr zu den Zweibrücker Löwinnen. Zuvor spielte sie beim TV Merchweiler, bei dem sie im Kindesalter mit den Handballspielen begann.

Schon in der Jugend gehörte Baus stets zu den Toptalenten ihres Jahrgangs und bekam dadurch schon früh die Möglichkeit, ins Damenteam des SV 64 Zweibrücken hineinzuschnuppern, der seit dieser Saison als Spielgemeinschaft mit der VTZ Saarpfalz antritt. Schon im Alter von 16 Jahren trainierte sie regelmäßig im Damenteam des SV 64 mit und bekam bereits Spielzeit in der Oberliga. Somit hat Baus trotz ihrer erst 21 Jahre bereits viel Erfahrung in der überregionalen Spielklasse sammeln können und gehört quasi schon zu den „alten Hasen“ im Team der SG.

Obwohl sich Baus‘ Studium gerade in der heißen Abschlussphase befindet, möchte sie für ihr Team alles geben und linst mit einem Auge in Richtung Aufstiegsrunde zur Oberliga Rheinland-Pfalz/ Saar. Aus dieser war der SV 64 vergangene Saison abgestiegen. Dass es bis dahin aber noch ein langer und schwerer Weg wird, ist Baus bewusst.

Die nächste Hürde, die die SG-Handballerinnen auf dem Weg zu diesem Ziel überspringen müssen, heißt am Samstag erstmal FSG DJK Oberthal/TuS Hirstein. „Ich denke, das wird ein schweres Spiel, aber mit dem Selbstvertrauen, das wir in den vergangenen beiden Partien sammeln konnten, haben wir gute Chancen“, sagt Baus. Sie ergänzt: „Wir sind taktisch und konditionell gut vorbereitet und man merkt, dass wir immer eingespielter werden. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren und unsere Leistung abrufen, egal gegen wen wir spielen. Wir haben auf allen Positionen eine hohe Qualität und sind torgefährlich, das müssen wir am Samstag auf die Platte bringen.“

Für den zweiten Heimerfolg wäre sicher ein besserer Start in die Partie hilfreich. Denn nicht nur gegen Fraulautern/Überherren, auch gegen Marpingen/Alsweiler (0:4 nach vier Minuten) liefen die Löwinnen erstmal einem höheren Rückstand hinterher. „Ich denke, es ist mit am Wichtigsten, dass wir die Anfangsphase nicht wieder verschlafen, weil es einfach extrem viel Energie kostet, so einen Rückstand wieder aufzuholen. Diese Energie müssen wir uns besser für die Schlussphase aufheben“, analysiert Baus. Und die Linkshänderin fügt hinzu: „Gerade gegen Marpingen hat man gemerkt, dass uns am Ende die Kräfte ausgingen, was, denke ich, zu großen Teilen der Aufholjagd in der ersten Halbzeit geschuldet war. Das wollen wir am Samstag gegen Oberthal auf jeden Fall besser machen.”

Gelingt das, stehen die Chancen gut, dass die Löwinnen sich nach ihrem harten Auftaktprogramm gleich oben in der Tabelle festbeißen.