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Feierabend für den BBV Saar-Pfalz

Feierabend für den BBV Saar-Pfalz

Kaum noch Interesse, wenig ehrenamtlicher Helfer: Beim BBV Saar-Pfalz wird seit diesem Sommer kein Basketball mehr gespielt. Dem Verband offiziell Bescheid gesagt hat aber noch niemand.

Auf der Internetseite des Basketballverbands Saar (BVS) findet man ihn noch - den Verein BBV Saar-Pfalz . Trainiert oder gespielt wird dort seit Mitte des Jahres allerdings nicht mehr. BVS-Präsident Dirk Kaufmann: "Eine offizielle Abmeldung hat nie stattgefunden, meines Wissens ist der Verein aber Geschichte."

Das bestätigt Steven Berni. Der 30-Jährige war in der vergangenen Saison beim damaligen Oberligisten BBV Saar-Pfalz Sportkoordinator. Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich das Ende des Vereins bereits ab. Denn 2015 kehrte der damalige Vorstand und Hauptsponsor Michael Littig dem BBV den Rücken. Offiziell aus beruflichen Gründen. Hinter vorgehaltener Hand heißt es in Homburg aber, dass Littig das Interesse an dem Verein verlor. Zum einen, weil die Saarpfälzer den Aufstieg in die Regionalliga in der Relegation gegen die SGK Roßdorf verpassten. Zum anderen weil Littigs Sohn, der damals beim BBV spielte, den Verein nach einem Wechsel des Studienorts verließ.

Berni erklärt: "Ich bin selbstständig und habe versucht, den finanziellen Verlust mit meiner Firma abzufedern. Trainer Theo Tarver konnten wir so halten. Aber die Strukturen des Vereins bestanden zum Teil noch vom Vorgängerklub Saarpfalz-Braves aus der 2. Bundesliga. Die Spieler bekamen Geld, und es gab wenige Personen, die sich ehrenamtlich im Verein engagiert haben. Auf Dauer und im selben Umfang war das nicht zu stemmen."

Nach dem Abstieg aus der Oberliga im Frühjahr 2016 zog der neue Vorstand des BBV einen Schlussstrich. Allerdings, ohne den BVS davon in Kenntnis zu setzen. "Das lief alles recht heimlich, still und leise ab. Es gibt auch noch einige Auslagen gegenüber der Stadt und dem Verband zu begleichen", sagt Präsident Kaufmann. "Davon weiß ich nichts. Den Kontakt zu Verband und Stadt lag nicht in meinem Aufgabenbereich, ich war allein für das Sportliche zuständig", sagt Berni. "Die Verantwortlichen leben inzwischen nicht mehr in Deutschland", bestätigt Kaufmann, der aber keine Namen nennen will: "Es geht nicht darum, jemanden an den Pranger zu stellen. Wir werden erst einmal intern klären, warum wir den Verein nicht früher auf die Probleme angesprochen haben. Die Anzeichen gab es schließlich schon länger."

Berni, der seit seinem 13. Lebensjahr in Homburger Vereinen Basketball spielte, sagt: "Mit dem BBV wird eine meiner größten Leidenschaften begraben. Aber das Interesse in Homburg ist stark geschwunden, nachdem wir unseren Fokus in der letzten Saison auf die Nachwuchsförderung gelegt haben. Man muss aber auch zugeben, dass sich zu wenige Menschen beim BBV ehrenamtlich engagiert haben, um den Verein am Leben zu erhalten."