1. Pfälzischer Merkur
  2. Regionalsport

FCH-Trainer Timo Wenzel im Interview: „Die Qualität haben wir“​

Interview Timo Wenzel : „Die Qualität haben wir“

Fußball-Regionalligist FC Homburg spielt bislang eine starke Runde. Doch am Wochenende kommt Spitzenreiter Ulm ins Waldstadion.

Nach einem Remis bei der U23 des VfB Stuttgart steht der FC Homburg vor den nächsten Spitzenspielen im Oktober. Zunächst erwarten die Saarpfälzer Tabellenführer SSV Ulm zum Topspiel im Homburger Waldstadion, am Sonntag ab 14 Uhr. Danach muss der aktuell Tabellenzweite der Regionalliga Südwest beim Dritten TSV Steinbach-Haiger antreten, ehe das Team von Trainer Timo Wenzel zu Hause auf den derzeit Fünften FSV Mainz 05 II trifft. In unserem Interview gibt der FCH-Cheftrainer unter anderem einen Einblick in den bisherigen Verlauf der Saison, Infos zum anstehenden Spiel gegen Ulm und einen Ausblick auf die kommenden Wochen und Monate beim FC Homburg.

Herr Wenzel mit dem 0:0 bei der U23 des VfB Stuttgart verpasste der FC Homburg Platz eins in der Tabelle, den man mit einem Sieg geholt hätte. Ärgert Sie dies oder sind sie mit dem einen Punkt zufrieden?

Wenzel: Klar wären wir gerne mit drei Punkten aus Stuttgart nach Hause gefahren. Aber man muss ganz klar festhalten, dass wir auf einen sehr starten VfB Stuttgart getroffen sind, der nicht umsonst bisher erst eine Partie nach 10 Spieltagen verloren hatte. Ich kann meiner Mannschaft nur ein Kompliment machen, wir standen in der Defensive sehr gut, haben nur ganz wenig zugelassen. Am Ende war das Unentschieden verdient, auch wenn wir in der Offensive gerne mehr Nadelstiche gesetzt hätten.

Bevor wir auf das Topspiel am Sonntag gegen den SSV Ulm eingehen, die Frage an Sie, wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf?

Wenzel: Also wenn man mir vor der Runde gesagt hätte, dass wir bereits 22 Punkte nach zehn Spieltagen haben, hätte ich dies sofort unterschrieben. Man muss festhalten, dass wir unseren Kader sehr stark verändert haben. 15 Neuzugänge galt es zu einer starken Einheit aufzubauen. Und bisher denke ich, ist dies bis auf ganz wenige Spiele auch sehr gut gelungen.

Wo sehen sie die Stärken ihrer aktuellen Mannschaft?

Wenzel: Bei der Verpflichtung der neuen Spieler habe ich und unser Sportvorsitzender Michael Koch großen Wert auch auf den Charakter der Spieler gelegt, die möglichst oft an die Leistungsgrenzen herangehen wollen. Die Stärke des FC Homburg für diese Saison sehe ich darin, dass wir nie aufgeben. Dies sah man beim 3:2-Heimsieg gegen Kassel, als wir nach einem 0:2-Rückstand und einer ganz schwachen ersten Halbzeit noch das Spiel drehten. Oder beim 2:1-Sieg in Offenbach, nachdem wir hier 20 Minuten vor Spielende in Rückstand gerieten. Bis zum Abpfiff alles geben, das ist unsere Stärke, immer an sich glauben. So auch beim 2:0-Heimsieg über Aalen, als wir in der Nachspielzeit noch zu den Siegtoren kamen.

Sehen Sie eine reale Chance, dass Homburg ein Titelkandidat ist? 

Wenzel: Prognosen zu stellen, ob wir ein ernsthafter Titelanwärter sind, halte ich noch zu früh. Die Qualität haben wir, aber es sind erst zehn Spiele von 34 Partien gespielt. Da kann noch viel passieren.

Der FC Homburg steht vor einer vielleicht entscheidenden Saisonphase mit den Partien gegen die Topteams Ulm, Steinbach-Haiger und dann gegen Mainz?

Wenzel: Sicherlich sind diese Spiele nun ganz wichtig für den weiteren Saisonverlauf, aber auch danach gibt es keine einfachen Spiele. Wichtig sind nicht nur Punktgewinne gegen die Mitkontrahenten um Platz eins, sondern auch gegen die Teams aus dem Mittelfeld und im Keller. Diesbezüglich haben wir bisher uns schon erheblich gegenüber der letzten Saison gesteigert.

Wer sind für den FC Homburg außer dem SSV Ulm die größten Kontrahenten für die Meisterschaft sein?

Wenzel: Neben Ulm hat sich Steinbach-Haiger inzwischen nach oben verbessert. Auch Mainz halte ich für so stark, dass sie oben mitspielen werden. Auch wenn Offenbach bisher nicht so stark spielte und schon einen erheblichen Rückstand auf Ulm und uns hat, ganz abschreiben sollte man die Kickers noch nicht.

Kommen wir zum Topspiel am Sonntag gegen Ulm, der ja nur zwei Zähler vor dem FCH steht. Was erwarten Sie vom Spitzenreiter?

Wenzel: Ulm lebt von seiner starken Defensive. Mit beachtlichen erst fünf Gegentreffern ist die Innenverteidigung mit Mannschaftskapitän Johannes Reichert und Thomas Geyer das Prunkstück dieser Mannschaft. Hier müssen wir Lösungen finden, um uns Chancen und Tore zu erspielen. In der Offensive sind sie bisher nicht so stark aufgetreten. Einige Spiele haben sie bisher nur knapp gewonnen.

Ein Rückstand gegen Ulm aufzuholen wird wegen der starken Defensive daher schwer?

Wenzel: Einem Rückstand hinterherzulaufen, müssen wir vermeiden. Ulm hat das bisher hervorragend gemacht. Nicht umsonst haben sie bisher noch kein Spiel verloren.

Wie sieht es personell aus bei ihrem Kader? Sind alle Spieler fit?

Wenzel: Es sieht ganz gut aus. Innenverteidiger Michael Heilig konnte in Stuttgart wegen einer Knöchelverletzung nicht spielen. Für ihn spielte Lukas Hoffmann und er zeigte eine gute Leistung. Bis zum Spiel gegen Ulm wird auch Heilig wieder so weit fit sein. Wie weit die Mannschaft für die Partie am Sonntag gegenüber dem letzten Spiel verändert wird, ist offen.

Ein Heimsieg gegen Ulm würde kurzfristig die Tabellenführung bedeuten. Wie wichtig wäre so ein Erfolg für den weiteren Saisonverlauf?

Wenzel: Für die Fans ist Platz eins natürlich etwas ganz Besonderes. Für mich zählt der Tabellenplatz nur am Rande. Schließlich sind am Sonntagnachmittag erst elf Partien gespielt und die Saison ist noch lange. Klar, die Punkte sind schon wichtig und anvisiert. Mit einem Sieg steigert man das Selbstbewusstsein. Mal sehen, wie es dann weitergeht. Die Qualität haben wir jedenfalls, dem SSV Ulm die erste Saisonniederlage bei zu bringen.