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FCK will im Drittliga-Spiel in Halle seine Abschlussschwäche ablegen

1. FC Kaiserslautern : „Alle dürfen Tore schießen“

Die Chancenverwertung ist das große Sorgenkind beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern. Vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim Halleschen FC rückt FCK-Trainer Jeff Saibene aber die Stärken seiner gefrusteten Mannschaft in den Vordergrund.

Ein klein wenig dürften sich die Spieler vom Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern derzeit fühlen wie Bill Murray in dem US-Spielfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Der ist nämlich in einer Zeitschleife gefangen und dazu verdammt, ein und denselben Tag immer wieder zu erleben. Ähnlich wie Murray mühen sich die Roten Teufel von Spieltag zu Spieltag aufs neue. Das Ergebnis ist aber (fast) immer dasselbe: Sechs der letzten acht Partien der Pfälzer endeten Remis. Dabei bräuchte der FCK dringend Siege, um sich aus den Niederungen der Tabelle zu verabschieden. Nach zehn Spieltagen bekleidet Kaiserslautern Platz 16. Von Unterhaching, die auf dem ersten Abstiegsplatz liegen, trennt die Pfälzer bei gleichem Torverhältnis nur die höhere Anzahl der Treffer.

Und die Unentschieden-Serie nagt am Nervenkostüm der Roten Teufel. So war eine Aussage von Mittelfeldspieler Marlon Ritter direkt nach dem 1:1 am letzten Spieltag gegen den 1. FC Magdeburg in dieser Woche intern auch noch einmal Thema bei den Pfälzern. Ritter hatte nach Abpfiff in einem Fernseh-Interview gesagt, dass seine Mannschaft wohl doch schlechter sei, als sie denke.

FCK-Coach Jeff Saibene wollte die Aussage am Donnerstag in der Pressekonferenz vor dem Spiel am Samstag beim Halleschen FC (14 Uhr) aber nicht überbewerten. Ritter habe sich auf die vielen Torchancen, die der FCK gegen Magdeburg vergeben habe, bezogen: „Sagen wir mal so: Das war keine gute Aussage, er hat sich schlecht ausgedrückt. Ein, zwei Minuten nach dem Spiel sind die Jungs noch sehr emotional. Ich habe das mit ihm unter vier Augen, aber auch mit der gesamten Mannschaft, nochmal besprochen. Dann war die Sache erledigt“, sagte der 52-jährige Luxemburger.

Für die grundsätzliche Unzufriedenheit seiner Mannschaft hat Saibene aber Verständnis. „Ich bin ja selbst unzufrieden, was die Resultate angeht. Wir haben alle Frust, weil wir die Tore nicht machen. Wenn wir gegen Magdeburg 3:0 gewinnen, kann keiner was sagen.“ Um die düstere Stimmung bei seinem Team zu vertreiben, hat der 52-Jährige in der Trainingswoche die positiven Dinge in den Vordergrund gerückt: „Bei der Videoanalyse haben wir gesehen, dass wir gegen Magdeburg sehr vieles richtig gemacht haben. Das wollte ich den Jungs nochmal klar machen. Wir haben zum Beispiel sehr wenige Möglichkeiten des Gegners zugelassen. An unserer eigenen Chancenverwertung arbeiten wir jetzt.“

Um in der Offensive mehr Durchschlagskraft zu entwickeln, müsse seine Mannschaft zielstrebiger und mutiger werden, forderte Saibene: „Alle dürfen Tore schießen. Wir können nicht nur von Marvin Pourié abhängig sein“. Der Angreifer hatte in den letzten fünf Partien vier Tore erzielt.

Grundsätzlich ist der FCK-Trainer mit der Einstellung seines Teams aber zufrieden: „Im Training lässt keiner den Kopf hängen, alle verhalten sich loyal, jeder gibt Vollgas. Das gefällt mir extrem gut. Es dürfen nur 18 Spieler im Kader stehen. Aber auch die, die nicht dabei sind, ziehen mit. Viele bewegen sich auf Augenhöhe, es ist gar nicht einfach zu entscheiden, wer zu Hause bleiben muss.“ Im Falle von Lukas Gottwalt, Anas Bakhat, Dominik Schad und Nicolas Sessa wird Saibene diese Entscheidung abgenommen. Das Quartett fällt aus. Der 24-Jährige Sessa hatte nach monatelanger Verletzungspause gegen Magdeburg sein Comeback gefeiert, sich aber sofort wieder einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen.

Der kommende Gegner Halle (Platz 14), der zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als die Roten Teufel, plagen ähnliche Probleme wie den FCK, glaubt Saibene. „Die haben gegen Duisburg auch nur 0:0 gespielt, obwohl alleine Terrence Boyd vier Tore machen muss.“ Grundsätzliche sei Halle aber eine gute, robuste Mannschaft mit gefährlichen Offensivspielern, die sich wie sein Team unter Wert verkaufe.